09.12.2019 - 12:01 Uhr
VilseckOberpfalz

Bahn-Stellwerk in Vilseck wird versteigert

Die Bahn lässt am Samstag, 14. Dezember, in Berlin das ehemalige Vilsecker Stellwerk versteigern. Wer mitbieten will, muss dazu aber nicht extra in die Hauptstadt reisen.

Das Stellwerk in Vilseck: Die Bahn verkauft diese Immobilie, sie wird am Samstag, 14. Dezember, in Berlin versteigert. Das Mindestgebot sind 5000 Euro.

Offerten werden auch telefonisch angenommen. Bedingung: Man muss sich bis Dienstag, 10. Dezember, schriftlich anmelden. Die Deutsche Bahn trennt sich in der Region weiter von Gebäuden, die sie offenbar nicht mehr benötigt. Am 14. Dezember kommt das ehemalige Vilsecker Stellwerk unter den Hammer. Das Mindestgebot für das Gebäude und ein rund 280 Quadratmeter großes Grundstück liegt bei 5000 Euro.

Im Lauf des vergangenen Jahres waren bereits der leerstehende Bahnhof in Vilseck (39 000 Euro), eine danebenliegende Ladestraße (29 500 Euro) sowie das frühere Empfangsgebäude in Forsthof (42 000 Euro) versteigert worden.

Die Versteigerung des Vilsecker Bahnhofs

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Die Versteigerung des Bahnhofs Großalbershof

Sulzbach-Rosenberg

Nun wird das Stellwerk bei einer Auktion der Karhausen AG angeboten. Mit dem leitenden Auktionator und Vorstand Matthias Knake (43) sprach unser Mitarbeiter Ingmar Höfgen.

Matthias Knake.

ONETZ: Das frühere Bahn-Stellwerk liegt nahe dem Kreuzungspunkt von Bahnlinie und der Staatsstraße 2166. Was könnte ein Käufer mit dieser Immobilie machen?

Matthias Knake: Das ist so eine klassische Bahn-Immobilie, ein Spezialobjekt, an das man mit kreativen Ideen herangehen muss. Vielleicht kann man da als Künstler etwas machen, oder eine kleine Ausstellung mit Bahnutensilien. Und wenn man Glück hat, kriegt man auch eine Wohnnutzung genehmigt, aber das muss man erst beantragen und sich mit den Behörden abstimmen.

ONETZ: Fotos vom Inneren des Gebäudes zeigen ein weitgehend erhaltenes Stellwerk. Wird diese alte Technik mitversteigert?

Matthias Knake: Die Bahntechnik wird hier mitversteigert. Es wäre aber trotzdem vom Käufer mit der Bahn zu klären, inwieweit die Technik ausgebaut werden kann. Nach unserer Kenntnis ist das Stellwerk nicht mehr in Betrieb und steht auch nicht unter Denkmalschutz, wie wir es auch schon hatten. Insofern denke ich, dass es der Käufer letztlich ausräumen kann.

ONETZ: Muss man persönlich in Berlin anwesend sein, um mitbieten zu können?

Matthias Knake: Es gibt bei unserer Auktion immer drei Möglichkeiten. Eine ist, nach Berlin zu kommen und das Adventswochenende am Gendarmenmarkt zu verbringen. Der bekannte Weihnachtsmarkt ist vom Auktionssaal etwa vier Minuten Fußweg entfernt, das kann man gut verbinden. Wer sich das nicht so kurzfristig einrichten kann, der kann natürlich telefonisch mitbieten und muss sich dafür vorher schriftlich anmelden. Mitbieten kann man auch durch einen schriftlichen Bietungsauftrag, das müsste hier auch zeitnah erfolgen.

ONETZ: Wie wird der Verkauf abgeschlossen - muss man sofort den kompletten Preis bezahlen?

Matthias Knake: Der Bieter, der persönlich anwesend ist, muss zehn Prozent Bietungssicherheit, mindestens 2000 Euro, hinterlegen, plus die Courtage und einen Vorschuss für den Notar. Der Rest muss binnen sechs Wochen an die Deutsche Bahn überwiesen werden. Der Telefonbieter muss seine Kreditwürdigkeit nachweisen, um sich von der Bietungssicherheit befreien zu lassen. Er bekommt dann zunächst eine Rechnung über die Courtage und hat sechs Wochen Zeit für den Kaufpreis.

ONETZ: Es bleibt also nicht bei Kaufpreis, Notarkosten und später auch noch Grunderwerbssteuer, sondern es muss auch eine Courtage gezahlt werden?

Matthias Knake: Genau. Bei 5000 Euro, dem Mindestgebot für das Stellwerk, sind es 17,85 Prozent auf den Kaufpreis. Wird über 10000 Euro gesteigert, fallen 11,9 Prozent Courtage an.

ONETZ: Vor einigen Tagen hat das Auktionshaus eine Besichtigung in Vilseck organisiert. Wie war die Resonanz?

Matthias Knake: Es waren einige Interessenten anwesend. Manche sind neugierig und schauen es sich nur an, andere kommen mit einer konkreten Idee und prüfen vor Ort, ob sie diese dort umsetzen könnten.

ONETZ: Gibt es schon verbindliche Gebote?

Matthias Knake: Bis jetzt noch nicht. Aber viele geben ihr Gebot erst kurz vor der Auktion ab.

ONETZ: Was passiert, wenn sich kein Käufer findet?

Matthias Knake: Das ist bei den Bahn-Objekten sehr, sehr selten. Wir hatten bei den Bahn-Objekten annähernd 100 Prozent Erfolgsquote in den vergangenen Jahren. Sollte mal ein Objekt nicht verkauft werden, geht es in den Nachverkauf und kann dann in den folgenden zwei Monaten noch erworben werden.

Im Blickpunkt:

Die Versteigerung des Vilsecker Stellwerks beginnt am Samstag, 14. Dezember, um 11 Uhr im Auditorium an der Friedrichstraße 180 in Berlin (Hertie School of Governance). Weitere Informationen unter www.karhausen-ag.de. Für telefonische Bieter wurde eine schriftliche Melde-Frist von einer Woche festgelegt, damit die Unterlagen geprüft und bearbeitet werden können. Dienstag, 10. Dezember, ist hier der Stichtag.

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