25.11.2021 - 16:09 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Hausärzte schließen allgemeine Impfpflicht nicht aus

Noch ist auf Bundesebene nichts entschieden, doch die allgemeine Impfpflicht im Kampf gegen das Coronavirus könnte kommen. „Die letzte Möglichkeit“, sagen auch die hausärztlichen Sprecher in Weiden und dem Landkreis Neustadt/WN.

Eine Impfpflicht für alle? Auch die Hausärzte beschäftigt das Thema.
von Stephanie Hladik Kontakt Profil

Seit Monaten werden Arztpraxen täglich mit den Auswirkungen der Corona-Pandemie konfrontiert. Die Mitarbeiter arbeiten am Limit. Geduldige und dankbare Patienten sind da Balsam im Arbeitsalltag. "Wir freuen uns über jedes Lob", sagt Dr. Martin Poschenrieder. "Anerkennung tut gut für die enormen Anstrengungen, die wir unternehmen, um Testen, Impfen, aber auch unsere Kernaufgabe der Versorgung von Kranken unter einen Hut zu bringen." Viele Patienten seien froh, dass es mit dem Impfen doch schneller ging als gedacht. Umso belastender ist es für den Allgemeinmediziner aus Vohenstrauß zu sehen, wenn alle Überzeugungsarbeit nichts bringt und Ungeimpfte schwer erkranken. Dann möchte auch er eine allgemeine Impfpflicht nicht ausschließen, wie er gegenüber Oberpfalz-Medien äußert.

Reue kommt spät

Eine Entscheidung für eine Impfpflicht ist für den hausärztlichen Sprecher im Landkreis Neustadt/WN dennoch nicht eindeutig zu beantworten. "Schwierig", sagt er. "Ich hoffe, dass wir sie nicht brauchen und hoffe, dass sich alle so schnell wie möglich impfen lassen. Anders werden wir die Pandemie nicht los." Und dann wird er deutlicher. "Ich habe diese Woche mehrere schwer kranke Nichtgeimpfte ohne Risikofaktoren gesehen. Sie haben es alle so bitter bereut, sich nicht impfen zu lassen." Er höre dabei immer die gleichen Sätze wie, "ich wusste doch nicht, dass man bei Corona so schwer krank wird" oder "niemals hätte ich gedacht, dass es mich so schwer trifft". Jetzt würden diese Menschen Sauerstoff brauchen und lägen im Krankenhaus, sagt Dr. Poschenrieder. "Diese Menschen haben auch wieder andere infiziert und damit für Leid gesorgt." Die Alternative weiterer Lockdowns hält er nicht für sinnvoll, schon eher eine Impfpflicht.

Das sieht auch der Sprecher der Hausärzte in der Stadt Weiden, Dr. Matthias Loew, so. Er sei für eine Impfpflicht. Sie werde vermutlich kommen, sagt er. "Aber sie bringt für die vierte Welle nichts mehr. Da sind wir bereits mittendrin." Langfristig könne sie helfen, die Pandemie in den Griff zu bekommen. Auch könnte sie dem entgegenwirken, dass bei einer einrichtungsbezogenen Impfpflicht möglicherweise zu viele Pflegekräfte ihren Job aufgeben.

Impfsprechstunde bleibt

Wer noch immer unsicher ist, ob er sich impfen lassen soll, dem hilft eventuell die Impfsprechstunde weiter, die das Impfzentrum Weiden jeden Freitag und Samstag von 15 bis 18 Uhr anbietet - und zwar ohne Termin.

Für Impftermine (Online-Anmeldung erforderlich) hat das Impfzentrum Weiden bis zum 30. November Dienstag bis Samstag von 9 bis 17 Uhr geöffnet. Die Außenstelle in Pressath hat in dieser Woche am Freitag und Samstag von 9 bis 18 Uhr geöffnet und in Vohenstrauß wird wieder ab 30. November (9 bis 18 Uhr) geimpft.

Ab 1. Dezember gelten geänderte Öffnungszeiten, wie das Impfzentrum mitteilte:

  • Impfzentrum Weiden, BRK-Kreisverband, Ulrich-Schönberger-Straße: Dienstag bis Samstag 9 bis 18 Uhr
  • Impfzentrum Pressath, Mehrzweckhalle, Wollauer Straße: Montag bis Freitag 9 bis 18 Uhr.
  • Impfzentrum Vohenstrauß, Turnhalle der Grundschule: Montag bis Freitag 9 bis 18 Uhr.

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