12.03.2019 - 16:01 Uhr
VilseckOberpfalz

Pferdeherpes: Vorsorglich impfen

Die Aufregung war groß, als bekannt wurde, dass in einem Reitstall in Vilseck Pferdeherpes ausgebrochen ist. Inzwischen steht fest: Die Geschichte ist glimpflich ausgegangen. Tierarzt Tobias Guggenmos hat aber einen Rat für Pferdebesitzer.

Eine Tierärztin untersucht ein Pferd (Symbolbild). Nachdem das Equine Herpesvirus bei Pferden in Vilseck ausgebrochen war, haben die Gegenmaßnahmen inzwischen gegriffen. In zwei Wochen kann die Quarantäne wohl wieder aufgehoben werden.
von Wolfgang Ruppert Kontakt Profil

Das Virus, das in einem Trakt eines Reitstalls in Vilseck ausgebrochen war, habe sich nicht weiter ausgebreitet, berichtet der Vilsecker Tierarzt Tobias Guggenmos auf Nachfrage der Redaktion. Alle erkrankten Tieren befänden sich mittlerweile auf dem Weg der Besserung. Es seien auch keine Neuerkrankungen mehr aufgetreten. Wenn alles so weiter gehe, könne die Quarantäne in rund 14 Tagen vollständig aufgehoben werden, sagt der Veterinär. Nach wie vor unbekannt ist die Zahl der Pferde, die aufgrund des Virus' eingegangen sind.

Glimpflich verlaufen

Um eine Seuche habe es sich dabei nicht gehandelt, erklärt Christine Hollederer, die Pressesprecherin des Landratsamts. Das Auftreten des Pferdeherpes war deshalb auch kein Fall für das Veterinäramt. Dass alles verhältnismäßig glimpflich ausgegangen ist, sei nicht selbstverständlich, sagt der Tierarzt. "Die letzten 14 Tage waren wirklich hart für uns", erklärt er am Telefon. "So ein Equine-Herpes-Ausbruch ist nicht nur eine enorme Belastung für die Pferde, sondern auch für die Besitzer und die behandelnden Tierärzte." Es sei nicht klar gewesen, was auf die Ärzte, die Stall- und Tierbesitzer zukommen würde: "Wir wussten eigentlich nie, ob sich der Zustand der Tiere verbessert oder verschlechtert hat, ob es neue Infektionen gibt", sagt Guggenmos. Es handle sich um eine sehr tückische Krankheit, an der Tiere binnen 48 Stunden eingehen können. In Vilseck habe sich die Lage inzwischen allerdings wieder entspannt.

Guggenmos betont: "Dass es zu keiner Ausbreitung gekommen ist, zeigt, dass die Maßnahmen, die wir ergriffen haben, voll gegriffen haben." Der betroffene Stalltrakt wurde isoliert. "Das hat nur funktioniert, weil alle so gut zusammengearbeitet haben, das Versorgungspersonal, die Stallbesitzer, die Tierärzte und nicht zuletzt die Tierbesitzer."

Die Vorgeschichte zum Nachlesen

Vilseck

Impfung unumgänglich

Eines liegt Tierarzt Tobias Guggenmos jedoch besonders am Herzen: "Wenn so eine Krankheit auftritt, dann versuchen wir natürlich, das Schlimmste zu verhindern. Allerdings ist Vorbeugung besser als Heilen." Laut Guggenmos ist die einzige Möglichkeit, einen solchen Ausbruch zu verhindern, die Pferdebestände flächendeckend zu impfen.

Dasselbe gelte im Fall der sogenannten Pferde-Influenza. "Es ist wichtig, dass alle Pferde, die impffähig sind, auch tatsächlich geimpft werden. Nur so lassen sich solche Krankheiten wirksam bekämpfen. In der Regel sollten um die 70 Prozent des Pferdebestandes geimpft sein", erklärt der Tierarzt und fügt hinzu: "Uns geht es in erster Linie darum, die Tiere gesund zu erhalten."

Hintergrund:

Das Equine Herpesvirus

Das Equine Herpesvirus wird als Tröpfcheninfektion übertragen. Es verursacht eine Infektion der oberen Atmenwege. Die Erreger verbreiten sich über die Nasenschleimhaut des Pferdes.

Schnauben oder husten bereits infizierte Tiere, gelangen die Viren über Tröpfchen in die Umgebung. So kann es sein, dass sich andere Pferde anstecken.

Tiere, bei denen die Erkrankung voll ausgebrochen ist, können bereits nach 48 Stunden sterben, da das Virus mit neurologischen Symptomen einhergehen kann. Lähmungen der Hinterbeine können die Folge sein.

Tritt das Equine Herpesvirus auf, muss der gesamte Stall unter Quarantäne gestellt werden, es darf dort keine Neuzugänge geben.

Einzelne Pferde dürfen den Bestand nur zu Isolationszwecken verlassen und müssen mindestens 500 Meter Abstand zu anderen Tieren haben.

Sind nach vier Wochen keine neuen neurologischen Symptome oder Fieber aufgetreten, kann die Quarantäne wieder aufgehoben werden.

Einzig eine Impfung kann den Ausbruch und die Ausbreitung des Virus’ verhindern. Mindestens 70 Prozent eines Pferdebestandes sollten geimpft sein.

Reitstallbesitzer in der Region bleiben trotz des Euqinen Herpesvirus ruhig

Pressath
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