11.01.2021 - 19:12 Uhr
VohenstraußOberpfalz

Vohenstraußer Dreifachturnhalle saniert

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Die Dreifachturnhalle in Vohenstrauß ist nach 30 Jahren komplett saniert worden. Rund 3 Millionen Euro kostet das Rundum-Paket, das mit zwei satten Förderungen abgefedert wird. Das Ergebnis kann sich sehen lassen.

Beim Rundgang durch die Halle mit Abstand, von links: der neue Hausmeister der Mittelschule, Markus Zeller. der scheidende Hausmeister Werner Fleißner, stellvertretender Bauamtsleiter Markus Wildenauer, Bürgermeister Andreas Wutzlhofer, Architekt Manfred Schwemmer und zweiter Bürgermeister Uli Münchmeier.
von Christine Walbert Kontakt Profil

Mit Spannung werden die ersten Eindrücke von der frisch sanierten Dreifachturnhalle erwartet. In den vergangenen Wochen konnte man bereits von außen erkennen, dass die Arbeiten im Innern weit fortgeschritten waren. Bei einem Rundgang mit den Verantwortlichen der Stadt und Architekt Manfred Schwemmer wird schnell deutlich, dass sich die Investition für Sportler und Besucher lohnen wird.

Der Architekt umreißt kurz, wie seine Aufgabenstellung bei diesem Projekt lautete: Energieeinsparung, Barrierefreiheit, Verbesserung der Sicherheit in der Sporthalle und im Gebäude, Verbesserung der Akustik, eine zeitgemäße Sanitärinstallation und Haus- und Elektrotechnik. Eingebunden in die Planung waren die Vereine der Großgemeinde. Sie konnten laut Bürgermeister Andreas Wutzlhofer Wünsche einbringen. Denn: Auch wenn die nun offiziell betitelte "Turnhalle Pfalzgraf-Friedrich Mittelschule" als Gebäudeteil der Bildungseinrichtung gilt, dürfen auch die Vereine nach wie vor die Sporthalle kostenlos benutzen.

Betritt man das Gebäude durch die automatische Glasschiebetüre, vergisst man schnell, dass es sich um ein 30 Jahre altes Objekt handelt. Die Veränderung ist sichtbar und spürbar. In der Winterzeit war es bislang im Eingangsbereich und in den Gängen recht kühl. Aktuell herrscht überall wohlige (Hackschnitzel-Fern-)Wärme, um den Trocknungsvorgang der letzten Malerarbeiten zu beschleunigen. Bürgermeister Andreas Wutzlhofer weist darauf hin, dass im Eingang eine Nachbesserung ansteht: "Wenn die Türe zum Beispiel bei Turnieren ständig aufgeht, herrscht enormer Durchzug. Wir planen deswegen, noch einen Windfang einzubauen."

In Neustadt/WN steht die Turnhallensanierung noch bevor

Neustadt an der Waldnaab

Ausgezeichnete Zusammenarbeit

Architekt Schwemmer stimmt dem sofort zu. In den vergangenen Monaten waren derlei Absprachen immer wieder erforderlich geworden. "Die Zusammenarbeit hat wirklich ausgezeichnet funktioniert", betont der Planer. Sowohl Bauamt als auch Bürgermeister und Stadträte hätten an einem Strang gezogen. "Sonst hätten wir die Maßnahme nicht so gut durchziehen können", ist sich Schwemmer sicher. Beim Rundgang erweist sich der stellvertretende Bauamtsleiter Markus Wildenauer als Kenner des Projekts. Er weiß genau, wie und von wo aus die neue Digitalanzeige und die Begrüßungsmonitore gesteuert werden, wie Brandschutztechnik und Lautsprecheranlage funktionieren und wie die motorisierte Zugangstreppe zum Technikraum unter dem Dach zu bedienen ist.

Beginn der Generalsanierung im April 2020

Vohenstrauß

Viele Verbesserungen wie die neue Wärmedämmung unterm Dach sind für die Hallenbenutzer nicht sichtbar. Manche Ideen werden die Sportler jedoch begeistern. So gibt es in den Umkleiden im unteren Bereich der Halle nun Schließfächer. 50 000 Euro wurden in neue Sportgeräte wie Tore, Sprossenwände oder Barren investiert. Trennwände, Fenster und Basketballkörbe sind in jeder Halle über ein Bedienfeld in der Wand individuell steuerbar. Mit SD-Karte oder USB-Stick kann Musik über jeweils vier Lautsprecher eingespielt werden. Alle drei Teilhallen wurden mit Befestigungslöchern für Tore ausgestattet. In der Sporthalle machen sich die Maßnahmen gut bemerkbar, die die Akustik verbessern - also den Schall dämmen sollen. Beseitigt wurde das Linien-Wirrwarr am Boden. "Es blieben nur mehr die Linien übrig, die wirklich nötig sind", erklärt Wutzlhofer. Eine Idee des Bürgermeisters wurde ebenfalls umgesetzt: An Magnetleisten an den Prallwänden können künftig Werbebanner ohne Schrauben oder Klebstoff angebracht werden.

