27.08.2019 - 17:57 Uhr
WaldsassenOberpfalz

Gut gepflegt mit Produkten aus der Natur

Petra Stark ist Kräuterführerin. Sie kennt sich aus mit allem, was in Feld und Flur wächst. Die Spezialistin für Naturkosmetik verrät die Tricks für selbst hergestellte Cremes und Peelings.

Petra Stark ist Kräuterführerin und Fachfrau für selbst gemachte Kosmetika.
von Adele SchützProfil

Seit Jahrtausenden rühren die Menschen Pasten und Cremes an und haben ihre Erfahrungen mit den Techniken und dafür verwendeten Kräutern an die nachfolgenden Generationen weitergegeben. Schon im alten Rom tönten die Damen ihr Haar mit Kamillenessenzen, um blonden Glanz in die Frisur zu zaubern. Die Kosmetikindustrie stellt heute noch zum selben Zweck Kamilleshampoo her, allerdings ist heute in einer Flasche chemisch hergestellten Kamillen-Shampoo weit weniger Wirkstoff der Pflanze als in einer Tasse Kamillentee.

Moderne Kosmetikartikel bestehen meist aus Chemie und enthalten nur wenige natürliche Inhaltsstoffe. Gründe dafür gibt es genug, die Haltbarkeit von reinen Naturprodukten ist sehr gering. Denn hochwertige Öle werden schnell ranzig und schimmeln. Bakterienbefall lässt nicht lange auf sich warten.

Unverträglichkeiten

Petra Stark hat in ihrer Ausbildung zur Kräuterführerin und zur Mentorin für Garten und Natur am Kultur- und Begegnungszentrum des Klosters Waldsassen ihr Faible für Naturkosmetik entdeckt und es ausgebaut, so dass sie nun die Ansprechpartnerin für Naturkosmetik der Einrichtung wurde.

"In der heutigen Zeit der Umweltbelastung vertragen immer weniger Menschen die industriell hergestellten Kosmetika, denn sie reagieren darauf mit Allergien, Unverträglichkeiten jeder Art bis hin zu Wohlstandskrankheiten", weiß die Fachfrau für Naturkosmetik. Immer mehr Menschen würden deshalb trotz der meterlang gut gefüllten Regale mit konventionellen Kosmetika in Drogerien und Einkaufsmärkten eine Alternative suchen. Mit dem steigenden Umweltbewusstsein in unserer Zeit führe sie, laut Stark, der Weg zurück zur Natur.

"Die Rohstoffe für Naturkosmetik sind meist nachhaltig produziert und stammen aus kontrolliert biologischem Anbau. Naturkosmetik ist frei von Rohstoffen vom toten Tier, von chemischen Duftstoffen, und Parabenen, von Produkten aus Erdöl wie Silikonen und Paraffinen, die große Umweltschäden anrichten können, oder Hormone, die das Trinkwasser verseuchen, und Mikro-Plastik, das in der Nahrungskette wieder auf unserem Teller landet", informiert Petra Stark. Im Normalfall habe Naturkosmetik keine Nebenwirkungen, außer der Benutzer sei allergisch auf bestimmte Kräuter, die bei der Herstellung Verwendung gefunden haben, wie beispielsweise auf Korbblütler wie Gänseblümchen, Kamille oder Ringelblume.

Kein Hexenwerk

Die Herstellung von Naturkosmetik sei kein Hexenwerk. Doch wichtige Grundregeln seien zu beachten, damit selbst gemachte Massageöle, Gesichts- und Handcremes, Gesichtsmasken, Peelings, Badeöle und -zusätze, Seifen und Bodylotion sowie Deos den individuellen Wünschen und Vorstellungen entsprechen würden. Absolute Sauberkeit bei der Herstellung und Abfüllung, vorzugsweise in Glasbehälter, seien das A und O. Das Rezept müsse auf das Gramm genau eingehalten werden. Auch das Rühren der Cremes und Lotions erfordere ein gewisses Fingerspitzengefühl und auch eine bestimmte Erfahrung, um die gewünschte Konsistenz zu erhalten.

