12.11.2020 - 11:38 Uhr
TirschenreuthOberpfalz

Verkehrserziehung mit dem "Blitzer"

„Abzocken“ will die Stadt mit der Verkehrsüberwachung keinesfalls. Im Vordergrund steht die „verkehrspädagogische Erziehung“.

Im zweiten Quartal 2020 wurden 3471 Tempomessungen durchgeführt. In 263 Fällen sei es zu Verwarnungen gekommen, informierte Bürgermeister Franz Stahl über den Bericht des Zweckverbandes Kommunale Verkehrssicherheit.
von Werner Schirmer Kontakt Profil

Dass sich diese Form der "Nachhilfe" auch in barer Münze auszahlt, stellt für die Stadt allerdings auch kein Problem dar. Bei der Sitzung des Ausschusses für Hauptverwaltung, Finanzwesen und Wirtschaft am Montag im Blauen Zimmer des Kettelerhauses konnte Bürgermeister Franz Stahl den aktuellen Bericht des Zweckverbandes Kommunale Verkehrssicherheit vorlegen. Die Messergebnisse behandelten das zweite Quartal des laufenden Jahres. Unter dem Strich hat die Maßnahme der Stadt einen "Gewinn" von fast 4000 Euro eingebracht. Allerdings hätte die Stadt in den zurückliegenden Jahren einige Ausgaben gehabt. "Das ergibt aktuell wohl eine Null", rechnete Stahl zusammen.

Fünf Messstellen

Laut dem Bericht des Zweckverbandes sind im zweiten Quartal an insgesamt fünf Messstellen Geschwindigkeitskontrollen durchgeführt worden. "Dabei wurden 3471 Fahrzeuge kontrolliert", informierte der Bürgermeister. Es seien 267 verfolgbare Geschwindigkeitsüberschreitungen registriert worden, die mit einem Bußgeld geahndet wurden. Im Verhältnis zu den gemessenen Fahrzeugen ergibt das eine Quote verfolgbarer Fälle von 7,69 Prozent.

3986 Euro Überschuss

Aus den Messungen hätte die Stadt Bußgelder in Höhe von 7850 Euro bekommen, informierte Stahl. Nach Abzug der erbrachten Dienstleistungen hätte sich daraus ein Überschuss von 3986 Euro ergeben, teilte der Bürgermeister dem Ausschuss mit.

"Wie hatten noch nie ein so hohes Ergebnis", merkte Paulus Mehler (CSU) zu den Zahlen an. Auf dessen Nachfrage ging Stahl näher auf das Messergebnis ein. Bei den 267 Überschreitungen sei es zu 263 Verwarnungen gekommen, in vier Fällen zu Anzeigen. In 181 Fällen hätten die Tempoüberschreitungen zwischen 6 und 10 Stundenkilometern gelegen. 10 bis 15 Stundenkilometer zu schnell waren 59 Autofahrer. Die weiteren Zahlen: 16 bis 20 km/h zu schnell 23 Autofahrer; 21 bis 25 km/h zu schnell 2 Autofahrer; 26 bis 30 km/h zu schnell 2 Autofahrer.

Bezogen auf die Quote stellte Peter Gold (CSU) einen kontinuierlichen Rückgang fest. "Wir waren auf dem richtigen Weg", begründete Gold den frühen Beitritt zum Zweckverband. Zu dem Zeitpunkt seien sechs Mitglieder dabei gewesen, heute würden dem Zweckverband 80 Kommunen angehören.

Wurden in den ersten Jahren bei den Messungen noch bis zu 18 Prozent mit Bußgeldern belegt, sei der Wert jetzt auf rund 7 Prozent gesunken. Bei der "verkehrspädagogischen Erziehung" hätte man Erfolge erzielt. "Es ist uns niemals um das Geld gegangen", wandte sich Gold gegen den Vorwurf der "Abzocke".

Bewährtes Konstrukt

"Das Konstrukt Zweckverband hat sich voll bewährt", zog auch Stahl eine positive Zwischenbilanz. Dabei hätte man mit den Messstellen stets sehr neuralgische Punkte im Ort herausgesucht, etwa bei Schulen oder Kindergärten.

"Der Erziehungswert stand im Vordergrund", unterstrich auch Stahl. "Der Erfolg gibt uns Recht", stellte er sich hinter die Arbeit des Zweckverbandes.

Der Erfolg gibt uns Recht.

Bürgermeister Franz Stahl zur Verkehrsüberwachung

 

 

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