30.06.2019 - 15:13 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Bürgerfest Weiden 2019: Bürger feiern große Party trotz Hitze

Nach dem "Warm-up" am Samstag bis spät in die Nacht, geht´s am Sonntag weiter: Bei fast 36 Grad sind bereits zur Eröffnung des Bürgerfestes Sitzplätze im Schatten heiß begehrt. Vor allem am Abend strömen die Besucher.

"Pino Barone" und die Wärme sorgen für einen italienischen Abend am Oberen Markt.
von Stephanie Hladik Kontakt Profil

Bürgerfest in Weiden heißt mit Freunden feiern. Nicht nur für viele „Ehemalige“ ist der Tag ein fester Termin im Kalender. Auch für die zahlreichen Gäste aus den Partnerstädten ist Weiden mittlerweile zu einer zweiten Heimat geworden. Die wohl schönste Liebeserklärung kommt von Bürgermeister Alain Levy aus Issy-les-Moulineaux, als er „Weiden – ich liebe dich“ in die Menge ruft. Der 64-Jährige feiert am Sonntag zudem Geburtstag und darf sich über ein Extra-Ständchen freuen.

Bildergalerie vom Bürgerfest 2019: So feiert Weiden zwei Tage lang

Weiden in der Oberpfalz

Der Festtag beginnt mit einem Gottesdienst im lauschig kühlen Max-Reger-Park, den Dechant Franz Unger zelebriert. Das Motto „Brücken bauen“ ist bezeichnend für das gesamte Festwochenende. So wurden die Redner aus den Partnerstädten bei der anschließenden Eröffnung des Bürgerfestes nicht müde zu betonen, wie wichtig es sei, Freundschaften über Grenzen hinweg zu pflegen und für ein gemeinsames Europa einzustehen. Oberbürgermeister Kurt Seegewiß freut sich über die innigen und lebendigen Partnerschaften, unter anderem mit Weiden am See („50 Jahre besteht sie bereits. Wir haben unser Eheversprechen erneut bekräftigt“), Macerata, Issy-les-Moulineaux, Marienbad und der US-Garnison in Grafenwöhr.

Rollbraten und Hüte

Während die Weidener Musikanten unter Leitung von Hubert Rupprecht am Oberen Markt aufspielen, lassen die "King-Size Youngsters" (Leitung Markus König) am Sandplatz am Unteren Markt aufhorchen. 15 Bands spielen an diesem Wochenende auf sieben Bühnen. Ob unterm Sonnenschirm oder schattenspendenden Bäumen, die Besucher haben sich mit Hüten und Regenschirmen zusätzlich gegen die Sonne gewappnet. „Ein Rollbraten von der Feuerwehr Neunkirchen muss sein“, hört man hier und da. Traditionen wollen gepflegt werden. Und so war die Altstadt bereits zur Mittagszeit gut gefüllt.

OB Kurt Seggewiß gab am späten Sonntagabend am Oberen Markt grünes Licht für eine zusätzliche Stunde Bürgerfest – der Hitze tagsüber wegen. Und er bat gleich um Unterstützung, sollte in den sozialen Medien deswegen ein Shitstorm über ihn hereinbrechen.

Während mancher Cocktailstand erst für Abend den Ansturm erwartet, gibt es bei den traditionellen Essensständen wie Fischereiverein Weiden („Wir haben heute den heißesten Arbeitsplatz“), den Pfadfindern, der Dotschbraterei Weiß und anderen bereits mittags Schlangen. Beim „Pallas“-Griechen drehen sich drei 160-Kilogramm-Spieße. Einer weniger als vergangenes Jahr. „Es ist sehr heiß, da wird weniger gegessen.“

Begehrte Kopfbedeckungen sind bei der Hitze die lustig verzierten Hüte, die der Rotary-Club Weiden Max Reger für einen guten Zweck verkauft. „Heute sind vor allem leichte Hüte gefragt“, sagt Präsidentin Irene Fritz. Sie sei zuversichtlich, dass sie die rund 300 Schattenspender an den Mann und die Frau bringt.

Stadtrat Hans Sperrer: Besuch aus den USA

Bob Dischner (Mitte) aus New York liebt das Weidener Bürgerfest. Sein Cousin Hans Sperrer (rechts) und seine Tochter, Stadträtin Stefanie Sperrer, freuen sich, dass er zum vierten Mal die Reise antrat.

