Meine musikalische Heimat? Punkt 1: Heimat ist ein Wort, das wahrscheinlich einem Horst wesentlich leichter über die Lippen geht als mir. Punkt 2: Es ist Jazz, je wilder und weniger nach Jazzpolizei klingend, umso besser. Ne, im Ernst: Da wo ich mich musikalisch zu Hause fühle, wo ich das erste Mal vergas, dass die Band vegan und nicht vegetarisch unterwegs ist, wo ich die ersten Mal die Regler geschoben habe und zum ersten Mal einen Backstagebereich wieder von Dreck und kurzweiligem Ruhm befreit habe, das war und ist mein Sehnsuchtsort: Die Sünde.
Dieses Mal möchte ich diesen Ort mittels Druckschwärze in euer Blickfeld rücken. Warum ich nicht wieder einen Tipp für Veranstaltungen abseits der Weidener Stadtgrenze auspacke? Weil ich – dies wird mein Umfeld bestätigen können – aktuell nur noch an dieses Projekt denken kann. Aber um was geht es eigentlich? Popkulturell ist die Luft in unseren Gefilden manchmal dünn, was Programmatik, Ort und mitunter Qualität angeht. Angetrieben davon und viel Übermut präsentiert das "sündikat" zu Weiden ab 23. Oktober bis Ende des Jahres Künstler*innen, Bands und Freaks von Überall an einem Weidener Ort mit Geschichte, dem ehemaligen Ring-Kino. Das ist wohl der mit Abstand besonderste Ort, an dem der Verein einen Kulturort auf Zeit zusammendengelt. Geht da hin. Geht auch zu den Konzerten vom Jazz-Zirkel und den Weidener Meisterkonzerten – ebenso massiv engagierte Menschen im Auftrag guter Kultur. Doch lasst euch diesen Ort, neu interpretiert, erfüllt von neuem Leben, nicht entgehen.
Musikalisch und auch sonst in möglichst allen Facetten, die alternative Clubkultur ausmacht, soll es maximal divers zugehen. Selten waren interessantere Köpfe aus der Welt zwischen Boom, Tschak und Wow zu Gast. Selten hat unser Verein einen Leerstand mit mehr Ehrfurcht und Liebe zu einem Ort für all die Menschen umgestaltet, die auf der Suche nach ein bisschen weniger Alltag und ein bisschen mehr Musik und neuen Eindrücken sind. Mein Ausgehtipp: Alle Konzerte. Ihr werdet nicht enttäuscht sein.
Zur Person: Lukas Höllerer
- 28 Jahre alt, lebt in Weiden und träumt seit der Kindheit von lauten Bässen, hellen Lichtern und seiner Lieblingsband „The Notwist“
- Tobt sich immerzu kulturell aus, sei es als Veranstalter, Tonmann oder Musiker
- Immer auf der Jagd nach neuen, spannenden Sounds. Egal ob am Schafferhof, bei den Projekten des "sündikat e.V." oder auf, vor oder hinter irgendwelchen Bühnen zwischen Köln und Korea



















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