20.09.2021 - 17:51 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Corona-Impfaktion #HierWirdGeimpft bringt leichten Schub

Bundespolitik und Landespolitik loben den Erfolg der Aktionswoche zur Corona-Impfung. Den Durchbruch bringt diese Aktion aber nicht. Das zeigen auch Zahlen aus der Oberpfalz.

Medizinisches Personal bereitet eine Spritze mit dem Pfizer/Biontech-Impfstoff gegen das neuartige Coronavirus vor.
von Alexander Pausch Kontakt Profil

Die bundesweite Aktionswoche #HierWirdGeimpft hat auch in Bayern einen neuen Schwung in die Impfkampagne gebracht. In der vergangenen Woche wurden im Freistaat wieder etwas mehr Erstimpfungen gegen das Corona-Virus verabreicht, teilte der bayerische Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) am Montag mit. Insgesamt waren es im Freistaat 78.065 Erstimpfungen. Holetschek streicht heraus, dass 400 der bundesweit 1400 Sonderimpfaktionen im Freistaat stattfanden. In der nördlichen Oberpfalz ist die Entwicklung unterschiedlich.

Während einige Landkreise und Städte laut den Zahlen des Robert-Koch-Instituts (RKI) eine Zunahme der Corona-Impfungen gegenüber der Vorwoche melden, gibt es bei anderen kaum eine Veränderung und in zweien sogar einen Rückgang: Sowohl in der Stadt Regensburg (Minus 446) als auch im Kreis Regensburg (Minus 134) sank die Zahl der Erstimpfungen gegenüber der Vorwoche. Insgesamt gab es in der Oberpfalz von 13. bis 19. September 1415 mehr Erstimpfung als in der Woche zuvor. Die RKI-Zahlen umfassen jeweils Impfungen bei Impfzentren und bei niedergelassenen Ärzten. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) geht davon aus, dass etwa die Hälfte der bundesweit 500.000 Erst-Impfungen auf die Aktion zurückgehen.

Weiden und Kreis Neustadt/WN

In Weiden und im Landkreis Neustadt/WN gibt es bei der Zahl der Corona-Impfungen laut RKI ein Plus von knapp 400 Impfungen, wobei es in der Stadt ein Plus von 408 und im Kreis ein Minus von 10 gegenüber der Vorwoche gab. Die vom Bund ausgerufene Aktionswoche brachte keine Neuerung, denn hier gibt es schon seit Wochen Sonderimpfaktionen. Auch in den nächsten Tagen gehen diese sowohl in der Stadt als auch im Landkreis Neustadt/WN weiter. "Diese werden sehr gut angenommen", sagt der Leiter des Impfzentrums, Thomas Rauch. Er berichtet, dass seine Kollegen bei der Impfaktion vor dem NOC in Weiden den Wartenden angeboten hätten, ins Impfzentrum zu gehen, weil es dort keine Wartezeit gebe. Die sei aber ausgeschlagen worden. Im Impfzentrum würden schon seit längerem im Durchschnitt wöchentlich rund 400 Menschen geimpft.

Landkreis Tirschenreuth

"Wir sind froh über jeden, der zur Impfung kommt", teilt Fabian Polster vom Landratsamt Tirschenreuth mit. Gleichwohl würde sich der Kreis über mehr Interesse freuen. In der vergangenen Woche gab es einen Aufwärtstrend. Die Zahl der Corona-Impfungen lag um 237 über der der Vorwoche.

Stadt Amberg und Kreis Amberg-Sulzbach

Im Amberg hatte es vergangene Woche nur eine Pop-up-Impfstation gegeben, auf den Gelände eines Unternehmens. Diese ist gut angenommen worden, berichtet Martin Ströhl, Leiter des Amberger Impfzentrums. In der Stadt Amberg lag die Zahl der Impfungen um 5 über der Vorwoche, im Landkreis Amberg-Sulzbach um 91.

Kreis Schwandorf

"Die Nachfrage nach Impfungen ist gerade in den letzten Tagen sowohl im Impfzentrum als auch am Impfbus stark angestiegen", teilte das Landratsamt Schwandorf mit. Die Zahl der Impfungen nahm laut RKI gegenüber der Vorwoche um 634 zu.

"Wir Ärzte laufen seit einem dreiviertel Jahr auf Hochtouren", sagt Dr. Mattias Löw, ärztlichen Koordinator der Stadt Weiden. Viele Ärzte halfen oder helfen so wie er regelmäßig in den Impfzentren. Seit 1. April seien in den Praxen 6,6 Millionen Impfungen verabreicht worden. Unabhängig von Aktionen impfen die niedergelassenen Ärzte weiter in ihren Praxen gegen Corona. Löw rechnet vor, dass etwa 10 Prozent der Bevölkerung derzeit aus medizinischen Gründen nicht geimpft werden könnten, weil sie jünger als zwölf Jahre sind oder etwa wegen einer Behandlung wie einer Chemotherapie. Alle anderen könnten geimpft werden, falls sie wollen oder überzeugt werden.

"Die Impfquote von 63,9 Prozent Erstimpfungen (Stand: 20. September) reicht für einen unbeschwerten Herbst noch nicht aus", sagt Holetschek. "Wir müssen die Ungeimpften vom Nutzen der Impfungen überzeugen." Deshalb soll es weiter Sonderimpfaktionen geben.

Die Entwicklung der Corona-Zahlen

Weiden in der Oberpfalz

So viele Oberpfälzer haben sich impfen lassen

Weiden in der Oberpfalz
Hintergrund:

Der Weg zur Corona-Impfung

  • Ein Corona-Impfung gibt es bei den meisten niedergelassenen Ärzten, darunter sind Fach- und Hausärzten sowie Kinderärzte. Dazu braucht die jeweilige Praxis nur angesprochen zu werden.
  • Weiterhin gibt es sie auch in den jeweiligen kommunalen Impfzentren. Laut Gesundheitsministerium genügt es, einfach ohne Termin vorbeizukommen. Damit es so reibungslos wie möglich ablaufen kann, empfiehlt das Ministerium allerdings, die Online-Anmeldung unter www.impfzentren.bayern zu nutzen.
  • Zur Impfung sollte der Impfausweis mitgebracht werden, falls vorhanden. Falls vorhanden, rät das Ministerium, auch wichtige Unterlagen wie einen Herzpass, einen Diabetikerausweis oder eine Medikamentenliste mitzubringen.
  • Allgemeine Fragen rund um das Thema Impfen beantwortet das das Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit unter Telefon 09131/6808 5101.

 

 

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