23.07.2020 - 11:19 Uhr
TirschenreuthOberpfalz

Sicher unterwegs mit dem rollenden Zuhause

Diesen Sommer erliegen noch mehr Urlauber dem Charme des Campings. Unterwegs mit dem eigenen Hotel auf Rädern trotzen sie der Pandemie. Damit das Virus die einzige Sorge von Wohnmobilbesitzern bleibt, hat TÜV-Experte Jörg Schuller die Tipps vor der Reise.

Wer solch ein stattliches Wohnmobil fahren will, sollte schon einige Erfahrung vorweisen können, zumal es seitenwindempfindlich ist. Also lieber etwas defensiver fahren, rät Schuller.
von Konrad RosnerProfil

Wer in diesem Sommer in die Ferien fährt, nimmt noch einmal so gerne das Wohnmobil. Der Trend zum rollenden Zuhause war in den vergangenen Jahren schon deutlich erkennbar, in Pandemiezeiten feiert der Campingurlaub eine neue Hoch-Zeit. Man ist unterwegs mit seiner Familie, muss nicht in Hotels übernachten und kann dabei die schönsten Ecken Deutschlands erkunden. So dachten viele, nicht umsonst sind nahezu alle Standorte für Wohnmobile und Wohnwagen in den Urlaubsregionen ausgebucht.

Gasprüfung

Wer jetzt starten will, muss zuerst noch einiges beachten, um mit Wohnwagen oder Wohnmobil sicher an den Zielort und wieder zurück zu kommen. Wer ein Campingmobil sein eigen nennt, kann auch bei den TÜV-Prüfstellen nachfragen, welche Vorgaben und Vorschriften erfüllt werden müssen. Der TÜV-Sachverständige Jörg Schuller aus Tirschenreuth erklärt: "Eine der wichtigsten Prüfungen bei den Wohnwagen und den Wohnmobilen ist die Gas-Prüfung. Sie ist ein Pflichtuntersuchungspunkt beim TÜV. Alle zwei Jahre muss sie gemacht werden." Geprüft werden dabei unter anderem die Zündsicherungsventile, die Gasabsperrhähne, die Belüftungsöffnungen im Flaschenaufstellraum, die Schläuche und die Leitungen sowie der Druckminderer, "der maximal zehn Jahre alt sein darf". Des weiteren erfolgt eine Dichtheitsprüfung mit Hilfe einer Pumpe mit 150 Millibar Druck. "Die Campingplatzbetreiber achten sehr wohl darauf, dass eine gültige Gasprüfung mit angebrachter Prüfplakette vorhanden ist", warnt er Schuller.

Kaputte Reifen

Ein weiteres Augenmerk sollten Wohnmobilfahrer auch auf die Reifen legen. Reifen, die älter als sechs Jahre sind, müssen erneuert werden. "Camper-Reifen fahren sich nicht ab, sondern sie stehen sich kaputt", sagt der Experte. Haben die Reifen ein gewisses Alter, werden sie immer härter. Deshalb sollte man aus Gründen der Sicherheit immer das Alter der Reifen anhand der aufgedruckten DOT-Nummer prüfen oder prüfen lassen.

Dass vor der Fahrt in den Urlaub die Beleuchtung kontrolliert wird, sollte selbstverständlich sein. Auch ein Bremsen-Check in der Werkstatt könne nicht schaden.

Nicht überladen

Wegen des großzügigen Stauraums lassen sich manche Wohnmobil-Besitzer gerne dazu verleiten, zu viel einzupacken und überschreiten so das zulässige Gesamtgewicht. Gerade in der Urlaubszeit werden Wohnmobile verstärkt von der Polizei kontrolliert. Wenn die Beamten feststellen, dass das Wohnmobil überladen ist, kann das ganz schön teuer werden.

Der ADAC informiert dazu: "Wer sein Fahrzeug überlädt, muss in Deutschland mit folgenden Bußgeldern rechnen (Wohnmobil bis 7,5 Tonnen und Caravan bis 2 Tonnen zulässigem Gesamtgewicht (zGG)): ab 5 Prozent Überladung: 10 Euro; ab 10 Prozent Überladung: 30 Euro; ab 20 Prozent Überladung: 95 Euro und ein Punkt in Flensburg; ab 25 Prozent Überladung: 140 Euro und ein Punkt in Flensburg; ab 30 Prozent Überladung: 235 Euro und ein Punkt in Flensburg". Im europäischen Ausland können die Strafen sogar deutlich höher ausfallen. Viele Länder hätten bezüglich der Überladung eine Nulltoleranzgrenze, so der ADAC. "Also am Besten vorher auf einer öffentlichen Waage wiegen lassen", sagt TÜV-Sachverständiger Jörg Schuller. Achten sollten Fahrer zudem auf ihre Geschwindigkeit. Ältere Pkw-Gespanne dürfen zum Teil nur 80 km/h fahren, die neueren 100 km/h. Auch mit den Wohnmobilen darf man nicht schneller als 100 km/h fahren. "Ein Wohnmobil ist natürlich wesentlich seitenwindempfindlicher als ein Pkw und kippt so leichter um", erklärt Schuller. Deshalb sei es wichtig, besonders vorsichtig und "eher etwas defensiv" zu fahren.

"Es versteht sich von selbst, dass sich niemand während der Fahrt im Wohnwagen aufhalten darf." Und noch ein abschließender Tipp von Jörg Schuller: "Bitte treten Sie ihre Urlaubsreise ausgeruht und fit an."

TÜV-Sachverständiger Jörg Schuller prüft den Gaskocher auf Funktion und darauf, ob alle Sicherheitseinrichtungen einwandfrei funktionieren.
Die sogenannte Gasprüfung ist alle zwei Jahre fällig.
"Die Campingplatzbetreiber achten sehr wohl darauf, dass eine gültige Gasprüfung mit angebrachter Prüfplakette vorhanden ist", weiß Jörg Schuller.

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