10.12.2018 - 16:15 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Bahn-Streik in der Oberpfalz: Pendler eiskalt erwischt

Stressige Morgenstunden für Pendler: Weil die Bahngewerkschaft EVG zum Warnstreik aufgerufen hat, geht auf bayerischen Schienen kaum noch was. Auch in der Oberpfalz, was die Gewerkschaft zufrieden stellt.

Pendler am Amberger Bahnhof: Am Montag legte ein Warnstreik der EVG den Zugverkehr in der Oberpfalz nahezu lahm.
von Julian Trager Kontakt Profil

(jut/dpa) Weil seine Kollegen am Morgen die Arbeit ruhen ließen, hatte Harald Hammer am Montag jede Menge zu tun. Der Leiter der Regensburger EVG-Geschäftsstelle musste aufgebrachte Pendler, die durch den Streik betroffen waren, beruhigen. Ein paar Mails habe er erhalten - teilweise "wüste Beschimpfungen, aber da muss man drüber stehen". Er versuchte, die Schärfe rausnehmen, den Streik zu erklären, um Verständnis bitten. Am Regensburger Bahnhof sprach er mit Passagieren. "Natürlich ist da Frust da. Wir wissen, was wir mit einen Streik auslösen." Aber: "Ein Warnstreik, der die Pendler nicht trifft, läuft ins Leere. Das ist leider so, da kann man nichts machen."

Mit dem Streik ist der Gewerkschaftler "absolut zufrieden". Weil so viele Beschäftigte - in der Oberpfalz waren es laut Hammer rund 75 Leute - mitgemacht hätten, und weil er die Bahn mit voller Wucht getroffen habe. "Es ging fast nichts mehr. Das war schon heftig", sagt Hammer. In der Oberpfalz fielen laut Deutscher Bahn nahezu alle ihrer Züge aus - genau wie in Bayern und ganz Deutschland, bundesweit seien es etwa 1400 Züge gewesen. In Schwandorf zum Beispiel war ab 6 Uhr Schluss mit dem Zugverkehr. Für einen 56-jährigen Weidener hieß das: Bis 9 Uhr warten am Bahnhof - obwohl er um diese Zeit bereits in München hätte sein sollen, Voruntersuchung für eine Operation.

Nach dem Warnstreik, der von 5 Uhr bis 9 Uhr dauerte, normalisierte sich der Bahnverkehr im Lauf des Tages. Ab dem Nachmittag sei der Verkehr wieder "ganz vernünftig" gelaufen, wie ein Bahn-Sprecher mitteilte. Einzig im Fernverkehr mussten die Bahnreisenden im Freistaat den ganzen Tag über mit Einschränkungen rechnen. Für den Regionalverkehr als auch den S-Bahnverkehr in München und Nürnberg rechnete der Konzern bis zum frühen Nachmittag damit, dass sich der Verkehr wieder normalisiert hat. "Die Betriebsaufnahme gestaltet sich wie erwartet", sagte der DB-Sprecher am Vormittag der Deutschen Presse-Agentur.

Im Tarifkonflikt mit der Deutschen Bahn hatte die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) bundesweit ihre Mitglieder im Konzern zu Arbeitsniederlegungen aufgerufen. Die EVG vertritt unter anderem Mitarbeiter an Stellwerken, Zugbegleiter und Lokführer.

Mittelbar waren davon auch die Privatbahnen in der Oberpfalz und in Bayern betroffen. Die haben zwar nicht gestreikt, waren aber wegen der streikenden Fahrdienstleiter auch betroffen", sagt Hammer. Bei der Länderbahn war laut Bahn vor allem der Alex betroffen, "da die Infrastruktur in Regensburg, München, Kempten, Lindau sowie Oberstdorf" betreikt wurde. Einzig in Nordbayern, bei der Waldbahn sowie der Oberpfalzbahn, fuhren die Züge weitgehend normal, sagte ein Sprecher.

Am Samstag waren die Tarifverhandlungen mit der Bahn in Hannover ohne ein Ergebnis geblieben. Die EVG nannte ein aus ihrer Sicht zu geringes Lohnangebot des Managements als Anlass für die Warnstreiks - die Bahn sprach hingegen von einer "völlig überflüssigen Eskalation". Sie rief die Gewerkschaft auf, eine Einladung zu neuen Gesprächen anzunehmen.

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