22.02.2019 - 14:19 Uhr
TrabitzOberpfalz

Erstes Geklapper im Horst

Gespannt warten die Trabitzer jedes Jahr darauf, dass sich ein Storchenpaar im Horst auf dem Raiffeisen-Lagerhaus niederlässt. Der erste klappernde Zeitgenosse ist dieses Jahr auch schon da. Darüber freut sich besonders einer.

Der Trabitzer Storch wartet noch sehnsüchtig auf seinen Partner.
von Anne Spitaler Kontakt Profil

Günter Klein notiert sich jedes Mal akribisch, wann die Trabitzer Störche eingetroffen sind. Eins fällt dem LBV-Ehrenvorsitzenden der Trabitzer Ortsgruppe und Storchenkenner dabei auf: Die Vögel kamen die vergangenen Jahre eher. Mittlerweile landen die Störche meist schon Mitte Februar, Anfang März in Trabitz.

"Dieses Jahr war der Erste am 17. Februar da, 2018 am 5. März. Der Zweite kam vergangenes Jahr am 12. März nach." 2014, 2015 und 2017 waren die Vögel ebenfalls schon Mitte Februar in Trabitz, und 2016 kamen die Vögel am 1. und am 3. März an - üblich sei für eine Rückkehr aus Afrika eigentlich die Zeit zwischen März und April. "Sie fliegen zum Überwintern jedoch oft nicht mehr so weit, nicht mehr bis nach Afrika, sondern nur noch bis Spanien", weiß der 68-Jährige. Denn die Winter sind wärmer geworden und eine so weite Reise wie bis nach Afrika nicht mehr notwendig. Deshalb kommen die Tiere schon früher nach Deutschland zurück, schlussfolgert Klein.

Wenn im Frühjahr der erste Storch im Trabitzer Horst sitzt, greift Klein schnell zu Spektiv und Kamera. "Das macht mir Spaß", erzählt er. "Der Storch liegt mir sehr am Herzen. Ich befasse mich schon lange damit."

Klein erinnert sich noch gut daran, als 1982 der erste Storch in Trabitz landete. Er baute ein Nest auf dem Kamin des Lagerhauses. Allerdings wurde der Kamin noch gebraucht. Stimmen wurden laut, dass der Storch vertrieben werden sollte. Das wollte Klein nicht zulassen und verständigte einen befreundeten Storchenexperten aus Weiden. "Wir machen da was, bauen dort einen Horst", habe dieser versprochen. Gesagt, getan. Auf dem Trabitzer Lagerhaus thront nun ein Storchenhorst, zunächst aus Holz, heute aus Edelstahl. Und die Trabitzer sind stolz darauf. "Die Leute rufen an und sagen: ,Der Storch ist da'. Das gefällt mir", erzählt Klein.

Ob es sich bei dem Storch von 2019 um ein Männchen oder ein Weibchen handelt, kann der 68-Jährige noch nicht sagen. Dafür sei es zu früh. "Er ist nicht beringt. Sonst könnte man noch mehr über ihn erzählen, aber vielleicht ist der andere beringt", sagt er gespannt. Jeden Abend gegen halb sechs schaut Klein nach, ob der erste Storch noch da ist und sich vielleicht auch schon ein zweiter blicken lässt. Lange dauern kann es schließlich nicht mehr.

Günter Klein.
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