17.02.2020 - 16:46 Uhr
WaldershofOberpfalz

Straßen sanieren, Tourismus ausbauen

Über 400 Waldershofer wollen wissen, was in ihrer Heimatstadt passiert, wo CSU und Freie Wähler ihre Prioritäten setzen. Themen bei der Podiumsdiskussion sind auch Tourismus und Wirtschaft.

Margit Bayer: "Die Stadt muss ein starker Partner der Unternehmen sein."
von Harald Dietz Kontakt Profil

Bürgermeisterkandidatin Michaela Härtl (Freie Wähler) könnte sich ein kleines Hotel in Waldershof vorstellen, schwärmt vom hervorragenden Rad- und Wanderwegenetz rund um die Kösseinestadt, nachdem Moderator Wolfgang Benkhardt von Oberpfalz-Medien bei der Podiumsdiskussion am Samstagabend den Schwerpunkt in Richtung Tourismus verlagert.

Angesprochen auf den Verkauf des Marktredwitzer Hauses durch den Fichtelgebirgsverein an Martina von Waldenfels merkt Bürgermeisterkandidatin Margit Bayer (CSU) an: "Wir haben auf der politischen Schiene stark darauf hingearbeitet." Wichtig sei, dass das Haus für die Öffentlichkeit zugänglich sei. Bayer spricht vom schönsten Fleckerl Waldershofs. Es wäre deshalb auch ein Projekt gewesen, "das sich die Stadt auf die Fahne hätte schreiben können".

Margit Bayer und Michaela Härtl sprechen sich für eine intensive Zusammenarbeit mit der Steinwald-Allianz aus. Waldershof sei die "Fahrrad-Stadt Nummer 1", so Bayer und wundert sich: "Aber warum macht man da nix draus?" Neue Radwege müssten gestaltet und die bestehenden gepflegt werden. Ganz konkrete Vorstellungen hat Margit Bayer, um den wenig attraktiven Kreisverkehr aufzuhübschen.

Beim Stichwort interkommunale Zusammenarbeit meint Härtl, sie sei für alle Vorschläge offen. So könnten sich die Bauhöfe gegenseitig Maschinen ausleihen. Das Rathaus müsse aber in der Stadt bleiben. Es habe Servicecharakter für die Bürger. Kernaufgaben dürfe man nicht auslagern. Margit Bayer wünscht sich eine engere Zusammenarbeit zwischen Waldershof und Marktredwitz. Es gehe darum, Waldershof zu stärken. Der Marktredwitzer Oberbürgermeister Oliver Weigel und sie hätten einige Projekte in der Schublade. Eines davon sei die Kösseineaue. Hier könne man Ökologie und Natur hautnah erleben. Entstehen solle unter anderem eine Aussichtsplattform auf Waldershofer Seite.

Einig sind sich die beiden Bürgermeisterkandidatinnen, möglichst viele Fördermittel nach Waldershof zu holen. "Auch jetzt schon werden Förderungen in Anspruch genommen", bekräftigt Michaela Härtl. In Wortmeldungen verwehren sich die Stadträte Gisela Kastner (FW) und Günter Raithel (SPD) dagegen, dass in den zurückliegenden sechs Jahren zu wenig passiert sei und verweisen dabei auf die Revitalisierung der Rosenthal-Brache und Maßnahmen zur Barrierefreiheit.

Zuhörer Alexander Schraml erkundigt sich nach Fördermöglichkeiten für die örtliche Wirtschaft. Dazu Margit Bayer: "Die Stadt muss ein starker Partner der Unternehmen sein." Dabei müsse das Augenmerk auch den kleinen Firmen gelten. Michaela Härtl macht deutlich, dass die Stadt selbst keine Förderungen zahlen könne. Aber man könne beispielsweise bei Erweiterungen helfen. Wirtschaft müsse Chefsache sein. Zuhörer Markus Maier bedauert in dem Zusammenhang, dass es im Gewerbegebiet Rosenthal-Brache keine Flächen für kleine Unternehmen gebe.

