28.02.2020 - 14:13 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Coronavirus macht Angst: Erste Absagen in Weiden und im Landkreis Neustadt

Das Coronavirus ist in Weiden noch nicht angekommen, wirft aber seine Schatten voraus: Eine Großveranstaltung ist abgesagt, und bei einer Vernissage gelten ganz besondere Regeln.

Wegen "Grippe, Corona und Co." bittet Susanne Kempf, bei der Vernissage von MS-erkrankten Künsterlinnen, auf Körperkontakt zu verzichten.
von Beate-Josefine Luber Kontakt Profil

Die erste Corona-Absage Weidens kam am frühen Freitagnachmittag – und sie betrifft den 26. April. „Falls es eine Epidemie gibt, könnte das dann bei uns der Höhepunkt sein“, vermutet Florian Graf, Mitarbeiter des Jugendzentrums. Vorsichtshalber hat sich das Juz-Team entschlossen, den „Dance Your Style“-Contest abzublasen. Der Traditions-Wettbewerb, zu dem 2019 nicht weniger als 400 junge Tänzer aus ganz Bayern antraten, wird am 25. Oktober nachgeholt. „Wir wollen da Druck herausnehmen“, sagt Graf. Falls in einer Dance-Crew nur ein oder zwei Mitglieder wegen Corona nicht mitwirkten, bestehe die Gefahr, dass die gesamte Truppe der Veranstaltung fernbleibt.

Susanne Kempf hat Multiple Sklerose. Eine Erkältung kann gefährlich werden. Wieder einmal organisiert sie eine Ausstellung mit anderen Erkrankten. Doch wegen Corona- und anderer Grippeviren läuft die Vernissage diesmal anders ab. "Sie kennen das ja, auf so einer Vernissage kennen sich alle, da wird geherzt und gedrückt", sagt Susanne Kempf. Die Ausstellung "Denken - Fühlen - Malen" eröffnet am 1. März, 11 Uhr, im Alten Schulhaus. 13 Künstlerinnen, alle an Multipler Sklerose erkrankt sind, präsentieren 35 Bilder - "trotz Grippe oder Corona", heißt es im Einladungstext. Ausstellungsmacherin Kempf will das Risiko der Ansteckung für Künstlerinnen und Besucher gering halten. Deshalb legt sie Desinfektionsmittel aus und bittet auf einem Schild, das Herzen und Drücken zu unterlassen. Denn eine Grippe kann besonders für MS-Erkrankte gefährlich werden. Sie hatte Mühe, die Desinfektionsmittel zu finden, erzählt Kempf. In zwei Supermärkten seien alle ausverkauft gewesen.

Auch im Landkreis ergreifen Vereine die ersten Maßnahmen. Auch wenn niemand so ganz genau weiß, was er tun oder nicht tun soll. Reisen nach Italien liegen augenblicklich nicht im Trend. Die Fußballer des TSV Reuth bei Erbendorf (Kreis Tirschenreuth) wollten dieser Tage zum Trainingslager in Desenzano am Südufer des Gardasees aufbrechen. Doch daraus wird nichts. Die Verantwortlichen haben vorsorglich abgesagt, obwohl der Zielort und das Hotel nicht in einem Sperrgebiet liegen. Das Ganze geschieht in Absprache mit einer Kölner Agentur, die bundesweit solche Termine für Sportvereine organisiert. Auch der SC Luhe-Wildenau hat entschieden, nicht im sonnigen Süden zu trainieren.

Hygienemaßnahmen gegen Coronavirus und Grippe

Weiden in der Oberpfalz
Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Für Sie empfohlen

 

Videos aus der Region

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.