07.12.2020 - 11:10 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Kinderspielplatz im Max-Reger-Park Weiden teurer als geplant

Die zusätzliche Aufwertung mit einem behindertengerechten Spielgerät treibt die Kosten für den Kinderspielplatz in der Max-Reger-Anlage in die Höhe. Das sorgt für grundsätzliche Diskussionen im Bauausschuss.

Der Spielplatz im Max-Reger-Park soll durch eine neue Gestaltung aufgewertet werden. Der Kostenrahmen lässt allerdings keine größeren Sprünge zu.
von Stephanie Hladik Kontakt Profil

Um es vorweg zu nehmen: Der Bauausschuss gab sich in seiner Sitzung den von Oberbürgermeister Jens Meyer gewünschten "vorweihnachtlichen Ruck" und brachte die Erweiterung des Kinderspielplatzes in der Max-Reger-Anlage auf den Weg. Die Kosten sollen bei 155.000 Euro (Brutto-Baukosten) gedeckelt werden.

Kurz hatte es so ausgesehen, dass das Vorhaben an den Kosten scheitern könnte. Die stiegen nach Überarbeitung der Pläne von knapp 124.000 Euro auf rund 156.000 Euro. Planer Manfred Neidl (Neidl + Neidl Landschaftsarchitekten und Stadtplaner, Sulzbach-Rosenberg) hatte wunschgemäß den Entwurf weiterentwickelt und unter anderem zusätzlich mit einem Spielgerät versehen, das die Vorgaben der Inklusion erfüllt. Auch wurde ein barrierefreier Weg auf dem Gelände eingeplant. "Mit weniger Geld lässt sich kaum was Vernünftiges planen. Wenn´s der Haushalt nicht hergibt, dann müssten Sie es vertagen", stellte Neidl etwas konsterniert fest.

Bäumler: Auf Kosten achten

So weit ließen es die Mitglieder des Bauausschusses nicht kommen. Sie hatten sich in einer früheren Sitzung wegen der Kosten bewusst für die kleinere Variante mit weniger Spielgeräten entschieden. Der Inklusionsgedanke lässt nun den Preis wieder steigen. Ein Umstand, den die SPD laut Hildegard Ziegler, bereit sei, mitzutragen. Dazu sei der Spielplatz zu stark frequentiert. Außerdem habe man schließlich mit dem Abbruch des Handreinigerhäuschens den Weg für was Neues freigemacht. Stefan Rank (Bürgerliste) störte sich daran, dass ein einziges Spielgerät ("Muss das 32.000 Euro kosten?") zum Kostentreiber werde. Es sei ja nicht so, dass überhaupt viele Spielgeräte auf dem Platz vorgesehen seien. Auch CSU-Stadtrat Markus Bäumler sah die Finanzierung aus dem Ruder laufen. "Wir müssen aufpassen und mit den Mitteln sorgfältiger umgehen." Er wollte die Kosten zumindest bei 150.000 Euro "deckeln".

OB Meyer wunderte sich über die Diskussion, seien doch im Haushalt 2021 bereits 170.000 Euro für die Maßnahme eingestellt. Und Baudezernent Oliver Seidel ergänzte: "In der Septembersitzung wurde eine Kostenschätzung präsentiert. Maßgebend ist letztendlich die Kostenberechnung. Und die wurde durch den umgearbeiteten Entwurf noch nicht mal ausgereizt. Das spricht für die gute Arbeit des Planers.

An Lärmschutz gedacht

Neidl sieht viel Potenzial in dem knapp 2800 Quadratmeter großen Gelände. Zunächst müssten jedoch alte Spielgeräte, Sitzbänke und die Betonpalisaden abgebaut werden. Auch das verursache Kosten. Der Sand auf der Spielfläche müsse aus hygienischen Gründen ausgetauscht werden. Künftig werde die Fläche in verschiedene Bereiche eingeteilt. Als Spielgeräte seien Wipptiere, Schaukeln (u. a. wird die vorhandene versetzt) und eine neue 2-Türme-Spielanlage geplant. Hinzu kommt als Inklusionsspielgerät ein Tipi-Karussell. Das liegt an einem ca. 30 Meter langen barrierefreien Weg, der einen speziellen Gummibelag zum leichteren Befahren aufweist. Er wurde neu in die Planung aufgenommen.

Nachdem bereits von Anwohnern der nahen Altstadthäuser Bedenken bezüglich des Lärmschutzes an die Verwaltung herangetragen wurden, hatte der Architekt auch hier eine Lösung parat. "Im Anschluss an die Spielkuhle wird das Gelände um bis zu 1,50 Meter ansteigen. Der so geschaffene Hang kann bespielt werden, dient aber auch zum Sitzen. Oben drauf wird er mit Buschwerk bepflanzt", sagte Neidl. Ein natürlicher Lärmschutzwall entsteht. Außerdem werde darauf geachtet, dass lärmintensivere Spielbereiche weiter weg von den Häusern liegen. Neidl gab abschließend zu bedenken, dass davon auszugehen sei, dass die Grünflächen stark genutzt würden, gerade weil nicht so viele Geräte da seien. Das könne langfristig den Pflegeaufwand auf dem gesamten Areal erhöhen.

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