Vohenstrauß
31.08.2021 - 12:58 Uhr

Vohenstrauß sagt Unkraut den Kampf an

Es gibt viele Möglichkeiten Unkraut zu vernichten. Die Stadt hat nun eine ganz schonende und umweltfreundliche Bekämpfungsart gefunden. Die Anschaffungskosten von 32 000 Euro haben sich bald amortisiert.

Die städtische Mitarbeiterin Sabine Dworzak probiert die Heißwasserlanze gleich einmal aus. Bild: dob
Die städtische Mitarbeiterin Sabine Dworzak probiert die Heißwasserlanze gleich einmal aus.

Trotz des Verzichts auf Glyphosat sagt die Stadt dem Unkraut den Kampf an. Ohne Glyphosat wird Unkraut mittlerweile für die Kommunen zum riesigen Problem. Im Sommer scheint aus jeder Ritze das Unkraut zu sprießen. Selbst auf dem Friedhof bildeten sich in den vergangenen Wochen viele Unkraut-Oasen. Jetzt wurden die Verantwortlichen mit einem optimalen Gerät fündig, das Unkraut zu entfernen.

Allerdings kostet das Gerät zur thermischen Unkrautvernichtung auch Geld, das den städtischen Haushalt belastet. Doch auch die Leihgebühren für derartige professionelle Geräte sind nicht ganz billig und deshalb beschloss der Stadtrat den Kauf. Der Preis amortisiere sich in wenigen Jahren, führte Bürgermeister Andreas Wutzlhofer aus. Mit der Kärcher-Heißwassermethode rücken die städtischen Mitarbeiter des Bauhofs zukünftig dem Unkraut zu Leibe. Am Montag stellte Gerhard Gruber von der Firma Landtechnik Gruber aus Vohenstrauß das neue 32 000 Euro teure Gerät den Bauhofmitarbeitern vor.

Ästhetik und Vorbeugung

Der unerwünschte Unkrautbewuchs gerade an Fußgängerwegen, Parkanlagen oder auf dem Friedhof kann nun ganz ohne Herbizide mit heißem Wasser entfernt werden und ist damit schonend zur Umwelt und Oberflächen. Unkräuter oder Wildkräuter sind im Gegensatz zu den Kultur- und Zierpflanzen, natürlich aufwachsende Pflanzen, die ohne menschliches Zutun wuchern und gedeihen. Es gibt viele Gründe, Unkräuter zu bekämpfen. „Unsere öffentlichen Bereiche sollen gepflegt und sauber aussehen, aber es sollen auch Schäden an Fahrwegen, Plätzen und Bauwerken vorgebeugt werden“, informierte Außendienstleiter Karl Frey. Unkräuter können sich rasend schnell ausbreiten, noch dazu, weil in diesem Jahr die heftigen Regenfälle für deren Wachstum sorgten. „Die gewünschte Ästhetik wird einfach durch viel Unkraut beeinträchtigt.“

Das neue Heißwassergerät ist auf allen Untergründen einsetzbar und auch für kritische oder schlecht zugängliche Bereiche geeignet. Allerdings müssen es bis zu vier Anwendungen im Jahr sein, was im Folgejahr dann aber abnimmt. Das Prinzip der thermischen Unkrautvernichtung beruht auf einer biologischen Grundregel: Die meisten Eiweiße denaturieren ab einer Temperatur von etwa 42 Grad Celsius, erklärt Gruber. Das heißt, dass sich die Eiweiße verändern, aufbrechen und ihre Funktion nicht mehr erfüllen können. Die dazu erforderliche Hitze kann durch das Heißwasser erzeugt werden und das völlig chemiefrei. Mit jeder weiteren Heißwasseranwendung wird die Pflanze geschwächt. „Unkrautvernichtung mit Heißwasser ist somit effektiv und umweltfreundlich“, freut sich auch der Bürgermeister, der die Präsentation aufmerksam verfolgte.

"Geld gut angelegt"

Der HDS-Trailer bildet das Herzstück dieser Unkrautvernichtungsart, denn darin befindet sich ein großer Wassertank, der den unabhängigen Einsatz ermöglicht. An die Unkrautlanzen können die Benutzer verschiedene Adapter anbauen, unter anderem auch ein höhenverstellbares Fahrwerk, für ermüdungsfreies Arbeiten bei einem Dauereinsatz. Natürlich braucht es Zeit, bis ein groß gewachsener Löwenzahn seinen Geist aufgibt. Aber durch jede weitere Behandlung wird er schwächer, bis er ganz verschwindet. „Das Geld ist gut angelegt“, waren sich die Teilnehmer sicher. Der Praxistest wird es vor allem auf dem gesamten Friedhofsgebiet bald zeigen. Auf vielen leeren Grabstellen wuchern zwischenzeitlich Unkräuter der verschiedensten Art. Per Hand ist dem unmöglich mehr beizukommen.

Mantel22.05.2020
Die städtische Mitarbeiterin Sabine Dworzak probiert die Heißwasserlanze gleich einmal aus, mit der zukünftig das Unkraut bekämpft wird. Bild: dob
Die städtische Mitarbeiterin Sabine Dworzak probiert die Heißwasserlanze gleich einmal aus, mit der zukünftig das Unkraut bekämpft wird.
 
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