30.11.2021 - 18:25 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Ausflug nach Tschechien und Impfzertifikat: Antworten auf Leserfragen

Die Corona-Pandemie bringt immer wieder Änderungen. Auch beim europaweit gültigen Impfzertifikat soll es Neues geben. Ein Ausflug nach Tschechien ist auch nicht mehr einfach so möglich. Antworten auf Fragen der Leserinnen und Leser.

Auch für Ausflüge nach Tschechien gelten wieder Einschränkungen.
von Alexander Pausch Kontakt Profil

Welche Corona-Bestimmungen müssen beachtet werden, wenn man nach Tschechien zum Einkaufen oder Tanken kurz über die Grenze fährt?

Geimpfte und genesene Personen können im Rahmen des kleinen Grenzverkehrs (Aufenthalt bis zu 24 Stunden) weiterhin ohne Einschränkungen wieder nach Deutschland einreisen, teilte das Landratsamt Neustadt/WN auf Anfrage mit. Es gilt für diesen Personenkreis keine Anmelde- oder Quarantänepflicht. Dazu ist ein Impf- oder Genesenen-Nachweis mitzuführen und bei Kontrollen vorzuzeigen. Nicht geimpfte Personen sind ebenfalls von der Anmelde- und Quarantänepflicht befreit. Sie benötigen aber bereits bei der Einreise einen aktuellen negativen Testnachweis (PCR-Test 72 Stunden oder Schnelltest 48 Stunden). Ein Selbsttest ist in diesem Fall nicht ausreichend.

Wie lange gilt das Impfzertifikat?

Bislang ist die technische Gültigkeit eines Impfzertifikates auf ein Jahr begrenzt. Allerdings laufen derzeit auf EU-Ebene Gespräche, "die Gültigkeit des vollständigen Impfstatus auf beispielsweise neun Monate zu begrenzen", heißt es aus dem Bundesgesundheitsministerium. Aus fachlicher Sicht spräche demnach einiges dafür. Daher werde hierzulande auch besonderen Wert auf die Booster-Impfung gelegt, durch die der vollständige Impfstatus wieder „verlängert“ würde.

Ab wann soll die Gültigkeit des Impfzertifikats geändert werden?

Die EU-Kommission hat den 10. Januar 2022 als Stichtag vor geschlagen. Ab diesem Datum sollen Impfzertifikate europaweit nur mehr neun Monate nach der Zweitimpfung gelten. Hintergrund des Vorschlags ist, dass einige Mitgliedsländer wegen des abnehmenden Schutzes vor Infektionen eigene Regeln für die Akzeptanz von Impfzertifikaten planen. "Um abweichende Ansätze und Einschränkungen zu vermeiden, schlägt die Kommission einen Standard-Anerkennungszeitraum von neun Monaten für Impfzertifikate vor, die nach Abschluss der ersten Impfserie ausgestellt wurden", teilte ein Sprecher auf Anfrage mit. Das bedeute, dass Mitgliedstaaten bei Reisen keine Impfzertifikate ablehnen sollten, die weniger als neun Monate nach Verabreichung der letzten Dosis der ersten Impfserie ausgestellt wurden. Noch ist offen, wann ein entsprechender Beschluss auf europäischer Ebene fällt.

Warum wurden von der EU-Kommission neun Monate für die Gültigkeit des Impfzertifikates vorgeschlagen?

Mit dem Vorschlag eines Zeitraums von neun Monaten berücksichtigt die EU-Kommission die Leitlinien des Europäischen Zentrums für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC) für die Verabreichung von Booster-Impfungen, heißt es. Diese sollen nach sechs Monaten geben werden. Der zusätzliche Zeitraum von drei Monaten soll gewährleisten, dass die nationalen Impfkampagnen entsprechend angepasst werden können und Bürgerinnen und Bürger auch Zugang zu Booster-Impfungen haben. Da es noch keine Studien gebe, die sich mit der Wirksamkeit von Booster-Impfungen im Hinblick auf die Übertragung von Covid-19 befassen, sei es noch nicht möglich, einen Zeitraum für die Anerkennung von Booster-Impfungen festzulegen, heißt es.

Welche Regeln gelten für minderjährige geimpfte Schüler, die älter als 12 Jahre sind, beim Vereinssport?

