24.11.2021 - 21:09 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Verlegung von Covid-19-Patienten: Oberpfalz hilft Südbayern

Zu Wochenbeginn hatten Intensivmediziner gemahnt, dass sich Bayern frühzeitig auf die bundesweite Verlegung von Covid-19-Patienten vorbereiten solle. Jetzt wurde der Mechanismus dafür ausgelöst.

Rettungskräfte verladen einen Covid-19-Intensivpatienten.
von Alexander Pausch Kontakt Profil

Angesichts der Überlastung einiger Intensivstationen in Bayern wegen der vierten Corona-Welle bereitet sich der Freistaat auf die Verlegung von rund 50 Covid-19-Patienten in andere Bundesländer vor. Oberpfälzer Krankenhäuser sind bisher nicht davon betroffen. Einige, darunter das Klinikum St. Marien Amberg und das Krankenhaus St. Barbara in Schwandorf, hatten zuletzt sogar Corona-Patienten aus Südbayern übernommen.

Patienten aus Südbayern übernommen

Auch am Krankenhaus St. Anna in Sulzbach-Rosenberg gibt es keine Pläne, Patienten zu verlegen. Das gilt für den ganzen Bereich des "Zweckverbandes für Rettungsdienst- und Feuerwehralarmierung Amberg" zu dem auch die Asklepios-Klinik im Städtedreieck in Burglengenfeld gehört. Das Universitätsklinikum Regensburg übernimmt weiterhin Patienten, vermehrt aus Südbayern, sagte eine Sprecherin.

Vom Klinikum Nordoberpfalz heißt es, die Medizinische Direktorin Michaela Hutzler und der Ärztliche Leiter Krankenhauskoordination, Dr. Klaus-Friedrich Bodmann, stünden im engen Austausch mit Krankenhäusern in Bayern und darüber hinaus. So könnten "Patientenströme kurzfristig und nach Bedarf gesteuert und Verlegungen von Patienten schnell und koordiniert durchgeführt werden". Von 40 Intensivbetten am Klinikum Weiden waren am Mittwoch 39 belegt.

30 Prozent der Intensivbetten mit Covid-19-Patienten belegt

Insgesamt sind in Bayern laut Divi-Intensivregister mehr als 30 Prozent der Intensivbetten mit Corona-Patienten belegt. Durch die Verlegung soll verhindert werden, dass der Platz für Notfallpatienten knapp wird. Dazu war am späten Dienstagabend der Mechanismus zur strategischen Verlegung ausgelöst worden. Schon Anfang der Woche hatte der Präsident der Deutschen interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (Divi) gewarnt, dass in Bayern zum Teil die Intensivstationen überlastet seien. Am Mittwochmittag meldete das Divi-Intensivregister 41 zusätzliche Covid-19-Intensivpatienten, die Gesamtzahl stieg von 965 auf 1006.

Krankenkassen tragen Transportkosten

Die Kosten für die Verlegungen von Covid-19-Patienten zwischen Krankenhäusern innerhalb Bayerns finden nach Angaben des Innenministeriums überwiegend durch den Rettungsdienst statt. Diese Fahrzeuge, und damit auch die Transporte, werden von den Krankenkassen als Kostenträger des Rettungsdienstes in Bayern finanziert. Das gilt auch für Transporte nach außerhalb von Bayern.

Für Fälle, in denen wegen der Pandemie zusätzliche Fahrzeuge von Hilfs- und Einsatzorganisationen eingesetzt würden, gebe es auch mit den Kostenträgern eine vereinbarte Vergütung. Diese liege allerdings unterhalb der regulären Sätze für Transporte.

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