Waldthurn
29.03.2026 - 19:07 Uhr

Virtuelle Wanderung: Neue Broschüre zu Waldthurns Denkmälern präsentiert

Im Lobkowitzschloss erlebten zahlreiche Gäste die Vorstellung der neuen Broschüre "Marterl – Kapellen – Denkmale". Der HAK Waldthurn lud zur virtuellen Wanderung durch die Pfarrei St. Sebastian.

Eine besondere Buchvorstellung erlebten die zahlreichen Besucher, darunter Gäste aus Waidhaus und Vohenstrauß, am vergangenen Freitag im stilvollen Ambiente des Lobkowitzschlosses. Der Heimatkundliche Arbeitskreis (HAK) Waldthurn präsentierte zusammen mit dem Oberpfälzer Waltverein (OVW) Waldthurn seine neue, rund 140 Seiten starke Broschüre „Marterl – Kapellen – Denkmale“ und verband dies auf originelle Weise mit einer virtuellen Wanderung in Text und Bild durch die gesamte Pfarrei St. Sebastian.

Die beiden HAK-Vorsitzenden Josefine Schmid und Rudi Meißner machten gleich zu Beginn deutlich, wie viel Herzblut und Detailarbeit in der neuen Broschüre stecken. Gemeinsam mit ihrem engagierten Team ist es ihnen zusammen mit dem OWV Waldthurn gelungen, ein heimatkundliches Werk zu schaffen, das Kultur, Glaube, Geschichte und Geschichten in der Region eindrucksvoll vereint. Marterl seien uralte Sühnekreuze; Bildsäulen, Bildstöcke, Feldkreuze und Kapellen sind Zeichen christlicher Frömmigkeit und wertvolles Kulturgut. Gerade die Pfarrei St. Sebastian Waldthurn, zu der auch die beiden Ortschaften Remmelberg und Schammesrieth (Gemeinde Theisseil) gehören, sei reich an solchen religiösen und anderen Denkmälern.

Humorvolle Wanderung

Statt einer klassischen Buchvorstellung nahmen Steffi Daubenmerkl und Andrea Götz die Gäste humorvoll mit auf eine anschauliche Wanderschaft durch die Pfarrei. Station für Station führte die virtuelle Wanderung multimedial an der Leinwand und von dem neuen Büchlein begleitet durch die verschiedenen Ortsteile. Die jeweiligen Abschnitte wurden von Mitwirkenden sachkundig und voller interessanter Geschichten rund um die Marterl, Kapellen und Denkmäler vorgestellt. „Viele Hände – bald ein Ende“ brachten die beiden Wanderinnen die gemeinsame Aktion von HAK und OWV auf den Punkt.

Für die ansprechende Gestaltung und Erstellung der neuen Broschüre zeichnet Helmut Gollwitzer verantwortlich, der dem Werk ein modernes und zugleich heimatverbundenes Erscheinungsbild verliehen hat. „Ohne ihn wäre diese Werk nicht möglich gewesen“, sagte der Waldthurner Ehrenbürger Georg Schmidbauer vom Heimatkundlichen Arbeitskreis. Bebildert wurde das Heft mit eindrucksvollen Fotografien von Rainer Sollfrank. Dabei hat er manches bisher weniger bekannte Objekt aufgespürt und lebendig werden lassen.

Interessante Geschichten, die sich hinter den jeweiligen Objekten verbergen, wurden durch die aufgerufenen Protagonisten erzählt. Sie berichten anhand der Sühnekreuze von manchen Gewalttaten und Gruselgeschichten. Feld- und Dorfkreuze wurden von frommen Menschen errichtet; manche verweisen aber auch auf Irrlichter oder auf Kraftorte wie das "Schwarze Kreuz“ in Spielberg, von dem aus man bis „In dWeiden schaun kann“.

Hintergründe im Netz

OWV-Vorsitzender Roman Bauer, Horst Pleyer, Johanna Grünauer und Helmut Gollwitzer referierten über Waldthurn. Für Oberbernrieth, Ober- und Unterfahrenberg sprach Georg Schmidbauer auch vom Mangel an Häusern in Mangelsdorf. Lennesrieth wurde von Hans Pausch interessant beleuchtet, Albersrieth durch Dr. Johannes Weig vorgestellt. Emilie Stahl widmete sich Frankenrieth, Brunnhof und Ottenrieth, während Angela Bodensteiner den vielen Interessierten ihre alte Heimat Schammesrieth und Remmelberg näherbrachte. Den Schlusspunkt setzten die beiden Wanderer mit Einblicken in Spielberg, Wampenhof, Sandbachhöf, Goldbrunn und Woppenrieth. Bürgermeister Josef Beimler sagte dem HAK und dem OWV ein herzliches Vergelts Gott für die Einblicke in die Heimat und die „eigentliche Geschichte“ der Region.

„Kartengestalter“ in der Broschüre war Horst Pleyer. Auch QR-Codes wurden eingebracht, so dass die Inhalte auch digital weiter vertieft werden können – ein gelungener Brückenschlag zwischen Tradition und Moderne. Zukünftig wolle man diese QR-Codes auch an den jeweiligen Objekten direkt anbringen. In der "Wanderpause" nutzten viele Besucher die Gelegenheit, sich mit weiteren Veröffentlichungen des Arbeitskreises wie den „Schulgeschichte(n)“, dem Mundartheft sowie den Wirtshausgeschichten einzudecken. Die Publikationen sind im Rathaus sowie im Gänsbürgerladen erhältlich.

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