16.08.2019 - 11:29 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Band "Zulu" strampelt sich für Musik und Umwelt ab

Vier Würzburger befinden sich derzeit auf einer besonderen Radl-Tour: Mit E-Bikes zieht die Band "Zulu" von Konzert zu Konzert. Am Dienstag fährt die umweltfreundlichste Band Bayerns in Weiden ein.

Die Dreampop-Band „Zulu“ vor ihrer 600-Kilometer-Tour mit E-Bikes: (von links) Sebastian Höhn, Maximilian Seeger, Jannis Scheurich und Raphael Reichert-Lübbert.
von Ralph Gammanick Kontakt Profil

Nicht nur Greta Thunberg demonstriert derzeit, wie umweltfreundliches Reisen geht. Während die 16-Jährige den USA entgegenschippert, nähern sich "Zulu" langsam aber sicher Weiden. Das Würzburger Dreampop-Quartett ist derzeit auf großer Tour durch den Freistaat – allein auf E-Bikes. Ganz schön sportlich: Angesetzt sind elf Konzerte in zwei Wochen. Am Dienstag, 20. August, macht die Combo Station bei einem Open-Air bei der Künstler-Kneipe "Neues Linda". In einem Interview vom Donnerstag erklärt die Band, was es heißt, sich zwei Wochen lang für Musik und Umwelt abzustrampeln.

ONETZ: Wo seid Ihr gerade?

Max Seeger: Gerade sind wir in Nürnberg in der Galerie Eisdiele. Wir hatten gerade Soundcheck, und in zwei Stunden startet unser Konzert hier.

ONETZ: Wie viele Kilometer habt Ihr bisher abgerissen?

Jannis Scheurich: Bis jetzt haben wir über 160 Kilometer in den Beinen, und am Ende werden es 600 Kilometer werden. Aber wir sind ganz zuversichtlich, dass wir das packen. Morgen geht es auf unsere längste Tagesetappe von Nürnberg nach Bayreuth, das werden 90 Kilometer. Das ist auf jeden Fall hart an der Grenze, um rechtzeitig anzukommen und abends noch ein Konzert zu spielen.

ONETZ: Und das soll Spaß machen?

Sebastian Höhn
:
Es ist auf jeden Fall anstrengend, gerade auch nach einer langen Etappe direkt noch aufzubauen und Soundcheck zu machen. Aber dafür macht es uns auch echt Spaß, durch die Natur zu fahren und eine Menge Orte zu sehen, an die man mit dem Auto niemals kommen würde.

ONETZ: Hattet Ihr die Idee wirklich aus einem Umweltbewusstsein heraus - oder ist es ein PR-Gag?

Max Seeger: Für einen PR-Gag wäre uns die Aktion zu anstrengend. Wir wollten einfach mal versuchen, unseren Bus zu Hause zu lassen und möglichst CO2-neutral auf Tour zu gehen. Natürlich ist das nicht für weite Strecken oder alle Bands umsetzbar. Aber wir wollten einfach mal ein Zeichen setzen, dass sich jeder seine Gedanken machen sollte, was er tun kann.

ONETZ: Ist es nicht unheimlich schwer, die ganze Ausrüstung zu transportieren?

Jannis Scheurich: Wir mussten das Equipment auf jeden Fall stark reduzieren und spielen deshalb auf dieser Tour auch akustischer und ruhiger als sonst. Dafür stehen wir aber zum ersten Mal zu viert auf der Bühne: Raphi, sonst unser Soundmann vor der Bühne, spielt diesmal mit am Synthesizer und Schlagzeug.

ONETZ: Wie ist es denn um das bayerische Radwegenetz bestellt?

Sebastian Höhn: Eigentlich ganz gut. Es kommt immer darauf an, wo man gerade fährt. An einigen Stellen muss man schon immer wieder auf eine Landstraße ausweichen, weil man dann doch nur auf Radwegen nicht ans Ziel kommt. Dafür gibt es auch unglaublich schöne Radwege, die oft direkt an Flüssen und Kanälen entlangführen. Gerade in größeren Städten mussten wir uns schon ab und zu im Straßenverkehr gegen ein paar Pkw behaupten. Da ist es als Radfahrer schon immer wieder gefährlich.

ONETZ: Wie begegnen euch die Leute?

Jannis Scheurich: Man fällt schon auf mit vier großen Lastenfahrrädern. Die Leute drehen sich oft um, und einige kommen auch direkt auf uns zu und fragen uns, was wir vor haben. Generell begegnen uns die meisten superfreundlich.

ONETZ: Kann ein unbedarfter Konzertbesucher auf die Art Eurer Fortbewegung schließen? Covert Ihr vielleicht "Bicycle Race" von Queen?

Max Seeger: Zu Beginn der Tour würde wahrscheinlich keiner auf die Idee kommen, dass wir mit dem Rad zur Konzertlocation unterwegs waren. Aber wir hoffen mal, dass man am Ende der Tour an unseren durchtrainierten Waden sieht, was wir hinter uns haben. Ansonsten spielen wir generell nur eigene Songs - und da ist noch keine Fahrrad-Hymne dabei bislang.

ONETZ: Fließt die Radl-Tour anderweitig in Eure Musik ein? Taugt sie als Teambuilding-Aktion?

Max Seeger: Also, Teambuilding ist das ganze auf jeden Fall. Wir kennen uns jetzt alle schon wahnsinnig lange, aber wenn man zwei Wochen Tag und Nacht miteinander verbringt, dann schweißt das schon zusammen.

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