12.11.2020 - 09:51 Uhr
WaldsassenOberpfalz

Ein federleichtes Vergnügen

Vereinssport hat es schwer in Pandemie-Zeiten. Auch die "Federballfreunde" können sich momentan nicht in der Halle treffen, um ihrem Hobby nachzugehen. Dabei ist ihr Sport der pure Spaß.

Federball kann auch schon mal etwas rasanter gespielt werden, allerdings ohne sportlichen Überehrgeiz.
von Konrad RosnerProfil

Federball, damit verbinden sich Kindheitserinnerungen von Sommern auf der Wiese am Badesee. Als Erwachsener spielt man selten Federball aus Freude, eher Badminton für die Fitness und als Wettkampfsport. In Waldsassen ist das anders. Aus einer Laune heraus gründete eine Gruppe junger Leute vor etwas über zwei Jahren den Verein „Federballfreunde Waldsassen“. Ganz einfach um Spaß zu haben. Mit Freunden.

Vorsitzender Max Siller formuliert das so: „Federball kann man überall spielen. Dabei gibt es so gut wie keine Regeln. Denn es soll der Spaß im Vordergrund stehen.“ Gleichwohl betont er, dass Federball auch gut für die Fitness ist. Beim Spielen werde nahezu die gesamte Muskulatur beansprucht – ob Wadenmuskel, Oberschenkel, Schulter und Oberkörper. Federball fördert das Reaktionsvermögen und die Koordination. Das Wichtigste, so Max Siller: „Federball stärkt den Zusammenhalt untereinander und kann eigentlich von jedermann, ob Jung oder Alt, ausgeübt werden.“

Sillers Schwester Martha, inzwischen 13 Jahre alt, hat schon mit zwei, drei Jahren Federball gespielt. So erzählt sie lächelnd. Federballspielen sei reiner Spaß, ohne jeglichen sportlichen Druck. „Schmettern“, also den Ball mit viel Kraft zu schlagen, sei beim Federball absolut tabu. Man will so lange es geht, gegeneinander spielen und den Ball in der Luft halten.

Dies ist der große Unterschied zu Badminton, das sogar olympische Disziplin ist. Beim Badminton ist alles genau reglementiert, das Spielfeld, der Ball und auch die Schläger.

Auch die Anschaffungskosten seien wesentlich höher: Ein guter Badmintonschläger kostet schon mal um die 80 Euro, während ein Federball-Set mit zwei Schlägern und einem Federball schon ab fünf Euro erhältlich ist.

Unter normalen Umständen treffen sich die „Federballfreunde Waldsassen“ jeden Dienstag und Samstag zum Spielen in der Turnhalle der Mittelschule, im Sommer auch im Freien. Corona-bedingt fällt derzeit das Training aus.

Weitere Informationen gibt es bei Vorsitzendem Max Siller unter Telefon 0157/53881005.

Hintergrund:

Badminton und Federball

Badminton ist seit 1992 olympische Sportart. Es wird vornehmlich in der Halle gespielt. Ein Badmintonfeld ist 13,4 Meter lang und hat eine Breite von 6,1 Meter. Die Netzhöhe liegt bei zirka 1,55 Meter. Das Spielfeld ist ähnlich einem Tennisfeld aufgebaut. Neben Einzel, gibt es auch Doppel- und Mixed-Spiele. Im Badminton gibt es zwei Gewinnsätze. Einen Satz hat derjenige gewonnen, der als Erster 21 Punkte hat. Allerdings muss er zwei Punkte mehr als der Gegner, ähnlich wie beim Tischtennis, haben. Das Aufschlagrecht bleibt so lange bei einem Spieler, bis er einen Ball verliert. Erst dann wechselt der Aufschlag. Eine starke Badminton-Nation ist Dänemark. Viele WM-Titel gingen schon in das Nachbarland, in dem Badminton fast schon ein Volkssport ist.In unserer Region gibt es wenige Badminton-Vereine: ATSV Windischeschenbach, BC Bodenwöhr und die TS Marktredwitz-Dörflas in Oberfranken. Federball wird normalerweise von zwei Spielern gespielt. Das Prinzip ist, den Ball so oft wie möglich hin und her zu spielen, ohne dass er zu Boden fällt. Feste Regeln gibt es nicht. Meistens wird Federball im Freien gespielt.

Im Gebiet der ehemaligen DDR wird Badminton oft als Federball bezeichnet. Zu DDR-Zeiten wurde Federball wettkampfmäßig gespielt. Auch in Österreich wurde Badminton Mitte der 1950er Jahre unter dem Namen „Federball“ bekannt. (kro/dt)

Die 13-jährige Martha Siller beim Aufschlag, rechts Manuel Ernst.
Seit zwei Jahren gibt es die Federballfreunde Waldsassen. Sie haben sogar schon eigene T-Shirts.
Beim Federballspielen werden viele Muskeln beansprucht.
Julian Bötzl beim Aufschlag, rechts Vorsitzender Max Siller.
Ein Netz ist beim Federball nicht zwingend erforderlich.
In der Mitte ein echter Federball, eingerahmt von zwei Badmintonbällen.
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