18.11.2020 - 12:10 Uhr
WaldsassenOberpfalz

Geschmolzenes Gold für den gläsernen Adventskalender in Waldsassen

Festliches Licht in eine eher dunkle Zeit bringt eine besondere Attraktion im Pfortenhof des Klosters: Für einen echten Hingucker sorgen farbige Glastafeln. Für deren Herstellung wird sogar wertvolles Edelmetall verwendet.

Künstlerin Susanne Neumann zusammen mit Robert Gruber (links) und Robert Christ im Lager der Glashütte beim Aussuchen der Glastafeln.
von Externer BeitragProfil

Seit zehn Jahren zieren in der Advents- und Weihnachtszeit Lamberts-Lichttafeln die Glasfront des Gästehauses St. Joseph der Zisterzienserinnen-Abtei Waldsassen.

"Die 24 Tafeln sind den ganzen Dezember über beleuchtet und verwandeln den winterlich-monotonen Innenhof des Klosters in ein Lichtermeer", heißt es dazu in einer Pressemitteilung. Die vorweihnachtlichen Tage vom 1. bis zum 24. Dezember werden mit Leuchtzahlen dargestellt; diese Zahlenreihe ist ebenfalls aus Glas und wird von hinten beleuchtet; jeden Tag wird eine Zahl aktiviert - bis zum 24sten.

Das aktuelle Zeitgeschehen

Besonderheit dieses Jahr: die Künstlerin wählte aus den reichen Lagerbeständen der Glashütte Lamberts ausschließlich Tafeln in den Farben Rot, Weiß und Goldrosa. In den vergangenen Jahren präsentierte der Kalender die ganze Farbpalette von Grün, über Blau, Violett, Orange und Rot.

Nun soll die monochrome Farbwahl auch das aktuelle Zeitgeschehen widerspiegeln, wie es heißt: "Die Tafeln sind weniger bunt, dafür aber spannungsreich in der Musterung und in den Farbnuancen, sie sind unterschiedlich strukturiert." Farblich basierten diese aber alle auf den weihnachtlichen Farben Rot und Goldrosa.

Im Lager der Glashütte

Susanne Neumann war den Angaben zufolge einen Tag zusammen mit Robert Gruber im Lager des Glasherstellers unterwegs und hat die Lichttafeln ausgesucht. 3500 Farben sind hier eingelagert. Prokurist Robert Christ stand beratend zur Seite. Die technische Umsetzung und Montage des Kalenders übernehmen - wie jedes Jahr - Markus Haberkorn und Markus Müller.

"Susanne Neumann verzichtet auf ein Honorar und stiftet seit 2017 die Gestaltung des Kalenders dem Kloster und der Stadt Waldsassen", heißt es in der Mitteilung weiter.

Edelmetall als Basis für Färbung

"Ich freue mich sehr auf den Adventskalender 2020 und bin mir sicher, dass er etwas ganz Besonderes wird", sagt der Lamberts-Prokurist über die Attraktion im Klosterhof. Trotz Corona und auch ohne Weihnachtsmarkt – oder vielleicht gerade deshalb – solle den Waldsassenern und allen Besuchern eine Freude bereitet werden.

"Wir wollen festliches Licht in diese doch etwas dunkle Zeit bringen", erklärt Christ. Er verrät, dass die Basis für die Färbung der Goldrosa-Glastafeln tatsächlich aus geschmolzenem Gold besteht.

Mundgeblasenes Flachglas aus Waldsassen ist in vielen bekannten Bauwerken verwendet

Waldsassen
Hintergrund:

Kooperation bereits im vierten Jahr

Die Attraktion an der Glasfront des klösterlichen Gästehauses in Waldsassen ist zum vierten Mal nach einer Idee von Susanne Neumann neu gestaltet worden. Dieses Jahr ist farbliche Gestaltung der aktuellen Situation angepasst.

  • Susanne Neumann ist 1975 in Waldsassen geboren und studierte zwischen 1995 und 2001 Malerei an Akademie der Schönen Künste in Florenz. Sie lebt und arbeitet in Waldsassen, Wien und Seggiano.
  • Die Tradition des Glasmachens ist Firmenangaben zufolge das Fundament der Glashütte Lamberts: "Original-Lamberts Gläser sind bei Bauherren, Architekten und Künstlern auf der ganzen Welt ein hochgeschätzter Werkstoff." Vielfalt, Qualität, Brillanz und Körperhaftigkeit suchten ihresgleichen. "Hergestellt nach traditionellen Glasmachermethoden sind die für den Adventskalender verwendeten Überfanggläser mundgeblasene und handgefertigte Unikate."

 

 

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