Waidhaus
22.06.2018 - 11:31 Uhr

Versteigerung ein Volksfest

Drei, zwei, eins - meins: So oder so ähnlich lautet die Devise auf dem weitläufigen Areal des Bauhofs.

Unterstützt von Bürgermeisterin Margit Kirzinger (links) und Bauamtsleiter Christian Meier (stehend) leitet Geschäftsführerin Kerstin Wilka-Dierl den Versteigerungs-Marathon. fjo
Unterstützt von Bürgermeisterin Margit Kirzinger (links) und Bauamtsleiter Christian Meier (stehend) leitet Geschäftsführerin Kerstin Wilka-Dierl den Versteigerungs-Marathon.

Es hatte seinen guten Grund, warum das Rathaus am langen Behörden-Donnerstag nachmittags geschlossen blieb. Jede helfende Hand aus Reihen der Bediensteten und Bauhof-Mitarbeiter war von Bürgermeisterin Margit Kirzinger bis hin zur Reinigungskraft von Nöten. Volksfest-Züge trug der mehrstündige Versteigerungs-Marathon in einer Halle des Bauhofgeländes, bei dem sogar ein Getränkeverkauf und Bratwürstl vom Grill nicht fehlten.

Familien nutzten den Termin für einen Ausflug und selbst für rein Neugierige gab es allerhand zu Sehen. 210 Posten und mindestens ebenso viele Besucher stehen bei der Statistik zu Buche. Drei große Bootsmotoren gehörten zu den außergewöhnlichsten Objekten, die zwischen 270 und 540 Euro für die Marktkasse erbrachten. Als Chefversteigerin zog Geschäftsführerin Kerstin Wilka-Dierl den Aufruf aller Gegenstände während des rund vierstündigen Ablaufs durch. Bereits zwei Stunden vor dem Beginn konnten unter Begleitung der Beschäftigten verschiedene Geräte und Werkzeuge genauer besichtigt und eventuell auch ausprobiert werden.

Niemand musste die sprichwörtliche "Katze im Sack" erstehen. Während des Bietens zeigte sich, dass nur ganz wenige Stücke gar keine Interessenten fanden. Sogar Parfüms und andere Drogerieartikel waren gefragt. Einzig als Wilka-Dierl diverse Anti-Falten-Cremes aufrief, verstummte die Nachfrage total. Dies führte nur wenig später zu spaßigen Kommentaren und so erhielt auch der Unterhaltungswert des besonderen Termins weitere Nahrung. Nicht in Unkenntnis ließ die Marktverwaltung die Interessierten über die Herkunft des enormen Warenangebots. Ein gemeindlicher Bauhof würde diese Masse selbst bei einer Komplettauflösung nicht hergeben.

Der überwiegende Teil stammte von Kontrollen durch die Polizeiinspektion Fahndung entlang der Autobahn auf Waidhauser Gebiet. Immer wenn die Besitzer keinen Nachweis über den Erwerb vorlegen oder nachreichen konnten, kam es zur Sicherstellung der Waren, sofern ein Diebstahls-Delikt zu vermuten war. Tauchte darüber hinaus auch in der Folgezeit keine Anzeige zu den sichergestellten Objekten auf oder ein Eigentumsnachweis wurde nicht geführt, so kam es Monate später zu einer Weitergabe an die Kommune.

Dadurch erklärt sich die Palette der unterschiedlichsten Dinge, wie beispielsweise jeder Menge Fahrräder. E-Bikes waren jedoch noch nicht darunter. Fahrzeuge mit Kennzeichen aus der ganzen Oberpfalz, darunter etliche Firmenfahrzeuge, zeugten vom überregionalen Interesse an dem schier unerschöpflich anmutenden Warengemisch. Im Fokus stand vor allem die Unmenge an gebrauchten Elektro-Arbeitsgeräten und -Werkzeugen. Das weitläufig asphaltierte Areal des einstigen Ausfuhrterminals "PAUL" bot komfortable Parkplätze in ausreichender Anzahl, was den Standard der Veranstaltung zusätzlich aufwertete.

Den Versteigerungserlös kann die Marktgemeinde ganz offiziell dem gemeindlichen Haushalt einverleiben. Kämmerer Karl Schmid konnte die Bareinzahlungen sofort persönlich in Empfang nehmen. Die Abgabe der ersteigerten Waren blieb hingegen vorrangig dem Bauhofpersonal überlassen.




Die Auktion stößt auf riesiges Interesse. fjo
Die Auktion stößt auf riesiges Interesse.
Windgeschützt in einer Halle des Bauhofs spielt sich das Geschehen ab. fjo
Windgeschützt in einer Halle des Bauhofs spielt sich das Geschehen ab.
Bauhof-Mitarbeiter servieren Imbiss und Getränke. fjo
Bauhof-Mitarbeiter servieren Imbiss und Getränke.
 
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