29.04.2021 - 17:39 Uhr
WaldershofOberpfalz

Brauhaus Waldershof: Quereinsteiger von Corona früh ausgebremst

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Im Juni 2019 eröffneten Maria Förster und Johannes Medick als Gastronomie-Quereinsteiger das Brauhaus in Waldershof. Doch wegen Corona ruht der Betrieb. Eine schwere Zeit, die aber nicht ungenutzt bleibt.

Maria Förster bringt den alten Kupfer-Sudkessel im denkmalgeschützten Waldershofer Brauhaus auf Hochglanz.
von Oswald ZintlProfil

Die Maßnahmen im Kampf gegen das Coronavirus setzen der Gastronomie stark zu. Seit März 2020 müssen Restaurants, Gaststätten, Cafés und Kneipen mit massiven Verlusten klarkommen. Auch das Gastronomen-Paar Maria Förster und Johannes Medick ist vom Lockdown betroffen. Seit März 2020 konnten sie, mit Ausnahme von drei Monaten, ihr unter Denkmalschutz stehendes Haus nicht mehr für Gäste öffnen.

"Die Abstandsregeln zwangen uns schon frühzeitig in die Knie.“

Johannes Medick

Beide betreiben das Brauhaus Waldershof erst seit Juni 2019 und sind zudem Quereinsteiger in der Gastronomie. „Die ersten Monate seit der Eröffnung im Juni 2019 waren hart. Wir mussten uns erst als Team finden. Und es dauerte seine Zeit, bis sich die Abläufe einspielten“, erklärt Maria Förster. Und gerade als alles halbwegs routiniert ablief, machte ihnen Corona einen Strich durch die Rechnung. Trotz Einhaltung der geltenden Hygiene-Vorschriften musste der Betrieb schließen. „Wir sind eine Zoigl-Stube. Wir haben gemäß der Zoigl-Tradition nur wenige Tage im Monat geöffnet und bieten unsere Speisen und Getränke traditionell günstig an. Und gerade deshalb sind wir bei jeder Öffnung auf eine hohe Gästezahl angewiesen. Da zwangen uns die Abstandsregeln der Regierung schon frühzeitig in die Knie“, resümiert Johannes Medick.

Das große Glück der beiden: Sie betreiben das Brauhaus nur im Nebenerwerb. Beide sind hauptberuflich in anderen Branchen beschäftigt, Maria Förster ist Designerin und Johannes Medick arbeitet im Einkauf eines Automobilzulieferers. „Wir maßen es uns nicht an, zu jammern. Wir haben zwar auch laufende Kosten, die wir auffangen müssen, aber die lassen sich zum Glück durch unsere Haupttätigkeiten abfedern“, erklärt Johannes Medick und ergänzt: „Wir fühlen mit den hauptberuflichen Gastronomen – vor allem natürlich mit den regionalen – verbunden und versuchen, sie durch häufige Essensbestellungen zu unterstützen.“

Der Lockdown ermöglicht den beiden Betreibern nun schon längst geplante Arbeitseinsätze im Brauhaus. Schon direkt nach dem Kauf im April 2019 wollten sie dem altbackenen Charme der 90er Jahre zu Leibe rücken. Die Renovierung startete mit der Modernisierung des Thekenbereichs und einer neuen Sitzpolsterung bei Stühlen und Bänken. „Da wir von Anfang an fast alles selbst gemacht haben, fehlte uns bisher vor allem die Zeit für weitere Umsetzungen“, sagt Maria Förster.

Aufgrund des Lockdowns können sie das Großprojekt „Renovierung Brauhaus“ wieder angehen. Die alten Bänke und Tische sowie die abgetretenen Treppenstufen und Fußböden – alles wird abgeschliffen und gestrichen. Sie möchten sich optisch noch mehr dem Trend des Industrial Living annähern, natürlich prädestiniert für ein Gebäude, in dem sich noch Teile des Brauinventars von 1872 befinden. „Wir möchten eher weg von der klassischen Zoigl-Stube hin zu einer einfachen, modernen Gastronomie“, so die Zielsetzung. Ab wann der Umbau bestaunt werden darf, bleibt abzuwarten. „Wir vermissen unsere Freunde und Gäste und sehen dem gemütlichen Beisammensein, ganz ohne gesundheitliche Bedenken, entgegen."

In Waldershof soll eine Bauplatzvergaberichtlinie etabliert werden

Waldershof
Johannes Medick hat sich viel Arbeit mit dem Abschleifen der alten Einrichtung gemacht.
Blick in die beeindruckende Gaststätte.
Das Waldershofer Brauhaus steht unter Denkmalschutz.
Das Waldershofer Brauhaus.

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