Prallwände komplett erneuert

Während der Bauphase mussten mehrere Posten neu überdacht werden. Ein Beispiel: Die hellen Holz-Prallwände wären anfangs nur bis zu einer Höhe von 2,50 Meter geplant gewesen. "Das war aber dann in Kombination mit dem alten Holz im oberen Bereich optisch nicht schön", gibt Wutzlhofer zu. Der Stadtrat sah das auch so und stimmte nicht zuletzt wegen des noch besseren Schallschutzes einstimmig dafür, die Wände gleich komplett zu erneuern. "Die zusätzlichen Kosten von etwa 68 000 Euro sind uns das wert", erklärt der Bürgermeister.

Schwemmer spricht von einer insgesamt moderaten Steigerung der ursprünglich veranschlagten Kosten im einstelligen Prozentbereich. Er rechnet nun mit rund drei Millionen Euro. Für die Mehrkosten, die zum Beispiel durch den Kauf neuer Fensterflügel zustande kamen, müsse laut Kämmerer Rainer Dötsch die Kommune aufkommen. Die Zuschüsse seien fix, zusätzliche Förderungen werde es nicht geben. Aus dem Kommunalinvestitionsprogramm Schulinfrastruktur (KIP-S) stammen rund 900 000 Euro. Außerdem sicherte sich die Stadt FAG-Mittel des Bundes in Höhe von 819 000 Euro.

Arbeiten in der Dreifachturnhalle schreiten voran

Vohenstrauß

Das Thema Barrierefreiheit zieht sich durch die gesamte Planung, angefangen vom Aufzug gleich im Eingangsbereich bis hin zu den sanitären Anlagen. Keinen Zuschuss gab es für die neue Küche. Zweiter Bürgermeister Uli Münchmeier ist jedoch sehr froh um die Entscheidung des Stadtrats, hier nicht zu sparen. Denn vor allem die Vereine würden davon profitieren. Enorme Arbeitserleichterung verspreche er sich allein durch den Einbau einer Industriespülmaschine.

Im Zuge der Generalsanierung wird die Stadt noch in diesem Jahr den Gymnastikraum, der sich hinter der Küche befindet, erneuern. Es werden Geräte für den Kraftraum angeschafft und ein neuer Boden verlegt. "Auch hier müssen wir ohne Förderung auskommen. Die Gelder für die Maßnahme sind aber schon im diesjährigen Haushalt eingeplant", informiert der zweite Bürgermeister. Eine Verglasung in der bislang offenen Trennwand hin zur Küche wird für mehr Ruhe im Gymnastikraum sorgen.

Pastelltöne im Außenbereich

Die Außengestaltung der alten Dreifachturnhalle empfand der Architekt als "ein bisschen trist". Es sollten sich vor allem die Kinder darin wohlfühlen. Und so brachte er etwas Farbe ins Spiel. Hinsichtlich der bunten Pastelltöne habe er im Stadtrat erst Überzeugungsarbeit leisten müssen. Aber die farbigen Paneele passen laut Schwemmer sehr gut zur Giebelfassade im ruhigen Farbton Ingwer und dem blauen Schriftzug. "Das Blau taucht auch innen mit dem Hallenboden auf, und es kommt auch im Wappen der Stadt vor", erklärt Schwemmer seine Entscheidung.

Alle Beteiligten freuen sich darauf, dass das rundum erneuerte Gebäude möglichst bald von Schülern und Vereinen in Beschlag genommen werden kann. Corona spielte den Machern während der Bauphase in die Hände, das gibt der Architekt offen zu: "Einerseits war es gut, die Arbeiten ohne großen Zeitdruck in Ruhe vornehmen zu können. Aber jetzt, wo die Halle fertig ist, freut man sich doch darauf, sie auch nutzen zu können." Der Bürgermeister ist mächtig stolz auf das alte, neue Schmuckstück und plant bereits einen "Tag der offenen Tür".

Hintergrund:

Bauzeit und Handwerker

Architekt Manfred Schwemmer nennt einige Details zur Generalsanierung der 30 Jahre alten Dreifachturnhalle in Vohenstrauß.

  • Start der Baumaßnahme war Ostern 2020
  • Fertigstellung im Januar 2021. Anfänglich war dies im November 2020 geplant. Der Hauptgrund für die Verzögerung ist eine um drei Monate verlängerte Lieferzeit der Innentüren seitens der Bauindustrie und ein coronabedingter Auslieferstopp eines Sportgeräts. Weitere Verzögerungen haben ihre Ursachen im Mehraufwand bei Bestandsbauteilen, die sich im Laufe der Maßnahme als Sanierungs- und erneuerungsbedürftig herausgestellt haben, zum Beispiel im Bereich der Heizzentrale, Drainage und Hallenfenster.
  • Bis auf die Gewerke Hallenboden, Prallwände und Blechdach kamen alle Handwerksfirmen aus der näheren Umgebung. Bei den Handwerkern, mit Ausnahme einiger Quarantänezeiten, gab es wenige Auswirkungen der Coronakrise auf die Bautätigkeit.

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