Zu Sportstätten und zur praktischen Sportausbildung haben gemäß 2G-plus-Regelung Personen Zugang, die noch nicht zwölf Jahre und drei Monate alt sind oder geimpft oder genesen sind und zusätzlich über einen Testnachweis (Antigentest, Antigen-Schnelltest oder PCR-Test) verfügen. Zusätzlich kann – unabhängig vom Impf- oder Genesenenstatus – minderjährigen Schülerinnen und Schülern, die regelmäßigen Testungen im Rahmen des Schulbesuchs unterliegen, zur eigenen Ausübung sportlicher Aktivitäten, Zugang gewährt werden. "Diese Möglichkeit besteht aus Gründen der Gleichbehandlung im Vollzug auch bei Schülerinnen und Schülern, die geimpft oder genesen sind und deshalb im Rahmen des Schulbesuchs keinen regelmäßigen Testungen unterliegen", teilte das Gesundheitsministerium in München mit.

Was geschieht, wenn jemand, der in Quarantäne ist, Zahnschmerzen bekommt und dringend eine Behandlung benötigt?

Wenn ein Patient, der unter Quarantäne steht, Zahnschmerzen hat, sollte er sich unbedingt an seinen Zahnarzt wenden, teilte ein Sprecher der Kassenzahnärztliche Vereinigung Bayern auf Anfrage mit. Dieser entscheide, ob die Behandlung sofort durchgeführt werden müsse oder ob die Zeit bis zum Ende der Quarantäne etwa mit Schmerzmedikamenten überbrückt werden könne. "Bei einem echten Notfall ist jeder Zahnarzt verpflichtet, den Patienten zu behandeln. Ziel ist hier die Schmerzfreiheit." Die Kassenzahnärztliche Vereinigung empfiehlt Zahnärzten, Quarantänepatienten am Ende des Behandlungstages einzubestellen, damit sie in der Praxis keinen anderen Patienten begegnen und das Behandlungszimmer im Anschluss 30 Minuten gelüftet werden kann. "Das hohe Niveau der Schutz- und Hygienemaßnahmen in den Zahnarztpraxen ermöglicht auch die Behandlung von Quarantänepatienten."

Das Landratsamt Tirschenreuth weist darauf hin, dass dringend medizinisch notwendige Behandlungen auch während der Quarantäne möglich sind. Demnach muss aber der behandelnde Zahnarzt vorher darüber informiert werden, dass eine Quarantäne besteht. Der behandelnde Zahnarzt kann dann besondere Schutz- und Hygienemaßnahmen ergreifen. Zudem muss das Gesundheitsamt seine Erlaubnis dazu erteilen, dass die Quarantäne für die Behandlung unterbrochen werden kann. Dabei wird auch besprochen, wie der Betroffene zum Zahnarzt gelangt, ohne dabei andere Personen zu infizieren.

Gilt die Regelung, dass Schüler mit gültigem Schülerausweis keinen tagesaktuellen Testnachweis zur Benutzung des ÖPNV vorlegen müssen, auch für Berufsschüler?

Nach § 28b Abs. 5 des Infektionsschutzgesetzes (IfSG), in der ab dem 24. November geltenden Fassung, gilt bundesweit in den Verkehrsmitteln des Luftverkehrs, des öffentlichen Personennahverkehrs und des öffentlichen Personenfernverkehrs grundsätzlich die 3G-Regel. Schülerinnen und Schüler sind hiervon ausgenommen. Eine Unterscheidung innerhalb der Gruppe der Schülerinnen und Schüler nimmt das Infektionsschutzgesetz nicht vor, heißt es aus dem bayerischen Gesundheitsministerium.

Darf ein Arbeitgeber 2G einfordern?

Nein. "Dieses Vorgehen ist weder in einer Verordnung noch in einem Gesetz vorgesehen", heißt es bei der IHK Regensburg für Oberpfalz / Kelheim. „Eine betriebliche 2G-Regelung, die über das jeweils einschlägige Bundes- oder Landesrecht hinausgeht, darf der Arbeitgeber nicht einseitig und/oder zu Lasten Ungeimpfter/nicht genesener Beschäftigter anordnen", heißt es beim Bundesarbeitsministerium. Die IHK betont, dass die Verpflichtung des Arbeitgebers, dem Arbeitnehmer Homeoffice anzubieten, und die Pflicht des Arbeitnehmers, dieses Angebot anzunehmen, dem Arbeitgeber hier aber schon weit reichende Möglichkeiten zum Infektionsschutz geben würden.

Weitere Fragen und Antworten zu den Corona-Regeln

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Bericht aus dem Klinikum Nordoberpfalz

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