14.05.2019 - 18:04 Uhr

Trump verkalkuliert sich und reißt andere mit

Die USA eskalieren den Konflikt mit der politischen Führung im Iran. Allerdings spricht wenig dafür, dass es zum gewünschten Ziel führt. Ein Kommentar von Alexander Pausch.

Kommentar von Alexander Pausch
Ein amerikanischer Bomber B-52H Stratofortress wird von einer Boeing KC-135 Stratotanker (nicht im Bild) der US-Luftwaffe betankt. Bild: Senior Airman Keifer Bowes/U.S. Air Force/AP/dpa
Ein amerikanischer Bomber B-52H Stratofortress wird von einer Boeing KC-135 Stratotanker (nicht im Bild) der US-Luftwaffe betankt.

Für gewöhnlich lernen Buben und Mädchen in jungen Jahren: Wer auf einen Baum klettert, muss auch wieder herunter finden. Doch die Lehre aus den übermütigen Spielen der Jugend vergessen manche im Erwachsenenalter wieder. So kommt es, dass Politiker Aktionen starten, ohne das Ende zu bedenken. Dabei hilft es nicht, dass der eine oder andere durchaus die lautere Absicht hat, dem Recht zur Geltung zu verhelfen.

Derzeit erhöht die US-Regierung den Druck auf die Führung im Iran. Etliche Gründe, die sie für ihren Kurs ins Feld führt, sind berechtigt. Ohne Zweifel spielen die iranischen Revolutionsgarden im Nahen Osten eine destruktive Rolle. Auch die iranische Raketenrüstung passt nicht zur Aussage der Führung in Teheran, nicht nach Massenvernichtungswaffen zu streben. Denn diese Raketen sind nur militärisch sinnvoll, wenn sie mit entsprechenden Sprengköpfen bestückt sind.

Bis vor einem Jahr garantierte das Atomabkommen, dass Iran nicht in den Besitz von Atomwaffen gelangen kann. Doch die USA haben es gekündigt. Die Ausweitung der US-Sanktionen verschärft die Situation, weil sie das Ziel eines Regimewechsels in sich trägt. Zum einen lehrt die Geschichte, dass sich die Iraner bei Druck von außen hinter der Führung versammeln. Zum anderen liefert diese Strategie jenen im Iran Argumente, die Atomwaffen wollen.

Doch wie will US-Präsident Donald Trump reagieren, sollte Iran tatsächlich beginnen, hochangereichertes Uran herzustellen? Schickt er dann Bomber oder erklärt er seine Strategie für gescheitert - und das im einsetzenden amerikanischen Präsidentenwahlkampf?

 
Kommentare

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Dr. Jürgen Spielhofen

Israel kann sich erst dann auf Verhandlungen einlassen, wenn sich auf der Gegenseite ein von allen anerkannter Gesprächspartner findet, der die Einhaltung eventueller Verträge nicht nur kurzfristig durchsetzen, sondern auch langfristig garantieren kann. Hier ist Realismus angesagt - nicht Besserwisserei!

21.05.2019
A. Schmigoner

Wer hat gesagt, Israel soll seine Waffen niederlegen? Weltweit wird die Siedlungspolitik Israels in der Westbank als Haupthindernis für den Frieden gesehen. Die radikal-nationalistischen und die religiös-fundamentalistischen Parteien haben kein Interesse an einer friedlichen Lösung. Solange das so bleibt, so lange wird es keinen Frieden geben. Der Kriegsheld Rabin hat das erkannt und wollte einen Ausgleich mit den Palästinensern. Er wurde selbst von rechten Extremisten ermordet.

20.05.2019
Dr. Jürgen Spielhofen

Um die Politik Israels (beinahe vollständig!) zu verstehen bedarf es eigentlich nur zweier Zitate von Golda Meir:

“Die Moslems können kämpfen und verlieren, und dann wiederkommen und erneut kämpfen. Aber Israel kann nur einmal verlieren.“

Wenn die Palästinenser/Araber die Waffen niederlegen würden, wäre Frieden. Wenn die Israelis dies täten, gäbe es morgen kein Israel mehr.

17.05.2019
A. Schmigoner

"Ohne Zweifel spielen die iranischen Revolutionsgarden im Nahen Osten eine destruktive Rolle." Welche Rolle spielt Israel im Nahen Osten, mit seiner Siedlungspolitik in Palästinensergebieten? Israel blockiert seit Jahrzehnten die Zweistaatenlösung und versucht ebenso lang, den Westen zu einem Krieg gegen den Iran zu bewegen. Welche Rolle spielte der Krieg der USA gegen den Irak und Syrien, welcher die Machtbalance in der Region zerstört hat. Welche Rolle spielen die westlichen Waffenlieferungen an den Schurkenstaat Saudi-Arabien, der Menschenrechte mit Füßen tritt und eine Vormachtstellung in der Region beansprucht. "Auch die iranische Raketenrüstung passt nicht zur Aussage der Führung in Teheran, nicht nach Massenvernichtungswaffen zu streben. Denn diese Raketen sind nur militärisch sinnvoll, wenn sie mit entsprechenden Sprengköpfen bestückt sind." Die Raketen können auch mit konventionellen Sprengköpfen ausgerüstet werden.

20.05.2019
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