28.08.2018 - 17:36 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Engpass in Weiden? Parksituation in der Kritik

Teuer, dezentral und noch dazu Mangelware - immer wieder steht die Parksituation in und um die Weidener Innenstadt in der Kritik. Die Folge: unzufriedene Bürger und fehlende Kunden in den Geschäften.

Über 2000 Parkplätze stehen den Kunden der Weidener Innenstadt zur Verfügung. Zufrieden sind sie damit aber nicht.
von Julia Hammer Kontakt Profil

(juh) "Das ist eine Frage des Images. Weiden hat leider kein gutes, wenn es um das Parken geht. Das ist in den Köpfen der Leute. Ich hatte vor kurzem einen Kunden, der nicht wusste, dass die Allee-Tiefgarage wieder geöffnet ist. Zentraler geht es ja kaum", meint Gruhle. Parkplätze gebe es genug, "allerdings nicht immer dort, wo Kunden hin wollen". Problematisch, denn weite Fußwege würden nur ungern in Kauf genommen. Auch die Parkgebühren findet Gruhle, stellvertretender Einzelhandelssprecher, in Ordnung. Die erste Stunde kostet in den Parkhäusern 90 Cent, jede weitere 1,20 Euro.

Für zwei Stunden auf städtischen Plätzen - etwa bei den Hans- und Sophie-Scholl-Realschulen, zahlen Nutzer 2,10 Euro. "Es gibt Städte, die sind teurer, es gibt Städte, die sind billiger. Wir liegen da im guten Mittelmaß." Das Problem sieht der Inhaber von "Goldschmiede Gruhle" eher im Verkehr. "Die Menschen stehen oft in Staus. Es dauert teilweise ewig, bis sie die Parkhäuser überhaupt erreichen. Das schreckt ab, nicht das Parken an sich." Neue Konzepte für ein besseres Image sollen helfen. "Wir stehen in Kontakt mit der Stadt und dem Stadtmarketing. Es laufen Gespräche, wie wir Weiden attraktiver machen können", betont Gruhle, der seine Hoffnung auch auf die NOC-Eröffnung im März 2019 legt. "Wir denken, dass es die Kundenfrequenz in der ganzen Stadt steigern wird."

2000 Parkplätze

Doch gibt es wirklich genug Parkplätze? "Insgesamt sind es über 2000", informiert Norbert Schmieglitz, Pressesprecher der Stadt Weiden. Das Parkangebot verteilt sich auf Langzeitparkplätze, kostenfreie wie auch gebührenpflichtige Kurzzeitparkplätze (Parkscheibe und Parkschein mit Höchstparkzeiten bis zu 4 Stunden) sowie Bewohnerstellplätze. "Daneben bieten auch Dritte - die Stadtbau, Sparkasse, das City-Center und das Klinikum Parkmöglichkeiten an."

Die Gebühr - die erste Stunde 90 Cent, jede weitere 1,20 Euro - sei zuletzt 2014 erhöht worden. "Außerdem ist die kostenpflichtige Parkzeit von 18 auf 20 Uhr angehoben worden." Notwendige Einnahmen für die Stadt. Sie generiert dadurch knapp eine Million Euro. Über die Auslastung der Parkplätze sei derzeit nichts bekannt. "Wenn das NOC eröffnet ist, stehen den Kunden zusätzlich 480 Parkplätze zur Verfügung - und das mitten in der Innenstadt."

Die Stadtbau Weiden verwaltet 1053 Stellplätze - im Parkhaus Naabwiesen, der Tiefgarage Allee und im Parkhaus Friedrich-Ebert-Straße. "Die Auslastung ist ausgeglichen", informiert Elena Popp von der Stadtbau. Vor allem bei Dauerparkern seien die Parkdecks gefragt. Rund 120 seien es in der Friedrich-Ebert-Straße, 210 in der Alleegarage und etwa 270 im Naabwiesen-Parkdeck.

Ein "großes Thema" ist die Parksituation auch für das Stadtmarketing, wie Vera Schwab betont. Oft seien die Parkhäuser kaum ausgelastet. "Auch die Allee-Garage, die wirklich sehr zentral liegt". Das Problem: der Verkehr. "Oft steht man ewig an der Kreuzung Josefshaus, vor allem im Berufsverkehr. Das stört die Leute." Auch das Stadtmarketing will das Image von Weiden aufpolieren, vermehrt Kunden aus der Region in die Altstadt locken.

Es gebe Überlegungen, kostenlose Kurzzeitparkplätze auszuzeichnen, "wenn man nur kurz ein Rezept vom Arzt holen will oder einen Brief aufgeben muss". "In einigen Läden bekommen die Kunden ihre Parkgebühr zurück, wenn sie etwas kaufen, unter anderem bei Wöhrl. Doch die Einzelhändler sagen, dass das nicht angenommen wird." Gemeinsam mit der Stadt und den Einzelhändlern sammle das Stadtmarketing neue Ideen, gestaltet Kampagnen. "Allerdings müssen wir abwarten, wie sich die Situation entwickelt, wenn das NOC eröffnet."

Einfach per App

Doch schon jetzt gibt es Aktionen, die den Kunden das Parken erleichtern sollen. "Kein mühsames Ticketziehen an der Schranke, keine Kleingeldsuche beim Bezahlen" verspricht die Stadtbau mit der "Parkcard Weiden". Die Karte wird an der Ein- und Ausfahrtsschranke an ein gekennzeichnetes Feld gehalten.

Das Guthaben kann an den Automaten der Stadtbau-Tiefgaragen aufladen werden. Zudem können Bürger Parkscheine mit dem Handy-Parksystem bezahlen. Dafür müssen Kennzeichen und Parkdauer an eine Kurzwahl geschickt werden. Noch einfacher geht es mit der "sms&park"-App. Zehn Minuten, bevor die Parkzeit abläuft, erhält der Nutzer eine Erinnerungs-SMS. Dann kann er die Parkdauer mit dem Smartphone verlängern oder weiß, dass er sich auf den Rückweg machen sollte.

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