29.01.2020 - 16:32 Uhr
WaldsassenOberpfalz

Die Kirche muss beim Synodalen Weg kritisch nach innen schauen

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Mit dem Synodalen Weg verbinden sich Befürchtungen und große Hoffnungen. Nun beginnen die Beratungen - unter den Teilnehmern ist ein Oberpfälzer Pfarrer.

Waldsassens Stadtpfarrer Thomas Vogl nimmt an
von Alexander Pausch Kontakt Profil

Die katholische Kirche in Deutschland ringt von diesem Donnerstag an bei der ersten Synodalversammlung des Synodalen Weges um Erneuerung. Unter den 230 Mitgliedern, die bis Samstagmittag in Frankfurt beraten, ist auch der Waldsassener Stadtpfarrer Thomas Vogl. Im Interview schildert er seine Erwartungen.

ONETZ: Herr Pfarrer Vogl, mit welchen Erwartungen fahren Sie zur ersten Synodalversammlung des Synodalen Weges?

Pfarrer Thomas Vogl: Ich bin gespannt und neugierig, wie es gehen kann, die doch sehr unterschiedlichen Themen offen und konstruktiv zu behandeln. Es braucht einen fairen Dialog. Bei 230 Mitgliedern ist das mit Redebeiträgen sicher nicht einfach, aber da hoffe ich auf die Bereitschaft aller. Wichtig scheint mir, dass von der ersten Vollversammlung her auch die Intention deutlich werden muss, dass die Situation in den Gemeinden vor Ort, deren Fragen und Einschätzungen wirklich wahrgenommen und in die Arbeit der vier Foren aufgenommen werden. Vor allem aber hoffe, ich dass der Synodale Weg ein geistlicher Prozess wird, der strukturelle Fragen und Lösungswege für die Arbeit vor Ort und den Weg der Kirche mit den Menschen dieser Zeit umsetzt. Die Kirche muss kritisch nach innen schauen und ihre Situation zur Sprache bringen, aber sie darf nie den Blick nach außen und damit ihren Auftrag für die Menschen vergessen.

ONETZ: Weshalb wurden Sie als Teilnehmer ausgewählt?

Pfarrer Thomas Vogl: Jede Diözese soll durch einen Vertreter des Priesterrates in der Vollversammlung sein. Somit bin ich meiner Funktion als Sekretär/Sprecher dieses Gremiums dabei.

ONETZ: Wie viele Mitglieder beim Synodalen Weg kommen aus dem Bistum Regensburg?

Pfarrer Thomas Vogl: Insgesamt sechs, unser Diözesanbischof und die beiden Weihbischöfe, sowie zwei Mitglieder des Diözesankomitees und meine Person.

ONETZ: Haben Sie sich vorab mit den anderen Teilnehmern aus der Diözese getroffen, um sich zu besprechen?

Pfarrer Thomas Vogl: Wir hatten ein Vortreffen, um einige organisatorische Punkte zu besprechen. Inhaltlich hat uns die Frage nach einem oder weiteren Foren für den Synodalen Weg beschäftigt.

ONETZ: Wissen Sie schon, in welchem Forum sie mitarbeiten werden?

Pfarrer Thomas Vogl: Voraussichtlich werde ich in keinem Forum mitarbeiten, da zum einen diese auf 30 Personen begrenzt sind, zum anderen meine Zeit mit den bisherigen Aufgaben in der Pfarrei und im Bistum doch begrenzt ist.

ONETZ: In welchem Forum würden Sie gerne mitarbeiten?

Pfarrer Thomas Vogl: Interesse gibt es meinerseits für „Macht und Gewaltenteilung in der Kirche“ oder „Leben in gelingenden Beziehungen“.

ONETZ: Werden Sie die Priesterkollegen und die Gläubigen zu Hause über die Gespräche informieren?

Pfarrer Thomas Vogl: Ich werde beim Priesterrat berichten, ebenso auch als Dekan im Dekanat Tirschenreuth und natürlich in der Pfarrei Waldsassen. In Waldsassen soll auch die diesjährige Fastenpredigtreihe den Synodalen Weg geistlich begleiten und in diesem Rahmen werde ich am 5. März meine Eindrücke erzählen.

Hintergrund:

Synodaler Weg

Der Begriff „Synodaler Weg“ verweist auf das griechische Wort Synode. Es bedeutet Weggemeinschaft. Im kirchlichen Sprachgebrauch bezeichnet Synode eine Versammlung von Bischöfen oder von Geistlichen und Laien. In ihrem Reformdialog wollen die Bischöfe und das Zentralkomitee der deutschen Katholiken über die Zukunft kirchlichen Lebens in Deutschland beraten. Ein Ziel ist es, das nach dem Missbrauchsskandal verloren gegangene Vertrauen zurückzugewinnen. Die Initiative, die es in dieser Form in der katholischen Kirche noch nie gab, ist auf zunächst zwei Jahre angelegt. Die inhaltliche Arbeit startet mit der ersten Synodalversammlung von diesem Donnerstag bis zum Samstagmittag in Frankfurt. Sie ist das oberste Organ des Synodalen Wegs und zählt rund 230 Mitglieder. Schwerpunktthemen des Reformdialogs sind die Sexualmoral, die priesterliche Lebensform, Macht und Gewaltenteilung sowie die Rolle von Frauen in der Kirche.

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