28.06.2019 - 16:27 Uhr
UrsensollenOberpfalz

Ursensollen: Zwei Tage für biologische Vielfalt

Ursensollen ist als Wirtschaftsstandort bekannt. Die Gemeinde legt aber auch großen Wert auf den Umweltschutz. Im Juli stehen zwei Tage im Zeichen der biologischen Vielfalt.

Sie veranstalten die Tage der biologischen Vielfalt in Ursensollen (von links nach rechts): Norbert Schäffer, Vorsitzender des LBV, Landschaftsarchitekt Christopher Trepesch, Nina Forster von der Gemeinde Ursensollen, Isabel Lautenschlager, Geschäftsführerin des Naturpark Hirschwald sowie Bürgermeister Franz Mädler, Bernhard Moos, Kreisgruppenvorsitzender des LBV Amberg-Sulzbach, und Naturpark-Ranger Christian Rudolf.
von Wolfgang Ruppert Kontakt Profil

Ursensollen ist seit einem Jahr eine von bayernweit zehn Gemeinden, die Teil des Modellprojekts für biologische Vielfalt sind. "Wir achten sehr auf Klimaschutz und Biodiversität", sagt Bürgermeister Franz Mädler. Am Freitag, 19. Juli, und Sonntag, 21. Juli, finden die "Tage der biologischen Vielfalt" statt. Ziel ist es, Vertreter von Nachbargemeinden sowie einzelne Personen dabei zu beraten, welche Natur- und Klimaschutzmaßnahmen vor Ort und vor der eigenen Haustür sinnvoll und umsetzbar sind.

Zudem bieten die Veranstalter Exkursionen und Besichtigungen in der Region an. Bei dem Projekt mit im Boot sind der Verein für den Naturpark Hirschwald und der Landesbund für Vogelschutz (LBV) Bayern. "Wir laden Fachleute ein, die Vorträge zu verschiedenen Themen halten. Die Leute sollen darüber informiert werden, was sie für die Natur tun können", sagt Mädler.

ernhard Moos, Kreisgruppenvorsitzender des LBV in Amberg-Sulzbach, fügt hinzu: "Es gibt gefühlt 10 000 Sachen, die ich zu Hause selber machen kann. Genauso viel kann ich aber dabei auch falsch machen. Damit die Menschen nicht die Lust daran verlieren, weil etwas nicht so klappt, wie sie es wollen, zeigen wir ihnen, wie sie es richtig machen können." Ziel sei es, ein abstraktes Thema so darzustellen, dass es für den einzelnen ansprechend und verständlich wird.

Mit der Veranstaltung wollen die Initiatoren ein Umdenken bewirken. Dazu sagt Norbert Schäffer, der Vorsitzende Landesbunds für Vogelschutz: "Wir müssen an unserer Vorstellung von Ästhetik arbeiten." Die Einstellung solle sich dahingehend ändern, dass es für Menschen zur Normalität wird, in einem Kreisverkehr eine Blühfläche anstelle von Tulpen aus dem Treibhaus zu sehn.

Lesen Sie hier: Gemeinde Ursensollen wird Teil des Modellprojekts für biologische Vielfalt

Vom Fachmann lernen

Der Bürgermeister erklärt: "Im Moment kommt es schon noch manchmal vor, dass wer bei uns anruft und fragt, warum wir den einen oder anderen Blühstreifen am Straßenrand nicht mähen." Die bevorstehende Veranstaltung sei Ideal, um auf solche Fragen einzugehen und das Umwelt-Konzept der Gemeinde prominenter zu machen.

Mädler ist überzeugt: "Die Zusammenarbeit mit den einzelnen Bauhöfen ist entscheidend." Diese brächten den Naturschutz aus der Theorie in die Praxis. "An der Stelle beginnt Biodiversität." Die Veranstaltung leistet laut Isabel Lautenschlager, Geschäftsführerin des Naturparks Hirschwald, fundamentale Bildungsarbeit im Umgang mit der Natur. "Ich hoffe, dass wir durch die ,Tage der biologischen Vielfalt' noch mehr Hirschwald-Gemeinden von dem Projekt überzeugen können."

Umweltkonzept darstellen

Info:

Das ist geboten

Das gesamte Programm für die Tage für biologische Vielfalt in Ursensollen am Freitag, 19. Juli, im Kubus und die Exkursionen am Sonntag, 21. Juli:

  • Freitag, 10.15 Uhr: Nach den Grußworten des Bürgermeisters geht es am Freitagvormittag um10.15 Uhr im Kubus los mit einem Vortrag des Vorsitzenden des LBV, Norbert Schäffer. Thema ist „Biologische Vielfalt gemeinsam erhalten.“
  • Freitag, 11.15 Uhr: Balduin Schönberger vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten spricht über den „Biotopverbund in unserer Kulturlandschaft, Trittsteine um den Hirschwald“.
  • Freitag, 12.45 Uhr: Florian Lang stellt das Projekt „Marktplatz der biologischen Vielfalt“ am Beispiel des Markt Tännesberg vor, Bayerns erster Biodiversitätsgemeinde.
  • Freitag, 13.30 Uhr: An verschiedenen Ständen können sich Vertreter von Gemeinden konkret in Umweltfragen beraten lassen.
  • Freitag, 20 Uhr: Am Abend dreht sich alles um das Thema Insektensterben. Bernhard Moos vom Amberg-Sulzbacher LBV referiert über die Ursachen und darüber, was Privatperson dagegen unternehmen können.
  • Sonntag, 9 Uhr: Der Tag beginnt mit einem Gottesdienst in der St. Vitus Kirche. Um 11 spielen die Jagdhornbläser am Marktplatz. Für Besucher gibt es Informationsstände zu Natur- und Artenschutz und regionalen, naturschonenden Produkten.
  • Sonntag, 13 Uhr: Vom Parkplatz der Mittelschule bringt ein Bus die Teilnehmer zum Artenschutzturm in Hohenkemnath. Thilo Wiesenth leitet die Führung.
  • Sonntag, 14.30 Uhr: Wieder vom Schulparkplatz aus führt der Bus zur Besichtigung auf den Michlbauer-Hof in Stockau.
  • Sonntag, 14.30 Uhr: Landschaftsarchitekt Christopher Trepesch zeigt um 14.30 Uhr die schönsten Gärten der Gemeinde.
  • Sonntag, 16 Uhr: Vom Schulparkplatz ausführt der Bus zum Fledermauskeller.
  • Sonntag, 17 Uhr: Zum Abschluss bietet Bernhard Moos vom Amberg-Sulzbacher LBV eine Führung durch den Wald an.
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