Grundsätzlich benötige man zur Herstellung von Naturkosmetika gute Ansatzöle wie beispielsweise Oliven-, Sonnenblumen-, Weizenkeim-, Mandel- und Leinöl sowie Bienenwachs, so Petra Stark. "Die Öle dürfen bei der Herstellung der Naturkosmetik nicht zu heiß werden, deshalb wird alles im Wasserbad verarbeitet", erklärt sie. Zu den unterschiedlichen Produkten seien diverse Zutaten nötig: für Körperpeelings Zucker, für Gesichtspeelings gemahlene Mandeln, für Deos Natron und für Badeöle natürliche Verdickungsmittel. Dann könne man sich zur Herstellung der eigenen Naturkosmetik nach individuellen Anforderungen und Wünschen "aus dem unerschöpflichen Reichtum an Kräutern aus Gottes wunderbarer Natur je nach Geruchsgusto und Wirkung" bedienen.

Ätherische Öle

Die unterschiedliche Wirkung der Kräuter müsse unbedingt bei der Herstellung von Naturkosmetika beachtet werden. Minze und Zitronenverbene wirken erfrischend; Rosmarin, Thymian, Majoran und Oregano anregend; Lavendel, Rose, Hagebutte und Zitronenmelisse beruhigend und entspannend; Ringelblume und Kamille abheilend; Rose, Schafgarbe und Spitzwegerich entzündungshemmend; Hamamelis zusammenziehend sowie Rose, Hagebutte und Holunder straffend.

Je nach Belieben könne man seinem selbst hergestellten Produkt noch ein paar Tropfen ätherisches Öl je nach Gusto und Anforderung hinzufügen.

Naturkosmetika auf Ölbasis seien länger haltbar, als jene auf Wasserbasis, informiert sie. Zum Thema Sammlen rät die Kräuterfachfrau: "Die Kräuter müssen auf Biobasis gedüngt sein und trocken gesammelt werden. Sie sollten nicht an belebten Straßen gesammelt werden, wegen der Abgasbelastung, nicht an Feldrändern wegen der chemischen Düngung und nicht an Wegen, die Hundebesitzer mit ihren Vierbeinern zum Gassigehen nutzen".

Rezept für duftende Bade-Stücke:

Petra Stark verrät ein leichtes und erprobtes Rezept zur Herstellung von duftenden Bade-Stücken mit Gelinggarantie.

Zutaten:

57 Gramm Kakaobutter

57 Gramm Kaisernatron,

28 Gramm Zitronensäure

3 Esslöffel Speisestärke

10 Tropfen ätherisches Öl (zum Beispiel Lavendel, Rosengeranie oder Ähnliches nach Belieben).

Zubereitung:

Kakaobutter bei niedriger Temperatur schmelzen. Die restlichen Zutaten (ohne ätherisches Öl) in eine Schüssel geben. Die geschmolzene Kakaobutter zu den anderen Zutaten geben und gut verrühren. Ätherisches Öl zufügen, vermengen und alles sofort in Formen füllen. Im Kühlschrank fest werden lassen.

Tipp von Petra Stark: „Es können auch getrocknete Kräuter mit eingearbeitet werden.“ (ads)

Petra Stark hat in ihrer Ausbildung zur Kräuterführerin und zur Mentorin für Garten und Natur am Kultur- und Begegnungszentrum des Klosters Waldsassen ihr Faible für Naturkosmetik entdeckt.
"In der heutigen Zeit der Umweltbelastung vertragen immer weniger Menschen die industriell hergestellten Kosmetika", so Petra Stark.
Die Masse wird in Formen gegossen.
Petra Stark weiß genau, welche Kräutlein geeignet sind für die Herstellung von Kosmetika.
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