10.10.2019 - 10:14 Uhr
Oberpfalz

Überblick behalten

Arbeitnehmer sollten früh beginnen, sich mit der Rente zu beschäftigen

Eine wichtige Info für alle Arbeitnehmer: „Die Rente ist ausschließlich von den eingezahlten Beiträgen abhängig“, betont Peter Hofmann, Regionssekretär Oberpfalz.
von Stefan Puhane Kontakt Profil

Was kann man im Laufe des Arbeitsleben tun, um im Ruhestand kein blaues Wunder erleben zu müssen? "Dauerhaft lernen", meint der Regionssekretär Oberpfalz, Peter Hofmann. Soll heißen: Durch stetige Fort- und Weiterbildung versuchen, das Einkommen zu steigern - und damit später auch die Rentenbezüge. Denn - und das ist die wichtigste Info: "Die Rente ist ausschließlich von den eingezahlten Beiträgen abhängig."

Der Experte des Deutschen Gewerkschaftsbundes in Weiden gibt Tipps, womit das Wohl und Wehe im Ruhestand nicht aus dem Blickfeld verschwindet.Arbeitnehmer im Alter 20 bis 30 Jahren:Sie sollten sich das Drei-Säulen-Modell vornehmen, rät Hofmann. Eine wichtige Frage dabei: "Bietet mein Arbeitgeber eine betriebliche Altersvorsorge an?" Wenn nicht, sollte die private Vorsorge aufgestockt werden, beispielsweise durch eine Immobilie. Der Experte: "Bereits hier kann durch Vorsorge ein vernünftiger Grundstock geschaffen werden."

Jeder Arbeitnehmer sollte zwischen seinem 35. und 40. Lebensjahr bei der Deutschen Rentenversicherung einen ersten Antrag auf Kontenklärung stellen, so der DGB-Mitarbeiter. Grund: Häufig fehlten im Versicherungsverlauf wichtige Daten wie etwa Ausbildungszeit, Kindererziehungszeiten, allgemeine Fehlzeiten (zum Beispiel Reha, Umschulung, Arbeitslosengeld).

Einrichtungen wie Agentur für Arbeit, IHK, Jobcenter, Krankenkasse und Handwerkskammer sowie auch frühere Arbeitgeber und Krankenversicherung seien verpflichtet, Unterlagen zehn Jahre lang aufzuheben. "Danach wird's schwierig, da ranzukommen", weiß Hofmann.

Ein weiterer Grund, warum die erste Kontenklärung wichtig ist: Sollte vorzeitig ein Rentenantrag gestellt werden - etwa für eine Erwerbsminderungsrente - ist dafür ein lückenloser Beschäftigungs-Nachweis vom ersten Arbeitstag an notwendig, von wann bis wann man bei welchem Arbeitgeber beschäftigt war.

"So um die 60 Jahre rum" sei Kontenklärung Nummer zwei ratsam, weiß Peter Hofmann. Hier müsse erneut geklärt werden, ob offene Zeiten im Versicherungsverlauf vorhanden sind.

Dabei erfährt man nach Aussage des DGB-Experten überdies, wann der genaue Rentenbeginn festgelegt ist. Der Start in den letzten Lebensabschnitt hänge von mehreren Faktoren ab: "Geburtsjahrgang, Länge der Arbeitszeit, wann kann oder will ich mir das Ganze leisten."

Wer im Laufe seines Arbeitslebens diese Ratschläge nicht beherzigt oder sich um keine Kontenklärung gekümmert hat, muss allerdings nicht in Panik verfallen. Laut Hofmann kann dies alles noch geändert und ergänzt werden, "solange die erste Rente noch nicht auf dem Konto ist".

Der letzte Schritt vor dem Ruhestand: Ein halbes Jahr vor Rentenbeginn könne man, drei Monate vorher sollte man den Rentenantrag stellen. (puh)

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