24.09.2021 - 11:29 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Gespräche über evangelische Pfarreigründung Floß und Flossenbürg im Oktober

In der evangelischen Gemeinde Flossenbürg gärt es. Ein Großteil des Kirchenvorstandes ist zurückgetreten. In einer Gemeindeversammlung kam vieles zur Sprache. Dekan Thomas Guba geht es jetzt um eine weitere Klärung.

Die Stimmung in der Gemeindeversammlung in Flossenbürg nennt Dekan Thomas Guba (rechts) "gut, unaufgeregt und konstruktiv". Links im Bild Pfarrer Volker Wappmann.
von Uwe Ibl Kontakt Profil

"Es ist richtig, dass ich als Dekan eine gemeinsame Pfarrei ‚Floß-Flossenbürg‘ anstrebe", schreibt Weidens Dekan Thomas Guba als Reaktion auf die Gemeindeversammlung in Flossenbürg und die darauf folgende Berichterstattung. Doch beschlossen sei das noch nicht. "Eine Pfarrei kann nur dann gegründet werden, wenn auch der Kirchenvorstand Floß zustimmt." Im Oktober stehen Gespräche an. Wie die ausgehen, sei völlig offen. Auch der zuständige Dekanatsausschuss habe diesem Vorhaben noch nicht zugestimmt. Guba: "Wir befinden uns in der Findungsphase."

Und noch etwas ist ihm wichtig: "Von einer Auflösung von Kirchengemeinden und einem Zusammenschluss zu einer Kirchengemeinde wurde nicht gesprochen. Das ist auch nicht beabsichtigt, nicht in Flossenbürg und nicht an anderer Stelle." Es gehe nicht um einen Zusammenschluss oder eine Fusion.

Der Dekan verwehrt sich außerdem gegen eine Aussage, die im Publikum der Gemeindeversammlung getuschelt wurde. "Die Kirche ist nicht pleite. Weder die Kirchengemeinde Flossenbürg, noch die Landeskirche sind pleite", betont der Geistliche. Aber eine kleine Kirchengemeinde wie Flossenbürg, die eine Kirche, ein Pfarrhaus, ein Gemeindehaus und einen Friedhof unterhalte, sei finanziell stark belastet. "Die Schlüsselzuweisungen und Spenden reichen bei besonderen Baufällen nicht mehr aus, um die Kosten zu decken."

Bereits in der ersten Julihälfte hat Guba nach eigener Aussage zu einem ersten Treffen eingeladen, zu dem auch fast alle damals schon zurückgetretenen Kirchenvorsteher kamen. "Wenn ich erst Ende August davon erfahren hätte, hätte der Dekanatsausschuss ja auch nicht zum 1. August die Geschäfte übernehmen können. Dazu sind Anordnungen aus dem Landeskirchenamt nötig, die ich unmittelbar nach der Sitzung im Juli auf den Weg gebracht habe." Richtig sei aber, dass man vorher nicht das Gespräch über etwaige Differenzen gesucht habe. Guba nennt das sehr bedauerlich. "Wir hätten bestimmt einen Weg gefunden und die Rücktritte wären vielleicht vermeidbar gewesen."

Der Dekan legt Wert auf die Feststellung, dass in der Gemeindeversammlung in Flossenbürg eine gute, unaufgeregte und konstruktive Stimmung geherrscht habe. "Es wurden Vorschläge gemacht und Ideen entwickelt." Guba kündigte an, dass demnächst auf der Homepage www.flossenbuerg-evangelisch.de über die nächsten Schritte und über Beschlüsse informiert werde. "So kann sich jeder selbst ein Bild vom Fortgang der Angelegenheit machen."

Flossenbürg
Hintergrund:

Pfarrei und Kirchengemeinde

  • Die evangelisch-lutherische Kirche unterscheidet zwischen Pfarrei und Kirchengemeinde.
  • Die Pfarrei ist die Größe, auf der die Zuweisungen von Pfarrstellen geschehen und die Organisation, also das Pfarramt, seinen Platz hat.
  • Das Pfarramt ist das Amt des/der Pfarrer, die vor Ort tätig sind.
  • Die Pfarrei ist kein eigenes Rechtsinstitut. Hier werden Organisation und Verwaltung konzentriert.
  • Kirchengemeinden sind Körperschaften des öffentlichen Rechts, stellen ihre Haushalte auf und regeln ihre Dinge selbst.
  • Die evangelische Kirchengemeinde entspricht im katholischen Sprachgebrauch der Pfarrei oder Pfarrgemeinde.
  • Was im evangelischen Bereich als Pfarrei bezeichnet wird, ist bei den Katholiken mit einer Pfarreiengemeinschaft zu vergleichen.

 

 

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