09.06.2020 - 10:34 Uhr
VohenstraußOberpfalz

Ausbau der Ortsdurchfahrt Böhmischbruck wird konkret

Landkreis und Stadt haben die gemeinsame Maßnahme vereinbart. Darüber erhielten die Stadträte in der jüngsten Sitzung viele Informationen.

Die Ortsdurchfahrt von Böhmischbruck zählt weit und breit zu den Kreisstraßen im schlechtesten Zustand. Ein gemeinsamer Ausbau im kommenden Jahr ist nun beschlossene Sache zwischen Landkreis und Stadt.
von Josef ForsterProfil

Betroffen ist nicht nur die Brücke, die dem Ort einst den Namen verlieh, sondern auch zwei Kreisstraßen. Bereits im Herbst hatte es für das Gremium zum Entwurf des Staatlichen Bauamts Amberg-Sulzbach ausführliche Informationen gegeben. Die damaligen Stadträte erklärten dem gemeinsamen Werk für die im Aufgabenbereich der Stadt liegenden Bereiche das Einverständnis. Zugleich wurde beschlossen, die erforderlichen Finanzmittel im kommunalen Haushalt einzustellen.

Der Maßnahme soll nicht nur eine Verbesserung der Einmündung der Straße aus Richtung Tännesberg mit sich bringen, geplant ist auch die Anlage einer barrierefreien Bushaltestelle und einer Parkbucht, sowie die Erneuerung der Verrohrung des Bärnwinkelbachs. Für den Gehweg werde die Errichtung einer Stützmauer notwendig. Nicht fehlen dürfe das Anlegen von Ausgleichs- und Ersatzflächen zur naturschutzrechtlichen Kompensation der gesamten Maßnahme. Instand gesetzt würde der vorhandene Mischwasserkanal an acht Stellen, was mit einem Auswechseln sämtlicher Haupt- und Hausanschluss-Schieber der vorhandenen Wasserleitung einherging.

Mit konkreten Zahlen wartete Johann Balk auf. Die voraussichtlichen Kosten ohne jegliche Förderung bezifferte der Bauamtsleiter für Wasser, Kanal, Straßenbeleuchtung und Internetkabel auf 227.000 Euro. Bei den Gehwegen liege die geschätzte Summe bei 353.000 Euro, was jedoch gefördert würde. Für die überdurchschnittliche Größe der Drainagensammler entstünden der Stadt zudem Mehrkosten von rund 70.000 Euro. Den Zuschuss des Freistaats bezifferte Balk bei zugesagten 40 Prozent auf 141.000 Euro. Diese Zahlen seien zugleich die Kostenbasis für die Aufteilung der Kostenberechnung zum Bauentwurf.

Der Bauamtsleiter bestätigte eine Prüfung des Vereinbarungsentwurfs durch das ortsansässige Ingenieurbüro Bamler. Daraufhin seien einzelne Passagen in Gesprächen mit dem Bauamt angepasst worden. Aus Sicht der Verwaltung seien die Interessen der Stadt jedoch ausreichend berücksichtigt. Zum Abschluss der Vereinbarung mit dem Landkreis und der Stadt über die Erneuerung der Pfreimdbrücke sowie den gemeinsamen Ausbau der Ortsdurchfahrt erteilten die Stadträte geschlossen und vollumfänglich die Zustimmung.

Josef Maier (CSU) wollte noch wissen, wann es losgehe. Balk sah den Baubeginn der Brücke noch in diesem Jahr. Die Ausschreibung sei durch, eine Vergabe jedoch noch nicht erfolgt. Ab Frühjahr 2021 erwartete der Bauamtsleiter den Ausbau der Kreisstraßen, was jedoch in zwei oder gar drei Abschnitten geschehen werde. Den Anliegern solle dadurch die Zufahrt zu den eigenen Anwesen möglicht gewährleistet bleiben. Den vom Staatlichen Bauamt ausgegebenen Abschluss der Maßnahme zum Jahresende 2021 versah Balk jedoch mit einem großen Fragezeichen. Zweiter Bürgermeister Uli Münchmeier kommentierte: „Das wird immerhin mit großen Einschnitten für den ganzen Verkehr einhergehen und sicher nicht einfach.“ Sämtlicher Schwerlastverkehr werde generell über Burgtreswitz umgeleitet.

Das Aufeinandertreffen der beiden Kreisstraßen soll einen komfortableren Einmündungsbereich erhalten.
Durch Grunderwerb wird ein durchgängiger Ausbau mit einer einheitlichen Straßenbreite angepeilt.
Schon seit vielen Jahren gleicht die Ortsdurchfahrt von Böhmischbruck einem richtigen Fleckerlteppich ist fühlt sich auch so beim Befahren an.

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Jahresrechnung 2018:

Ein weiteres Thema war die Feststellung der Jahresrechnung 2018. Heinrich Rewitzer (SPD), Vorsitzender des Rechnungsprüfungsausschusses, sicherte seinen Stadtratskollegen zu, dass die Ausschussmitglieder eine angemessene Zahl von Stichproben vorgenommen hätten. Dies treffe auch auf die Gebühren für die Kindertagesstätten und die Friedhöfe zu. Einzig auf eine rechnerische Prüfung sei verzichtet worden, mit einer einleuchtenden Begründung: „Ein PC macht keine Fehler.“ Als Resümee zeichnete Rewitzer eine solide Haushaltsführung und -planung.

Einzig „wenige kleine Besonderheiten“ hätten die Prüfung erbracht. Bei einzelnen Arbeiten etwa seien weder Ausschreibungen erfolgt, noch vergleichbare Angebote eingeholt worden – und somit keine Vorlagen im Stadtrat. Freilich gebe es dafür Begründungen, welche sich in der Möglichkeit einer dann großen zeitlichen Verzögerung fänden oder darin, überhaupt Handwerker und Firmen für die anfallenden Zusatzarbeiten zu finden. Allen anderen „Kleinigkeiten“ sei zudem „sofort abgeholfen“ worden, wofür Rewitzer einen besonderen Dank für die Unterstützung an Kämmerer Rainer Dötsch richtete.

Zweiter Bürgermeister Uli Münchmeier beschwichtigte mit dem Hinweis auf das Vorliegen eines zweiten oder gar dritten Angebots in den meisten Fällen. Was Rewitzer angeschnitten hätte, seien „wirklich nur Ausnahmefälle“ gewesen. Laut Dötsch sei nun sowieso die Verwaltung gefordert, den Bericht des Ausschusses aufzuarbeiten und dann dem Stadtrat vorzulegen. Das Gremium erhalte also eine Art Erwiderung vorgelegt.

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