17.09.2021 - 14:46 Uhr
VorbachOberpfalz

Vorbach schickt E-Zapfstelle und E-Bus-Kauf in der Warteschleife

Sonnenstrom mit der Photovoltaikanlage vom Dach der Volksschule erzeugen, Elektrospeicher, E-Tankstelle und E-Bus: Ein Gesamtkonzept, das Bürgermeister Alexander Goller vorantreibt. Doch es regt sich auch Widerstand.

Eine Elektro-Tanksäule ist nur ein Teil des geplanten Sonnenstromkonzepts der Gemeinde Vorbach.
von Robert DotzauerProfil

Es gibt Zweifel an der Wirtschaftlichkeit im Vorbacher Gemeinderat am Konzept von Bürgermeister Alexander Goller. Der überlegt, Stromgewinnung und Nutzung aus einem Guss zu planen. Deshalb beauftragte der Gemeinderat das Berliner Unternehmen Denersol, ein Spezialist für dezentrale Energieversorgungskonzepte, eine Wirtschaftlichkeitsberechnung für energetische Investitionsvorhaben der Gemeinde zu erstellen. Eine wesentliche Rolle spielten dabei Überlegungen, die energietechnischen Parameter des Sonnenstroms der Photovoltaik-Anlage auf dem Schuldach anstelle der Netzeinspeisung mit einer minimalen Entschädigung von 9 Cent je Kilowattstunde multifunktional und vielversprechender zu nutzen.

Denersol bewertete die Idee positiv. Für die Investitionen der Gemeinde errechneten die Experten eine Amortisationszeit für Speicher, Ladesäule und zwei Ladepunkte von 6,5 Jahren. Knapp 2700 Euro betragen die jährlichen Einsparungen beim Strom. "Eine interessante Analyse", urteilte Gemeindechef Goller und erinnerte an bereits bestehende Gemeinderatsbeschlüsse zur Installierung eines Speichers, einer Zapfsäule und einer Ladestation.

„Der Solarspeicher ist noch keine beschlossene Sache“, merkte Sebastian Pittner. Er äußerte Zweifel an der Wirtschaftlichkeit des Gesamtprojekts. Insbesondere den zugrunde gelegten Parametern des E-Bus-Konzeptes konnte der FW-Rat nicht folgen. „Die tägliche Fahrleistung von geschätzt 140 Kilometern ist viel zu hoch“, sprach Pittner vor einem möglichen Minusgeschäft.

Manfred Plößner warnte davor, sich an den Kilometerleistungen eines künftigen E-Schul- und Bürgerbusses zu orientieren. „Es geht um eine Vorreiterrolle der Gemeinde für den Umweltschutz“. Man sollte den erzeugten Sonnenstrom vernünftig unter die Leute bringen. Auch Stephan Meier betonte: „Wir sollten das Klimaschutzargument beachten.“ Martin Wiesend: „Wir schaffen ein Umweltprogramm im Kleinen.“

In weiteren Diskussionsbeiträgen wurde deutlich, das die Wirtschaftlichkeit eines E-Busses auch mit einer zusätzlichen Privat-Nutzung verbessert werden könne. „Wir sollten auch an die interessanten Fördermöglichkeiten denken und auf diesen Zug aufspringen“, hakte Plößner nach. Strom-Ladesäule-E-Bus sind für Irmi Bauer eine logische Entwicklung. Deshalb plädierte die zweite Bürgermeisterin für eine zügige Entscheidung. „Allerdings nicht um jeden Preis“, betonte Pittner.

Christian Friedrich verwies auf die ungeklärten Personalkosten, die ein Kita-, Schul- und Bürgerbus verursache. Friedrich empfahl zudem eine Bedarfsabfrage bei den Kita-Eltern. Schließlich einigte sich das Gremium, zur besseren Einschätzung der Wirtschaftlichkeit die jährlichen Gesamtkilometerleistungen eines künftigen E-Busses für den Kindergarten- und Schulbetrieb detaillierter zu ermitteln.

Mit Strom vom Schuldach Schulbus betanken

Vorbach

„Wir schaffen ein Umweltprogramm im Kleinen.“

Martin Wiesend

 

 

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