03.05.2021 - 11:02 Uhr
VilseckOberpfalz

Seiboldsricht hat einen neuen Dorfmittelpunkt

Ein Schandfleck ist beseitigt und an dessen Stelle ein neuer schmucker Dorfmittelpunkt entstanden. Viel Lob zollt der Vilsecker Bürgermeister Hans-Martin Schertl den Männern der Ortschaft Seiboldsricht für ihre Eigeninitiative.

Einen einst ein unansehnlichen Fleck haben (von rechts) Hubert Merkl, Andreas Merkl und Josef Kredler (links) zu einem gelungenen Dorftreff gestaltet und eine willkommene Rastmöglichkeit geschaffen. Bürgermeister Hans Martin Schertl (Zweiter von links) spendet dafür großes Lob.
von Autor CTProfil

Die Ortschaft Seiboldsricht hat nach der Umgestaltungsmaßnahme einen schönen Dorfmittelpunkt. Denn mehr als unansehnlich war das alte Waaghäuschen gewesen, das Dorfbewohner vor etwa 70 Jahren auch bereits in Eigenleistung erbaut hatten, um dort die Viehwaage des Dorfes unterzubringen. Diese hatte damals wegen Nachkriegsum- und -neubauten verschiedener Anwesen einen neuen Platz gebraucht. Die Waage wurde von den Bauern vor allem beim Verkauf von Schlachtvieh genutzt. Durch modernere und einfachere Wiegeverfahren wurde sie im Laufe der Zeit überflüssig und war in den vergangenen Jahrzehnten nicht oder kaum mehr in Gebrauch. So verfiel das Häuschen mit der Zeit. Bei einem heftigen Sturm im August 2017 durch es herabstürzende Äste zudem stark beschädigt und bot nach der notdürftigen Reparatur einen ziemlich jämmerlichen Anblick.

Eigentlich war geplant, anstelle des Waaghäuschens ein neues Gebäude zu errichten. Die Stadt Vilseck, seit der Gebietsreform 1971 eigentlicher Besitzer des Gebäudes und des Geländes drum herum, hatte sich bereit erklärt, die Materialkosten zu übernehmen. Nachdem aber die Stadt eine nagelneue Sitzgruppe für Seiboldsricht angeschafft hatte, änderte man den Plan.

Hubert Merkl und sein Sohn Andreas rissen das verfallene Häuschen ab und bauten die Waage aus, um einen angemessen Platz für die Sitzgruppe zu schaffen. Zusammen mit Josef Kredler schufen sie in zahlreichen Arbeitsstunden am und um den Standplatz der Waage ein ordentliches Fundament, verlegten darauf ein Pflaster und säten das Umfeld neu an. Somit fanden der robuste Tisch und die beiden Bänke einen geeigneten Platz im Schatten einer riesigen Eiche sowie zwischen Holunderstrauch und Apfelbaum und laden nun zum Verweilen und Rasten ein. An das Waaghäuschen erinnert noch ein neben der Sitzgruppe aufgestellter Gedenkstein aus dem alten Fundament der Waage.

Bürgermeister Hans-Martin Schertl zeigte sich, als er das vollendete Werk besichtigte, sehr angetan von der fachmännischen Arbeit und bezeichnete den Platz als "neuen Dorfmittelpunkt, der zum gemütlichen Treffen und Gespräch einlädt". Zudem biete die Sitzgruppe eine Rastmöglichkeit für Wanderer und Radfahrer, die den direkt vorbeiführenden Radwanderweg 12 des Landkreises gerade in dieser Zeit rege nutzen. Als vorbildlich hob er den Idealismus und Gemeinsinn der "Riada Macher" hervor, den die Stadt Vilseck durch die Übernahme der Materialkosten gern unterstütze. Er dankte den Idealisten im Namen der Allgemeinheit und stellte der Dorfgemeinschaft eine offizielle Eröffnung des neuen Dorftreffs in Aussicht – mit einer zünftigen Brotzeit, wenn dies nach Überwindung der Corona-Pandemie wieder möglich sei.

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Stark mitgenommen von einem Sturm im August 2017 präsentierte sich das alte Seiboldsrichter Waaghäuschen, das zunächst nur notdürftig repariert worden war.

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