12.08.2021 - 16:39 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Acht Monate Corona-Impfung: Amberger sind Impf-Fans, Tirschenreuther zurückhaltend

Seit bald acht Monaten wird in der Oberpfalz gegen das Coronavirus geimpft. Zeit, für einen Blick auf den Fortschritt: Wo und wer wird besonders viel geimpft?

Impfen to go auf dem Macerata-Platz in Weiden. So soll die Impfquote gesteigert werden.
von Wolfgang Würth Kontakt Profil

Impfungen in der Oberpfalz - Ein Kurzüberblick

1,28 Millionen Impfungen in 228 Tagen – so sieht die Kurzversion der Oberpfälzer Impfbilanz beim Robert-Koch-Institut (RKI) aus. Enthalten sind Erst- und vollständige Impfungen, die in der Oberpfalz verabreicht wurden. Erfasst wird der Impfort, nicht der Wohnort des Geimpften. Spätestens seit Betriebsärzte mitimpfen, sorgt das für Verzerrung, da mancher Arbeitnehmer so nicht im Heimatlandkreis geimpft wurden. Hinzu kommt: Offensichtlich melden (noch) nicht alle Betriebsärzte ihre Impfungen vollständig. Das RKI weist darauf hin, dass die hier ausgewiesenen Zahlen möglicherweise etwas zu niedrig sind.

Überblick im Detail: 6 von 10 möglichen Impfungen erledigt

Knapp 59,3 Prozent aller Oberpfälzer haben laut RKI ihre Erstimpfung erhalten, 55,9 Prozent sind vollständig geimpft. Damit liegt der Bezirk etwas besser als der Freistaat (53,8) und auch als das Bundesgebiet (55 Prozent). Die Erstimpfung haben im Regierungsbezirk laut der RKI-Zahlen 59,3 Prozent der Menschen erhalten. Auffällig ist dabei, dass der Abstand über den Zeitlauf immer geringer wird. In den letzten Wochen, gab es vor allem Zweit- bzw. vollständige Impfungen. Ungeimpfte entscheiden sich dagegen immer seltener, sich durch Impfstoff zu schützen.

Impfen im Zeitverlauf: Stark waren nur Mai und Juni

Ab 17. Januar, drei Wochen nach dem Start, sind in der Oberpfalz erstmals Impfdosen zum vollständigen Schutz verabreicht worden. Dabei ging es in den ersten Wochen schleppend voran. Erst ab März stehen langsam mehr Dosen zur Verfügung, im Mai nimmt die Impfkampagne richtig Fahrt auf. Der Höhepunkt ist am 9. Juni erreicht: Fast 15 000 Menschen erhalten die finale Dosis zum vollständigen Schutz, 1,35 Prozent aller Oberpfälzer an einem Tag. Schon Ende Juni geht das Impftempo wieder zurück. Zuletzt erhielten im Wochenschnitt 4132 Menschen täglich vollständigen Impfschutz. Mitte Juni lag der Wert doppelt so hoch.

Impfen und Alter: Die Gruppe Ü60 ganz deutlich vorne

Das RKI erfasst drei Klassen: 12 bis 17, 18 bis 59 und über 60 Jahre. Lange stieg die Impfquote vor allem bei den Ältesten. Erst Mitte Juli wird im Schnitt ein höherer Anteil unter 60-Jähriger geimpft, die Gruppe holt langsam auf. Die Betonung liegt auf langsam: Auch hier geht die Zahl der täglichen Impfungen seit Juni zurück. Bei den 12 bis 17-Jährigen steigt die Impfquote nur sehr langsam an. Für sie gibt es zwar zwei zugelassene Impfstoffe, aber keine Empfehlung der Impfkommission. Entsprechend vorsichtig scheinen die Eltern. Bisher haben 13,6 Prozent dieser Gruppe in der Oberpfalz den vollen Impfschutz. Bei den Menschen über 60 liegt der Wert über 80,5, bei den 18 bis 59-Jährigen über 58,3 Prozent.

Impfen in der Region: Amberger lassen sich gerne impfen, Tirschenreuth ist zurückhaltend

Nach gut sieben Monaten gibt es auch zwischen den Oberpfälzer Regionen Unterschiede beim Impffortschritt. Im Kreis Amberg-Sulzbach und der Stadt Amberg sind bereits mehr als 57,7 Prozent aller Menschen vollständig geimpft. Weiden/Neustadt und Tirschenreuth liegen beide rund 5 Prozentpunkte dahinter. Der Kreis Schwandorf liegt zumindest bei gut 55,4 Prozent und damit im Oberpfälzer Durchschnitt. Der Abstand ist auch bei den Erstimpfungen zu beobachten, wenn auch nicht ganz so deutlich: Amberg Stadt und Land liegen klar vorne, Tirschenreuth und Weiden/Neustadt hinten.

Das Bild wird noch deutlicher, betrachtet man die Impfquote nach Alter. In der Gruppe der Ü60-Jährigen ist die Impfmoral fast überall gleich hoch. Spitzenreiter ist der Kreis Schwandorf mit 81,6 Prozent. Tirschenreuth weist auch hier den niedrigsten Wert auf. Mit 80,4 Prozent ist der Abstand aber gering.

Viel deutlicher wird dieser Abstand in der Gruppe 18 bis 59: Die Region Amberg liegt bei 60,7, Tirschenreuth bei 50 Prozent. Ein wirklich großer Unterschied, der sich auch bei den jüngsten wiederfindet: Hier liegt die Region Weiden bei 8,6 Prozent, 14,1 Prozent geimpft sind es dagegen in Schwandorf.

Eine Erklärung der Unterschiede ist nicht einfach. Ein Versuch: Im Kreis Tirschenreuth waren im Frühjahr mehr Menschen infiziert, gelten nun als genesen und fallen für Impfungen vorerst aus. Und: Aus Tirschenreuth pendeln mehr Arbeitnehmer aus als ein. Gut möglich, dass Arbeitnehmer beim Betriebsarzt in einem anderen Kreis geimpft wurden.

Was auch gilt: Zuletzt hat sich der Abstand zwischen den Kreisen nicht mehr vergrößert. In der ersten Augustwoche war der Impf-Fortschritt in den Kreisen Tirschenreuth und Weiden/Neustadt höher als in Schwandorf und der Amber/Amberg-Sulzbach. Noch im Juli sah dies anders aus.

Corona in Zahlen

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