22.10.2021 - 15:01 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Blutspende-Schwänzer machen dem BRK das Leben schwer

Seit das Rote Kreuz Buchungen für Blutspenden anbietet, gibt es auch Angemeldete, die nie zu ihrem Termin auftauchen – oder zu einem ganz anderen Zeitpunkt. Das rät das BRK in Weiden und Neustadt potenziellen Spendern.

Um für das Bayerische Rote Kreuz Blut zu spenden, gibt es seit etwa einem halben Jahr Online-Anmeldungen. Nicht alle halten sich aber an ihren gebuchten Termin.
von Florian Bindl Kontakt Profil

Wenn das Bayerische Rote Kreuz von No-Shows spricht, dann geht es nicht um Flugreisen, sondern um zuerst willige Blutspender, die dann nicht zu ihrem Termin auftauchen. Und davon, so klagt das BRK, gebe es immer mehr. Warum ist das ein Problem? Einerseits fehlen natürlich Spenden, andererseits wirbeln die "No-Shows" den Zeitplan des BRK durcheinander. Denn seit etwa einem halben Jahr ist es möglich sich für eine Blutspende online zu registrieren und seinen Wunschtermin auszuwählen. Auch wegen der Pandemie. "Damit nicht zu großer Andrang auf einmal da ist", erklärt Markus Zimmermann, Sprecher des BRK in Weiden und Neustadt. Der Flaschenhals der Terminlisten: Sie sind anfällig für die "No-Shows".

Mehr Wartezeit

Rund 2000 Blutspenden sind in Bayern jeden Tag nötig, schätzt das BRK. Und 200 potenzielle Spender tauchen täglich nicht zum gebuchten Termin auf. Aber: "Das ist in den großen Städten eher ein Problem. Bei uns in der Region noch nicht", sagt Zimmermann. Es ist leicht, einen Termin zu verschieben oder auch abzusagen. In der Bestätigungs-Mail des BRK gibt es einen Link, um den gebuchten Termin zu verwalten. Auch eine Absage kurz vor dem Termin sei in Ordnung. Nur ohne eine Mitteilung nicht aufzutauchen, das macht den Organisatoren das Leben schwer. Ebenso ärgerlich: "Was wir häufiger erleben, ist, dass die Leute zwar einen Termin buchen, dann aber deutlich früher oder später kommen." Ein paar Minuten, sagt Zimmermann, machten gar nichts, alles andere führe wieder zu erheblichen Wartezeiten. Genau das, was die Termine verhindern sollten.

Viele Spender im Lockdown

"Wenn sich alle an ihre Buchung halten würden, dann geht es wirklich schnell", sagt der BRK-Sprecher. "Jemand hat mal nur 20 Minuten inklusive Vorgespräch und Spende gebraucht." Rekordverdächtig. Derzeit sei der Andrang bei Blutspenden wieder etwas geringer. Zu Beginn der Pandemie, erzählt Zimmermann, seien die Zahlen extrem hoch gewesen. "In der ersten Phase des Lockdowns wollten die Leute einfach raus und Kontakt haben. Viele wollten sicher auch trotz der Pandemie helfen", glaubt er. Jetzt haben sich die Zahlen wieder eingependelt. Das Blutspende-Mobil ist allerdings in der Pandemie nicht unterwegs, die Liegen stünden zu eng zusammen, um den Mindestabstand noch einzuhalten.

Im Notfall abweisen

Darf ich nun noch ohne Buchung zur Blutspende kommen? Grundsätzlich ja, sagt Zimmermann. "Aber das bedeutet Wartezeit." Früher hätten Spender bis zu mehrere Stunden warten müssen. Die Termine sollten das lösen. "Wenn sich wirklich jeder anmeldet und auch kommt, dann haben wir kaum Wartezeiten und wir können Verpflegung, Material und Personal planen." Jemanden abweisen, der spenden möchte, das macht das BRK freilich ungern. Passiert aber zu viel Unvorhergesehenes im Buchungskalender und kommen zu viele Spender unangemeldet, "dann kann es sein, dass wir nicht genug Material haben". Einen Puffer gebe es schon, aber irgendwann sei auch der aufgebraucht.

Ehrung für 175 Mal Blutspenden

Erbendorf
Hintergrund:

Blutspende-Termine im Landkreis Neustadt

  • 26. Oktober: Eschenbach und Neustadt
  • 3. November: Grafenwöhr
  • 10. November: Pleystein und Pressath
  • 17. November: Windischeschenbach
  • 25. November: Kirchenthumbach
  • 29. November: Vohenstrauß
  • Anmeldung unter: www.blutspendedienst.com

 

 

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