10.08.2020 - 17:04 Uhr
TrausnitzOberpfalz

Blaualgenbefall im Trausnitzer Stausee

Mitten in der großen Hitzewelle wird das Baden im Trausnitzer Stausee zur Gefahr. Ein verstärkter Blaualgenbefall bildet ein starkes Gesundheitsrisiko. Die Badefreude wird durch Warnmeldungen verdorben.

von Richard BraunProfil

In Zeiten, in denen viele Freibäder nur mit geringer Belegung den Badebetrieb wieder aufgenommen haben, sind Flüsse und Seen gesuchte Orte zum Baden geworden. Zu ihnen gehört auch der Trausnitzer Stausee. Badegäste aus der näheren und weiteren Umgebung schätzen die ruhige Lage und das erfrischende Bad im Stausee. Doch seit Tagen schimmert die Oberfläche des beliebten Badesees in allen möglichen grünen Schattierungen. Grüne Schlieren einige Zentimeter unter der Wasseroberfläche laden nicht gerade zum Baden ein. Ein sicheres Zeichen für einen verstärkten Blaualgenbefall.

Von Übelkeit bis Atemnot

Blaualgen sind Bakterien, die sich überall um Wasser befinden und bei normaler Konzentration ungefährlich sind. Zum Problem können sie aber werden, wenn sie sich stark vermehren. Bei Menschen kann das zu Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Hautreizungen und Atemnot führen. In Seen mit auffälligen Algenwachstum sollte daher nicht gebadet werden. Insbesondere bei kleinen Kindern sollte man kein Risiko eingehen. Der Trausnitzer Stausee gehört nicht zu den offiziellen EU-Badegewässer und daher wird auch die Wasserqualität nicht regelmäßig überprüft. Der Algenbefall ist aber so offensichtlich, dass sich Bürgermeister Martin Schwandner genötigt sah, unmittelbar darauf zu reagieren. Mit Hinweisschildern am Badeplatz wird auf die Gefahr hingewiesen und der gesamte Badeplatz mit Absperrbändern geschlossen. Ein Baden ist nur noch auf „eigenen Gefahr“ möglich.

Revision im Kraftwerk als Ursache

Doch wie kam es zu diesem ungewöhnlich großen Blaualgenbefall. Dazu kann die Leiterin der Kraftwerksgruppe Reisach, Jasmin Rainer, einige Hinweise geben. Seit Mai diesen Jahres wird im Kraftwerk eine Revision durchgeführt, dadurch kam der Pumpbetrieb völlig zum Erliegen. Durch die hohe Sonneneinstrahlung hat sich der Stausee ungewöhnlich stark erwärmt, was zu dieser explosionsartigen Blaualgenblüte führte. Noch in dieser Woche soll probeweise der Pumpbetrieb wieder aufgenommen werden, allerdings nur in beschränktem Umfang. Erst am 11. September wird die Revision abgeschlossen sein und das Kraftwerk wieder voll ans Netz gehen. Ein Versuch der Wasserwacht Amberg-Sulzbach, mit Motorbooten die Wasseroberfläche mit Sauerstoff anzureichern und die Blaualgen zu dezimieren, brachte keinen Erfolg. So wird nach aller Voraussicht die Badesaison für dieses Jahr beendet sein. Leidtragender ist auch der Betreiber des Campingplatzes. Die ersten Camper haben bereits ihre Zelte abgebaut.

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