03.07.2020 - 18:14 Uhr
WaldsassenOberpfalz

Landesamt für Digitalisierung kommt in Waldsassen an

Der Aufbau eines neuen Standorts des Landesamts für Digitalisierung in Waldsassen nimmt weiter Fahrt auf. Mittlerweile liegen die Pläne für den Neubau vor.

von Martin Maier Kontakt Profil

Als 2015 der damalige Heimatminister Markus Söder Details zur Behördenverlagerung vorlegte, war die Skepsis im betroffenen Landesamtes für Digitalisierung, Breitband und Vermessung (LDBV) in München offenbar groß. „Wir waren etwas überrascht“, gibt LDBV-Präsident Wolfgang Bauer zu. Die Bedenken sind mittlerweile aber zerstreut, was sich auch am Standort in Waldsassen zeigt.

In der Klosterstadt wird seit 2017 eine Dienststelle aufgebaut. Momenten arbeiten dort 40 Leute, später sollen es einmal 70 sein. Untergebracht sind sie zur Zeit in den Räumen der Sparkasse Oberpfalz Nord. In einigen Jahren werden sie in einen Neubau an der Egerer Straße ziehen. Die dafür benötigten 16,55 Millionen Euro hat der Haushaltsausschuss des Landtags am Mittwoch freigegeben. Daher ist Wolfgang Bauer am Freitag nach Waldsassen gekommen. Er spricht von einem Meilenstein und stellt die Pläne und den Zeitplan für das neue Gebäude vor.

"Hervorragendes Personal"

Der Präsident macht deutlich, dass die anfängliche Skepsis von 2015 mittlerweile komplett verflogen ist. Was auch daran liege, „dass wir hier hervorragendes Personal finden“. Zu den Neueinstellungen sagt der Präsident: „Es boomt.“ Im September kommen 8 neue Auszubildende dazu. Es gebe jedes Jahr zwischen 50 und 70 Bewerber. „Und die kommen alle aus der Region“, wie Abteilungsleiter Oliver Schrempel ergänzt. Zudem würden noch andere Ausschreibungen laufen.

Ein weiterer wesentlicher Punkt für die gute personelle Ausstattung ist laut Bauer die Zusammenarbeit mit der OTH Weiden. Damit sieht er seine Behörde in der Nordoberpfalz gut aufgestellt. Schließlich bildet Waldsassen zusammen mit Windischeschanbach, dort entstehen insgesamt 60 Arbeitsplätze, einen Doppelstandort. Die personelle Besetzung stellt somit kein Problem dar. Fehlen nur noch die passenden Büros.

Der entsprechende Neubau in Waldsassen entsteht auf dem Gelände des früheren Seniorenheims St. Maria. Der Startschuss mit dem Abbruch des bestehenden Gebäudes an der Egerer Straße ist laut Schrempel für Mitte 2021 anvisiert. Für den Neubau wird die Bauzeit auf etwa drei Jahre geschätzt. 2024 soll der Einzug erfolgen. Wobei Bauer betont, dass es keinen Zeitdruck gebe. Es sei auch ohne Probleme möglich, mit 70 Personen in den Sparkassen-Räumen zu arbeiten.

Junge Leute in der Heimat halten

Für Landtagsabgeordneten Tobias Reiß ist der Aufbau des Standorts Waldsassen „eine Erfolgsgeschichte“. Und durch den Einbezug von Windischeschenbach werde die Nordoberpfalz zum Kompetenzzentrum für Digitalisierung und Vermessung. Dort soll künftig die Behörde in der Stützelvilla unterkommen. Auch für die Stadt im Landkreis Neustadt hat der CSU-Politiker gute Nachrichten mit Blick auf die Finanzierung: „Wir erwarten, dass wir dieses Jahr noch die Mittel freigeben können.“

Stellvertretender Landrat Alfred Scheidler stellt fest, dass die in der Bayerischen Verfassung propagierten „gleichwertigen Lebensverhältnisse“ keine leere Phrase seien. „Alles richtig gemacht. Alles gut gemacht“, sagt Bürgermeister Bernd Sommer. Viele junge Menschen könnten durch die Behördenverlagerung in der Heimat bleiben. Zudem füge sich der Neubau top in die Umgebung ein. Das sieht auch Präsident Bauer so: „Das ist ein zukunftsfähiges Gebäude, welches sich bei künftigen Veränderungen mit entwickeln kann.“ Das LDBV fasst somit am Standort Waldsassen immer mehr Fuß.

Das Geld für den Neubau der Geodatenbank Bayern in Waldsassen wurde kürzlich freigegeben:

Waldsassen
Hintergrund:

Flachdach und Tiefgarage

Für den Neubau des Landesamtes für Digitalisierung in Waldsassen nimmt der Freistaat 16,55 Millionen Euro in die Hand. Das Gebäude ist als Passivhaus mit zwei gestaffelten Baukörpern und in konventioneller Massivbauweise mit Lochfassade geplant. Die Flachdächer sollen begrünt werden. Auf der Rückseite gibt es Stellplätze, zudem wird eine Tiefgarage errichtet. Die Nutzfläche einschließlich Übernachtungszimmer wird mit rund 1900 Quadratmetern beziffert. Die Bauzeit wird auf drei Jahre geschätzt und der Bezug ist für 2024 anvisiert.

Die Hochbauplanung liegt in den Händen des Büros Kuchenreuther Architekten aus Marktredwitz. Die Landschaftsplanung übernimmt das Amberger Büro Fetsch Landschaftsarchitekten. Bauherr ist der Freistaat Bayern, vertreten durch das Staatliche Bauamt Amberg-Sulzbach.

Im Blickpunkt:

Kompetenzzentrum für amtliche Kartographie

Der Standort des Landesamtes für Digitalisierung, Breitband und Vermessung in Waldsassen wird zum Kompetenzzentrum für amtliche Kartographie für ganz Bayern.Ein Teilbereich der „Geo-Datenbank Bayern“ wird ebenso seine Arbeit in der Klosterstadt aufnehmen. Zum Aufgabenfeld gehört die Aktualisierung des Digitalen Landschaftsmodells verbunden mit der Modellierung der Geodaten für den Einsatz geographischer Informationssysteme (GIS). Damit einher geht, dass in Waldsassen künftig die Anwendungsentwicklung für das Amtliche Topographisch-kartographische Informationssystem (ATKIS) angesiedelt sein wird. Hierzu werden zwei Referate der Kartographie sowie ein Referat für IT-Entwicklung in Waldsassen neu aufgebaut. Zusätzlich wird am Waldsassener Standort ein landesweites Aus- und Weiterbildungszentrum für die Digital- und Vermessungsverwaltung entstehen.

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