30.10.2019 - 12:07 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Brandserie: Polizei ermittelt in vier Fällen

Nahezu zeitgleich müssen die Feuerwehren in der Nacht zum Mittwoch zwei Brände in Rothenstadt und Schirmitz löschen. Es sind die Fälle drei und vier mit ähnlichem Muster. Die Polizei ist "in Alarmbereitschaft".

von Stefan Zaruba Kontakt Profil

Zwei Brände in nur wenigen Kilometern Entfernung zueinander haben in der Nacht zum Mittwoch die Feuerwehren gefordert. Und auch in der Nacht zum Donnerstag müssen die Rettungskräfte erneut ausrücken.

Auch in der nächsten Nacht brennt ein landwirtschaftliches Anwesen

Grünau bei Luhe-Wildenau

In den frühen Morgenstunden standen am Mittwoch in Rothenstadt und in Schirmitz landwirtschaftliche Vorräte in Flammen. In Rothenstadt brannte eine Scheune nahe eines Offenstalls. In Schirmitz gingen Strohballen in Flammen auf. Ende September und Anfang Oktober gab es im Stadtsüden und in Luhe-Wildenau ähnliche Brände.

Auch in den aktuellen Fällen waren die Einsatzkräfte nach Mitternacht alarmiert worden. In Schirmitz wurde die Feuerwehr um 0.19 Uhr zu einem Haufen brennender Strohballen am Ortsausgang in Richtung Pirk gerufen. Das Stroh wurde mit schwerem Gerät auseinandergezogen, um Glutnester zu löschen. Die Feuerwehren Schirmitz und Pirk hatten das Feuer rasch eingedämmt. Die Polizei bezifferte den Schaden an gut 70 Strohballen auf etwa 3000 Euro. Niemand sei verletzt worden.

Um 0.39 Uhr, noch während die Löscharbeiten in Schirmitz liefen, der nächste Alarm: Am Ortsausgang von Rothenstadt in Richtung Etzenricht brannte eine freistehende Scheune. Feuerwehren und Technisches Hilfswerk waren im Großeinsatz. Die Feuerwehren konnten die Scheune nicht mehr retten und ließen sie deshalb kontrolliert abbrennen, schrieb das Polizeipräsidium Oberpfalz. "Wichtig war hier, dass die Tiere im benachbarten Kuhstall nicht in Mitleidenschaft gezogen wurden." Auch in Rothenstadt sei niemand verletzt worden.

Im Einsatz waren Feuerwehren aus Weiden, Rothenstadt, Etzenricht, Oberwildenau, Luhe, Neudorf, Neunkirchen, Frauenricht, Hannersgrün, Trippach und Weiherhammer sowie das THW Weiden und Schwandorf. Mit Notärzten und BRK-Helfern verzeichnete die Integrierte Leitstelle (ILS) Nordoberpfalz 249 Einsatzkräfte und notierte als "Brandlast" 400 Stroh- und 50 Heuballen sowie 100 Tonnen Getreide.

Den Schaden beziffert die Polizei auf geschätzt 200 000 Euro. Die Ermittlungen hat die Kripo übernommen. Parallelen drängen sich auf:

In Weiden brannte in der Nacht zum 27. September kurz nach Mitternacht ein Vorratslager mit Strohballen und Hackschnitzeln auf offenem Gelände an der Süd-Ost-Tangente. Die Brandursache blieb zunächst unklar.

In der Nacht zum 7. Oktober stand eine Scheune in Luhe-Wildenau in Flammen. In dem Gebäude am Rand von Unterwildenau war ebenfalls Stroh gelagert. Auch dort war das Feuer in der ersten Stunde nach Mitternacht ausgebrochen. Die Kriminalpolizei nahm Ermittlungen auch wegen möglichen Fremdverschuldens auf.

Die Polizei reagierte in der Nacht zum Mittwoch offenbar umgehend. Noch während der Löscharbeiten fuhren Beamte Schleichwege im Haidenaabtal ab. Der bisher von der Polizeiinspektion Weiden behandelte Fall vom 27. September an der Süd-Ost-Tangente wird in umfassende Ermittlungen mit den vier Fällen einbezogen, die Serie "komplett von der Kriminalpolizei Weiden" bearbeitet, erklärte Sprecher Mario Schieder. Die Fälle würden "als ein großes Ganzes" betrachtet. Die Polizei sei "in Alarmbereitschaft". Der Fall an der Tangente sei bis Dienstag noch ungeklärt gewesen. Die Brände in Unterwildenau und von Mittwochmorgen seien weder durch technischen Defekt, noch durch Witterungseinflüsse wie Blitzschlag erklärbar, heißt es beim Polizeipräsidium. Brandstiftung oder Selbstentzündung blieben als mögliche Ursachen. Hinweise auf verdächtige Personen oder Fahrzeuge an die Polizei unter Telefon 0961/401-291.

Brand in Unterwildenau wenige Wochen zuvor

Unterwildenau/Luhe-Wildenau

Ende September brannten Vorräte in Weiden

Weiden in der Oberpfalz

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