25.11.2021 - 18:14 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Fragen zu Corona: Beim Arztbesuch gilt kein 3G, aber es ist Mitdenken gefordert

Die neue bayerische Corona-Schutzverordnung hat einige Verschärfungen und Veränderungen gebracht. Und es gibt Unsicherheiten. Einige Antworten zu wichtigen Fragen:

Wenn es um kranke Kinder geht, ist die ärztliche Versorgung ein besonders sensibles Thema.
von Alexander Pausch Kontakt Profil

Gibt es für Eltern, die ihre Kinder zum Kinderarzt bringen, eine Testpflicht?

Dazu gibt es unterschiedliche Angaben und Standpunkte. Das Bundesgesundheitsministerium verneint eine Testpflicht: "Die Testpflicht bezieht sich auf Beschäftigte von Praxen, aber nicht auf Patienten und Begleitpersonen", teilte ein Sprecher am Donnerstagmorgen auf Anfrage mit. Diese Regelung sei Teil des Infektionsschutzgesetzes, das mit den Stimmen der Ampelfraktionen, als SPD, FDP und Grüne beschlossen worden ist, heißt es aus dem Haus des scheidenden CDU-Bundesgesundheitsminister Jens Spahn. Das Ministerium nimmt für sich in Anspruch, "in den Beratungen vor der Ausdehnung dieser weitreichenden Regelung auf Praxen ausdrücklich gewarnt" zu haben. Auch bei der Kassenärztlichen Vereinigung Bayern heißt es am Donnerstag: "Die Testpflicht gilt nicht für Patienten, es gilt weiterhin kein 3G in den Praxen." Gleichwohl herrscht Verunsicherung.

Am Dienstag hatte die Kassenärztliche Bundesvereinigung den Praxen unter Berufung auf das geänderte Infektionsschutzgesetz des Bundes mitgeteilt, "in Praxen und anderen Gesundheitseinrichtungen müssen Arbeitgeber, Beschäftigte und Besucher ab Mittwoch einen tagesaktuellen Antigentest vorlegen – unabhängig davon, ob sie geimpft oder genesen sind". Deshalb haben bundesweit Ärzte, darunter auch Kinderärzte in der Oberpfalz entsprechende Hinweise an ihren Türen angebracht.

Am Mittwoch hat dann die Kassenärztlichen Vereinigung Bayern ihren Mitgliedern mitgeteilt: "Wir befinden uns derzeit in der Klärung und bitten Sie, den Umgang mit Ihrem Personal und Besuchern der Praxis wie gewohnt fortzuführen." Zuvor hatte eine Reihe von Bundesländern die Testpflicht ausgesetzt, darunter auch Bayern.

Warum ist es sinnvoll, den Arzt, insbesondere dem Kinderarzt, über den eigenen Impfstatus zu informieren oder als Ungeimpfter vor dem Besuch einen Antigentest zu machen?

Der Berliner Virologe Christian Drosten hat das Tragen von Masken einmal als eine Geste des Respekts gegenüber dem Anderen bezeichnet. Diese diene nicht nur dem Eigenschutz, sondern signalisiere dem gegenüber: "Ich denke an Dich. Ich schütze Dich." Das gilt umso mehr für eine Impfung. Eine Impfung gegen das Corona-Virus reduziert nicht nur die Gefahr einer schweren Erkrankung, sondern auch das Risiko, dass jemand das Virus weitergibt. Dazu trägt auch bei, wer als Ungeimpfter beim Arztbesuch ein negatives Ergebnis vorlegt.

In Arztpraxen gibt es zum Teil schwerkranke Patienten, die vor einer Infektion geschützt werden müssen. In Kinderarztpraxen gibt es kleine Patienten, die noch nicht geimpft werden können. Für diese gibt es bisher keinen Impfstoff, oder dieser ist, wie im Fall der Kinder von 5 bis 11 Jahren, erst am Donnerstag zugelassen worden.

