Dunkel ist es im Landkreis Amberg-Sulzbach am Donnerstag, 10. Juni, nicht geworden, aber für Aufsehen hat die circa zweistündige partielle Sonnenfinsternis doch gesorgt. Von der Sternwarte Ursensollen aus beobachteten Professor Matthias Mändl, der Vorsitzende des Vereins Sternfreunde Amberg-Ursensollen, und sein Kollege Norbert Reuschl das seltene Schauspiel im Weltall mit Hilfe eines 6000 Euro teuren Sonnenteleskop.
Die spektakulären Bilder wurden per Livestream auf YouTube ins Internet übertragen, so dass mehrere Hundert Zuschauer beobachten konnten, wie sich der Mond (450 000 Kilometer entfernt) teilweise vor die Sonne (150 Millionen Kilometer entfernt) schob. Den größten Bedeckungsgrad konnten aufmerksame Beobachter gegen 12.30 Uhr erkennen. „Von Ursensollen aus war die Sonne zu neun Prozent bedeckt“, gibt Mändl bekannt. Mit dem neuen Spezialteleskop konnte der Physiker die Sonnenoberfläche als auch gleichzeitig ihre Ränder beobachten und Protuberanzen erkennen. „Das sind Auswürfe aus der Sonnenoberfläche aus Gas, ähnlich eines Vulkanausbruchs. Dadurch entstehen Sonnenwinde die über das All auch auf die Erde treffen und im Bereich der Pole Nordlichter erzeugen“, erklärt der Professor. Zwei Mal waren auch Sonnenflecken zu sehen. Weil direkt an das Teleskop eine Kamera montiert wurde, konnten Zuschauer über das Internet live die partielle Finsternis mitverfolgen und Matthias Mändl Fragen stellen.
Zu einer ungeplanten Unterbrechung der Teleskop-Show, die vom Dach der Sternwarte aus und unter freiem Himmel übertragen wurde, kam es jedoch durch einen unerwarteten Regenschauer. „Wir mussten das Rolldach auf unserer Sternwarte kurz schließen. Wasser ist tödlich für die teuren Teleskope“, sagt Mändl. Nach nur 20 Minuten konnte das Weltall-Kino aber fortgesetzt werden.
















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