Moderator Gerd Pöhlmann (Frankenpost) reißt bei der Podiumsdiskussion auch das Thema Ortsteile an. 27 habe Waldershof. "Wie schafft man es, dass sich keiner abgehängt fühlt?" Für Margit Bayer ist klar, da muss mehr passieren. Besonders im Bereich Straßensanierung. Die Aufgabe lasse sich nicht in sechs Jahren abarbeiten. Eventuell sollten auch Gewerbeflächen in den Ortsteilen entwickelt werden. Michaela Härtl nennt bei der Stärkung der Ortsteile die Schlagworte Baugebiet und Neubau des Kindergartens Piccolino. Straßen seien praktisch überall zu sanieren. Gerd Pöhlmann wundert sich, dass es außer in Lengenfeld in keinem Ortsteil eine Dorferneuerung gebe. Härtl erklärt: "Dies ist ein Prozess, der wahnsinnig lange dauert. Da sind alle gefragt."

Michaela Härtl: "Auch jetzt schon werden Förderungen in Anspruch genommen."
Im Blickpunkt:

Bauplätze sind begehrt in Waldershof. Das kommt auch in der Podiumsdiskussion zur Sprache. Um Bauwilligen etwas anbieten zu können, denkt Michaela Härtl (Freie Wähler) an ein Baugebiet in den Ortsteilen, beispielsweise in Poppenreuth. Margit Bayer (CSU) dagegen will verstärkt auf das Prinzip „Innen vor außen“ bauen und den „Speckgürtel an Baugebieten“ nicht weiter vergrößern. Sie setzt darauf, Wohnraum in der Innenstadt zu schaffen.

Darauf zielt auch das von Michaela Härtl favorisierte Programm „Jung kauft Alt“, das Leerstand beseitigen soll. Eines stellt Margit Bayer klar: Mit ihr als Bürgermeisterin werde es kein Baugebiet am Wolfersreuther Berg in Waldershof geben – der dafür nötige Kahlschlag des Waldes sei heutzutage nicht mehr zu verantworten.

Hintergrund:

Eine Überraschungsfrage richtet Moderator Gerd Pöhlmann an die Bürgermeisterkandidatinnen, erkundigt sich nach dem ersten Eindruck der beiden vor teils vielen Jahren zugezogenen Waldershoferinnen. Margit Bayer (CSU) berichtet von ihrem Staunen, nachdem sie bei der Fahrt in die Kösseinestadt den Fuchsmühler Berg überwunden hatte: „Mann, is des dou schöi.“ Sie schwärmt von der wundervollen Landschaft und den Menschen hier. Michaela Härtl (Freie Wähler) nennt an erster Stelle ihren Ehemann Rainer. „Was mich als Erstes mit Waldershof verbunden hat, war die Liebe.“ In Waldershof habe es ihr sofort gefallen.

Unvorbereitet trifft die Ein-Minuten-Frage von Gerd Pöhlmann „Was ändert sich, wenn Sie im Mai im Rathaus im Chefsessel Platz nehmen?“ die Kandidatinnen. Margit Bayer nennt hier ein neues Wir-Gefühl. Sie möchte einen unbefangenen Neustart in der Kommunalpolitik in Waldershof anstoßen und umsetzen. Waldershof sei bekannt für hitzige Debatten im Stadtrat. Auch daher sei ihr eine Kooperation mit allen Fraktionen wichtig. „Denn es geht um diese Stadt.“

Die Zusammenarbeit mit allen Stadtratskollegen betont auch Michaela Härtl. „Jeder muss seine Meinung sagen können.“ Man könne auch mal streiten, aber ein Konsens sei wichtig. „Es muss das Beste dabei herauskommen.“ Sie schlägt auch vor, nach einer Sitzung mal gemeinsam ein Bier trinken zu gehen.

„Und mit wem würden Sie gerne einen Kaffee trinken gehen?“, will Moderator Wolfgang Benkhardt wissen. „Mit jedem“, sagt Michaela Härtl, was Benkhardt mit „Das wird teuer“ kommentiert.“ Margit Bayer meint, sie hätte ganz gerne mal wieder etwas Zeit, um mit ihrem Ehemann Kaffee zu trinken. Denn das komme nämlich im Wahlkampf zu kurz. (hd)

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Für Sie empfohlen

 

 

Videos aus der Region

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.