03.06.2019 - 11:56 Uhr
WaldsassenOberpfalz

Gastronomie attraktiver machen

Seit Februar hat der Hotel- und Gaststättenverband im Landkreis ein neues Gesicht: Gabriele Hofmann vom Waldsassener Hotel Zrenner. Um den Verband und die Gastronomie wieder beliebter zu machen, hat sie bereits viele Ideen.

Gabriele Hofmann freut sich auf ihre Aufgaben als Kreisvorsitzende.
von Redaktion ONETZProfil

Der Wirtschafts- und Unternehmerverband vertritt die gesamte Hotel- und Gastronomiebranche des Landkreises Tirschenreuth. Jedes Mitglied darf sich aktiv einbringen. "Im Verband teilen wir uns viele Aufgaben, vom Vorsitzenden bis zum Kassier darf jeder mal ran", erklärt die Gabriele Hofmann. Mit ihrem neuen Posten kommen dennoch einige Herausforderungen auf sie zu. Einige davon sind ihr aber nicht ganz unbekannt, denn in den vergangenen Jahren hatte sie ihren Vorgänger August Pöllath von der Gasthof-Pension Waldfrieden in Brand vertreten, als dieser krankheitsbedingt ausfiel.

Durch die Erfahrung mit ihrem Hotel hat sich die Waldsassenerin die nötige Kompetenz für ihren neuen Posten angeeignet. "Schon seit den 1950er Jahren ist der Betrieb in Besitz der Familie", berichtet sie. Zunächst als landwirtschaftlicher Hof mit einem Gastzimmer genutzt, erweiterte das Haus seine Übernachtungsmöglichkeiten im Jahr 1958 auf Anregung der Glashütte Lamperts um drei Fremdenzimmer - vornehmlich wegen Firmenkunden. Längst ist der einstige Gasthof zu einem Hotel mit über 40 Betten geworden.

Vielseitiger Misch-Tisch

Ein Konzept, das es Hofmann besonders angetan hat, ist der sogenannte Misch-Tisch. Dabei handelt es sich um eine Art Stammtisch, der für verschiedenste Menschen jeden Alters offen ist. "Der Tisch kann zum Beispiel anders gestaltet sein als die übrige Einrichtung, um darauf aufmerksam zu machen", erläutert die Vorsitzende. Der Umsetzung dieser Idee seien keine Grenzen gesetzt. "Man kann ihn einmal in der Woche zu einer bestimmten Uhrzeit veranstalten oder jeweils ein besonderes regionales Gericht zu diesem Anlass anbieten." Der Misch-Tisch gebe auch einsamen Menschen die Gelegenheit, neue Kontakte zu knüpfen, Freundschaften zu schließen und sich mit anderen auszutauschen. "Wer beispielsweise allein in eine Gaststube kommt und sich nicht traut, sich zu einer geschlossenen Gruppe dazu zu setzen, der kann einfach am Misch-Tisch Platz nehmen." Weil sie davon so begeistert ist, möchte sie das Konzept ausgiebig bei ihren Kollegen bewerben. Von der Idee hat Hofmann auf einer der zahlreichen Veranstaltungen des Hotel- und Gaststättenverbandes erfahren.

Von München bis Tirschenreuth finden in verschiedenen bayerischen Orten regelmäßige Treffen statt, zu denen sich alle Wirte anmelden können. Ein Beispiel war der "Oberpfälzer Powertag" am 16. Mai im Seenario in Tirschenreuth. Sie freue sich immer wieder auf derartige Events, denn nirgendwo sonst finde ein so bereichernder Austausch zwischen Fachleuten statt. "Man bekommt Schulungen und die Möglichkeit, mit anderen Wirten über Ideen und Probleme zu sprechen, was unglaublich lehrreich ist", schwärmt Hofmann. Ihrer Meinung nach werden diese Angebote allerdings viel zu wenig genutzt. "Dabei müsste man sich nur anmelden und kann sogar mit einem dafür organisierten Bus gemeinsam zum Tagungsort reisen."

Mangelnder Nachwuchs

Die Waldsassenerin ist überzeugt, dass der Austausch gerade jungen Wirten weiterhelfen könne. Sie bedauert, dass sich viele Menschen nicht über den Verband informierten, obwohl er ihnen Vorteile wie rechtliche Vertretung und Fachvorträge biete. "Man kann sich auch immer neue Tipps holen, wenn es gerade nicht so gut mit dem eigenen Wirtshaus läuft." Als Vorsitzende möchte Gabriele Hofmann den Hotel- und Gaststättenverband stärker bewerben und so auch junge Leute zu mehr Engagement motivieren. Ein großes Problem, das sie im Verband angehen müsse, sei der mangelnde Nachwuchs in der Gastronomie. "Wir dürfen nicht zulassen, dass kompetente, junge Mitarbeiter weggehen", betont Hofmann. Für den Nachwuchs seien die Arbeitszeiten oft ein Problem. Schwierig sei auch die mangelnde Flexibilität, die etwa durch die Wochenarbeitszeit-Beschränkung hervorgerufen werde.

Die Wirtin möchte außerdem den Zusammenhalt innerhalb des Kreisverbandes fördern. "Ich würde mich freuen, wenn die Mitglieder zum Beispiel einmal im Monat einen gemeinsamen Ausflug oder eine Wanderung unternehmen könnten", meint Hofmann. Dafür würde sich jeweils ein Montag anbieten, da die meisten Gasthäuser an diesem Tag ohnehin ihren Ruhetag hätten. Das sei nötig, um mehr Teilnehmer für den Verband zu begeistern. "Wenn wir insgesamt mehr Werbung für die Organisation machen, gelingt es uns auch, unsere Mitgliederzahlen zu steigern", ist Hofmann überzeugt.

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