Generell gilt: Wer Erkältungssymptome wie Fieber und Husten oder andere Beschwerden verspürt, die auf eine Infektion mit Corona hinweisen, sollte seinen Arzt nicht ohne Anmeldung aufsuchen. Das gilt auch für Eltern, deren Kinder Erkältungssymptome haben. Um das Praxispersonal und andere Patienten vor einer Ansteckung zu schützen, sollten Eltern oder Patienten in derartigen Fällen mit der Praxis telefonisch oder per E-Mail Kontakt aufnehmen. Der Arzt informiert dann über das weitere Vorgehen.

Warum geht es in der Debatte über eine Testpflicht für Mediziner und Mitarbeiter in Arztpraxen?

Am Donnerstag forderten die Gesundheitsminister der Länder vom Bund eine Lockerung der Testpflicht für geimpfte und genesene Beschäftigte in Arztpraxen und Kliniken. Zwei Mal in der Woche durchgeführte Selbsttests müssten ausreichen, teilte bayerische Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) am Donnerstag mit. Er ist Vorsitzender der Gesundheitsministerkonferenz. Hintergrund ist, dass es bereits Engpässe bei Tests geben soll. Holetschek kritisierte, "dass Immunisierte, teils schon geboostert, sich jeden Tag testen lassen müssen, belastet die Einrichtungen über die Maßen". Bislang müssen alle Mitarbeiter in Arztpraxen sich täglich mindestens mit einem Antigentest testen und dies dokumentieren. Die Berichts- und Dokumentationspflicht hatte der Freistaat schon am Mittwoch ausgesetzt. Von Seiten des Kassenärztlichen Bundesverbandes heißt es, die Arztpraxen seien bereit, diejenigen Testungen umzusetzen, die bei allen Arbeitgebern erfolgten. Das heißt, dass Personen, die nicht geimpft und genesen sind, sich täglich testen müssen.

Scharfe Kritik kommt von der Deutschen Stiftung Patientenschutz. "Heute zählt Deutschland 100.000 Pandemie-Tote. Deshalb ist es unerträglich, dass die Gesundheitsminister der Länder einen Rechtsbruch vornehmen", sagte Stiftungsvorstand Eugen Brysch zur Deutschen Presse-Agentur.

Gilt in Schulen 3G?

Ja, seit Mittwoch. Das Schulgelände und die Schule darf nur betreten, wer geimpft, genesen oder getestet ist. Als Test gilt nach Angaben des Kultusministeriums ein höchstens 24 Stunden alter Antigentest oder ein maximal 48 Stunden alter PCR-Test. Die negativen Testnachweise müssen mitgebracht werden. Die Schulen bieten für Besucher keine Tests an.

Welche Regelung gilt in Taxis – ist ein Test erforderlich?

Das Taxigewerbe unterliegt nicht der 3G-Regel, teilte der Landesverband Bayerischer Taxi- und Mietwagen Unternehmen e.V. auf Anfrage mit. Daher könnten Fahrgäste – anders als in Bussen und Bahnen – ohne Nachweis ein Taxi zur Beförderung nutzen.

Wie alt darf das Ergebnis eines Antigentests (Schnelltests) bei Anwendung von 2G plus sein?

Laut 15. Bayerischer Infektionsschutzmaßnamenverordnung darf das Ergebnis eines PoC-Antigentests bei Anwendung von 2G plus nicht älter als 24 Stunden sein. Dasselbe gilt für das Ergebnis eines vom Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte zugelassenen, unter Aufsicht vorgenommenen Antigentests zur Eigenanwendung durch Laien (Selbsttests). Auch dieser darf vor höchstens 24 Stunden durchgeführt worden sein.

Muss man auch nach einer Booster-Impfung im Fitness-Studio einen Test vorlegen?

Ja. In der 15. Bayerischen Infektionsschutzmaßnahmenverordnung wird nicht zwischen zweimal und dreimal gegen das Corona-Virus geimpft unterschieden. Für den Besuch eines Fitness-Studios wird neben der vollständigen Impfung, die 14 Tage nach Erhalt der zweiten Dosen gegeben ist, auch ein Testnachweis gefordert.

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