Besuch aus den USA haben Stadtrat Hans Sperrer und seine Tochter Stefanie, die am Sonntag ihren 42. Geburtstag feiert. Cousin Bob Dischner aus New York ist bereits zum vierten Mal in Weiden zu Besuch. „Es ist das beste Festival auf der ganzen Welt“, schwärmt Dischner. Er fühle sich hier wohl, liebe deutsches Bier und lobt das freundschaftliche Miteinander. „Seine Oma und meine Schwester sind in den 1930er Jahren in die USA ausgewandert“, sagt Hans Sperrer. Die Treffen seien jedes Mal was Besonderes. „Ich spreche kein Englisch, er kein Deutsch. Und trotzdem können wir uns stundenlang unterhalten.“

Ein Meer aus Sonnenschirmen schützt die Besucher vor der prallen Sommerhitze. Trotz 35 Grad strömen kurz nach der Eröffnung des Bürgerfestes am Oberen Markt die Gäste zu den Tischen. Bereits um 12 Uhr werden die Sitzplätze vor dem Alten Rathaus knapp.
Bereits zur Mittagszeit sind die Plätze gut gefüllt. Schatten ist begehrt.

680 Kilometer von Weiden am See nach Weiden geradelt

Pünktlich zum Bürgerfest erreichte die Radlergruppe ihr Ziel Weiden. Sie war sechs Tage zuvor in der Partnergemeinde Weiden am See in Österreich gestartet. Mit dabei: Stadtrat Reinhold Wildenauer, Andreas Servit, Horst Krüger, Heiner Hagn und der See-Weidener Manfred Liszt. 678 Kilometer steckten ihnen in den Knochen. "Es war eine Hitzeschlacht", sagt Wildenauer, "aber es hat mächtig Spaß gemacht. Alles verlief unfallfrei". Rund 125 Kilometer wurden pro Tag gefahren - auf konventionellen Fahrrädern. Vor drei Jahren hat die Truppe schon einmal die Strecke bewältigt. Das ist gelebte Städtepartnerschaft.

Nach 678 Kilometern im Sattel kommt die Radlergruppe pünktlich zum Bürgerfest in Weiden an. Sie war sechs Tage zuvor in der Partnergemeinde Weiden am See gestartet.

Zum Mittagessen aufs Bürgerfest

Trotz Temperaturen von 35 Grad und mehr ist das Bürgerfest ein Besuchermagnet. Nach der Eröffnung am Oberen Markt um elf Uhr füllen sich die durch zahlreiche Sonnenschirme beschatteten Biertische rasch. Die Gäste schwitzen, lassen sich aber weder den Appetit nehmen noch die gute Laune.

So ist Lukas Sticht aus Witzlasreuth gemeinsam mit seinem Opa Josef Sticht (70) per Zug zum Bürgerfest gekommen. Keinesfalls wäre der 10-Jährige jetzt lieber im Freibad: "Ins Wasser, da gehen wir nicht rein. Bei uns sind fast alle in der Familie Nichtschwimmer. Wir nutzen die Vormittagsstunden. Später gehe ich dann lieber in den Garten." Lukas schwärmt von seinem Mittagessen, einem halben Hähnchen. "Das Beste am Gockel ist die Haut." Sein Lieblingsplatz am Fest ist der Stand des Schiffsmodellbauclubs Weiden, verrät der Opa: "Da kann man selber ferngesteuert Boot fahren, das gefällt ihm wie die Sau."

Lukas Sticht (10) aus Witzlasreuth isst mit seinem Opa Josef zu Mittag. "Die Haut ist das Beste am Gockel", verrät er.

Einige Plätze weiter am Alten Rathaus sitzt Ingeborg Rudnik. Die Rentnerin aus Weiden engagiert sich im Städtepartnerschaftsverein und sagt: "Das Fest ist wichtig für die Stadt und für die Gäste. Wir haben unsere Italiener hier, die Freunde aus Marienbad und viele mehr. Denen muss man die Ehre erweisen und da sein. Das ist einfach wunderbar." Rudnik lobt auch den Wein aus der Partnerstadt Weiden am See als "sehr bekömmlich". Wegen den Temperaturen will sie sich aber mittags mit Alkohol noch zurückhalten: "Wir steigern uns langsam, damit wir Abends den guten Wein genießen können."

Ingeborg Rudnik will den Gästen aus den Weidener Partnerstädten mit ihrer Anwesenheit die Ehre erweisen. Auch den Wein aus Weiden am See "ist sehr bekömmlich", empfiehlt sie das Genussmittel aus Österreich.

Beste Laune herrscht auch am Tisch von Gerd Riedl. Der 67-Jährige ist mit Ehefrau Lydia und den Nachbarn Alfred und Christine Hauser aus Pirk zum Mittagessen gekommen: "Später wird es unerträglich, deshalb sind wir dieses Jahr extra eine Stunde früher aufgestanden." Den bestellten Kümmelbraten lobt er als "vorzüglich und sehr gut gewürzt". Dazu gibt es Gambrinus-Bier. "Eine Maß kann man bei der Hitze nicht trinken, aber zwei Halbe könnten es schon werden", sagt er und lacht laut.

Ist extra eine Stunde früher aufgestanden, um noch vor der Mittagshitze das Bürgerfest besuchen zu können: Gerd Riedel aus Pirk ist mit Ehefrau Lydia und den Nachbarn in Weiden.
Ein Magnet auf jedem Bürgerfest ist der Tombolastand der Gärtnereien. Schnell waren die Lose vergriffen.

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