Waldsassen
08.09.2026 - 09:45 Uhr

Enttäuschung in Waldsassen: Herbstmarkt zieht wenig Besucher an

Obwohl am Sonntag bestes Sommerwetter in der Klosterstadt Waldsassen herrschte, blieb der Ansturm zum Herbst- und Erntemarkt aus. Es war eher ein „laues Lüftchen“, auch was die Anzahl der Fieranten betraf.

Eigentlich waren es optimale Voraussetzungen für den traditionellen Herbst-/Erntemarkt in der Klosterstadt Waldsassen. Das Wetter war angenehm warm, Regen war weit und breit nicht in Sicht. Und dennoch war das Interesse am dritten Jahrmarkt in 2026 eher gering. Dies begann schon mit den Fieranten, denn nicht alle der angemeldeten Aussteller kamen auch. Letzlich waren es nur acht Fieranten, die den Weg zum Johannisplatz fanden. Lag es am Konkurrenz-Jahrmarkt in Tirschenreuth oder gab es andere Gründe? Jedenfalls war zu hören, dass einige der Fieranten lieber in der Nachbarstadt „an den Start gingen“, weil sie sich dort mehr Geschäft erhofften.

Den mit Abstand größten Stand stellte der Gartenbau-Betrieb Egon Zöcklein aus dem fränkischen Burgebrach. Schon um 4.30 Uhr machten sich Chefin Silvia Zöcklein und ihr Schwager Markus Zöcklein mit dem beladenen Lkw auf die 148 Kilometer lange Fahrstrecke auf. Gegen 7 Uhr kamen sie in Waldsassen an und bauten rund zwei Stunden lang ihre gut bestückten Verkaufstände auf dem großen Areal vor der Ziegler-Gaststätte auf. Sie hatten nahezu alles dabei, was ihr Gartenbetrieb hergibt. Von Gemüsse, über Obst und Gewürzpflanzen bis hin zu den verschiedenartigsten Gartenpflanzen, wobei vor allem die Herbstblumen stark vertreten waren.

Seit vier Jahrzehnten

Doch für die Gärtner war es dann ernüchternd, die kommenden Stunden „abzustehen“. Denn das Publikumsinteresse hielt sich sehr in Grenzen, wenngleich am Nachmittag doch noch einige Leute kamen. Aber viel zu wenig, um die Fieranten zufrieden zu stellen. Dennoch wollen die Zöckleins weitermachen. "Wir kommen schon seit 40 oder 45 Jahren zu den Jahrmärkten nach Waldsassen und werden auch zukünftig weiter hier her kommen", sagte Silvia Zöcklein. Der Betrieb war übrigens am Sonntag auch beim Herbstmarkt in Tirschenreuth vertreten. Als einen der besten Märkte in der Region bezeichnete Zöcklein die Jahrmärkte im benachbarten Marktredwitz, auch wenn das Kundeninteresse an solchen Jahrmärkten seit Jahren nachlasse. Am späten Nachmittag bauten sie in rund zwei Stunden ihren Stand wieder ab und verfrachteten ihre nicht verkaufte Ware wieder im Lkw.

Essensangebot vermisst

Ebenfalls mit einem Stand war wieder die gebürtige Konnersreutherin Marianne Patz vertreten. Sie verkaufte selbstgefertigte Dekos, Gestecke und ihren berühmten "Hauswurz". Auch sie zeigte sich enttäuscht vom Desinteresse der Waldsassener und der Stiftländer Bevölkerung. Dies erging den anderen Standlern nicht anders, die beispielsweise Popcorn, gebrannte Mandeln, Holzofenbrot oder auch verschiedenste Kleidungsstücke verkaufen wollten.

Vier Besucher aus Erding, die auf der Durchreise nach Tschechien waren und einen Abstecher zu diesem Jahrmarkt machten, wollten wissen, wann der Jahrmarkt eröffnet werde. „Der ist schon voll im Gange“, lautete die Auskunft. Ein Pärchen aus Waldsassen kritisierte, dass es weder Steaks noch Bratwürste und auch sonst keine Speisen gab. "Hier gibt es ja gar nichts“, lautete ihre Feststellung.

Der nächste Jahrmarkt, der „Markttag zu Maximilian“, findet am 18. Oktober (Kirchweihsonntag) statt. Vielleicht kommen dann ja mehr Fieranten und Besucher in die Klosterstadt Waldsassen.

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:
Zum Fortsetzen bitte

Sie sind bereits eingeloggt.

Um diesen Artikel lesen zu können, benötigen Sie ein OnetzPlus- oder E-Paper-Abo.