20.10.2019 - 12:10 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Gestank in Rehbühlschule: Bauamt findet Ursachen

Warum es im Sommer in der Rehbühlschule so stank? Das hat das Bauamt inzwischen herausgefunden. Und auch, wie eine Lösung aussehen könnte. Grob gesagt: ziemlich aufwendig.

Über Jahre zog sich die Sanierung der Rehbühlschule. Nun könnten schon wieder umfangreiche Arbeiten anstehen: falls die Stadträte tatsächlich die Neuordnung des Wasser- und Abwassersystems beschließen.
von Ralph Gammanick Kontakt Profil

An manchen Tagen im Sommer war es offenbar kaum noch auszuhalten. Das Problem in der Rehbühlschule wurde öffentlich: In den Gängen im Osttrakt, dem Haupttrakt der Bildungsstätte, stinke es mitunter nach Fäkalien und Urin. Nun präsentiert das Bauamt eine Erklärung: Rückstau im Guli, undichter Abwasserkanal, aber auch verschmutzte Bodenfliesen. Der Lösungsvorschlag, über den der Bauausschuss am 23. Oktober auf CSU-Antrag diskutiert, klingt nach aufwendigen Arbeiten. Unter anderem steht eine "umfängliche Wasser- und Abwasserplanung für die gesamte Schule" im Raum.

Laut Sachstandsbericht kam es im Frühjahr mehrfach zu einem Rückstau im Gulli der Mittagsbetreuung im Keller des Ostflügels. Spülungen durch eine Fachfirma beseitigten jeweils den Stau. Eine Kamerabefahrung des Kanals brachte ans Licht, dass er sich abgesenkt hat und undicht ist. Eine Reparatur sei nicht möglich, da der Kanal unter der Bodenplatte des Gebäudes verlaufe. Daher rühre ein Teil der Geruchsbelästigungen. Eine andere Quelle: In den Toilettenanlagen seien alte Bodenfliesen niemals erneuert worden. In sie sei "durch die jahrzehntelange Nutzung durch kleine Kinder Urin eingedrungen".

Als Sofortmaßnahmen hat die Verwaltung die Wasserversorgung der Waschbecken im Ostflügel stillgelegt. Schmutzwasser kann somit nicht mehr in den kaputten Kanal laufen. Küche und Toilette der Mittagsbetreuung im Keller könnten nicht mehr benutzt werden. Provisorische Maßnahmen stellten die Mittagsbetreuung seit Schuljahresbeginn dennoch sicher.

Als die nasse Steigleitung stillgelegt wurde, stellten die Fachleute fest, dass sie nicht einfach gekappt werden kann. Nötig sei "eine umfängliche Wasser und Abwasserplanung". Die Toilettenanlagen müssten mitsaniert werden. Zudem sei zu klären, ob alle Klassenzimmer Waschbecken brauchen oder diese durch White- und Smartboards ersetzt werden könnten, und ob die Verkabelung mit Wlan in diesem Zug erfolgen könnte. Die Verwaltung bringt eine Erneuerung der Decken ins Spiel. Für die Mittagsbetreuung schlägt sie eine "größere Lösung in Hinblick auf offenen/gebundenen Ganztag" vor. Aus technischen Gründen könne sie im Untergeschoss auf lange Sicht ohnehin nicht weiterbetrieben werden. Das Bauamt empfiehlt, einen Architekt und weitere Fachplaner einzuschalten.

Dass die Stadt bei der Rehbühlschule alles andere als untätig war, stellt der Bericht ebenso fest. Zu den jüngsten Sanierungsmaßnahmen zählten unter anderem Dach, Fassade, Abwasserleitungen zur Aufnahme von Regenwasser, Fahrradständer und Asphaltflächen. Zudem seien die Toiletten im Ostflügel an die sanierte Abwasserleitung angeschlossen worden. Deshalb könnten die Schüler sie auch weiterhin benutzen. Bereits in Planung seien unter anderem energetische Fassadensanierung sowie Barrierefreiheit durch Aufzug, Rampen und spezieller Toilette.

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