Niemand am Hammerweg wusste, was es mit dem gusseisernen Kreuz auf den beiden Granitsockeln auf sich hat. Selbst die nächsten Nachbarn, wie der ehemalige KAB-Vorsitzende Karl Feneis, die schon Jahrzehnte in der Nähe wohnen, hatten bislang keine Ahnung. Nachfragen in der Pfarrei und im Weidener Stadtmuseum liefen ebenfalls ins Leere.
Nun half „Kommissar Zufall“: Karl Feneis diskutierte das Problem im Familienkreis und dabei stellte sich heraus, dass die Schwiegermutter seiner Tochter Edith Feneis-Schuster Hilfe anbot. Dr. Marlis Schuster, die Ehefrau des verstorbenen Robert (Foto-Schuster), ist die Schwiegermutter und brachte den Stein ins Rollen. Sie wusste, dass Carl Schuster, ein Onkel ihres Mannes Robert, ihm anlässlich seines 70. Geburtstag 1961 ein Buch über Weiden gewidmet hatte. Der Titel: „Weiden um 1900 – Entdeckungsreise in die jungen Jahre der Stadt“.
Auch der ehemalige KAB-Kassier Xaver Spieß besprach mit seiner Ehefrau das Rätsel. Auch sie hatte im Buch geblättert und erinnerte sich an ein Bild von dem Kreuz, welches an ganz einer anderen Stelle stand.
Das Kreuz war im Jahr 1906 tatsächlich hocherhoben in einer Anlage vor dem Schlachthofkomplex am heutigen Rot-Kreuz-Platz in Weiden. Dieser Bereich lag damals noch vor den Toren der Stadt. Das Schlachten in der Stadt war verboten. Mit der Integration der Gegend in die Stadt und dem Ausbau der Straße in Richtung des heutigen Eisstadions, musste das Kreuz weichen und kam auf seinen heutigen Standort, dem Hammerweg.
Spieß brachte das Buch Karl Feneis, der freudestrahlend das Kreuz erkannte und sich sicher war: Dieses Kreuz hat damals die Metzger-Gilde (heutige Metzgerinnung) gestiftet.
















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