22.10.2020 - 13:50 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Klappe, die zweite: Nächster Spielfilm aus Weiden und Neustadt/WN

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Erst Rosenmüllers "Beckenrand Sheriff" und bald schon eine Romanverfilmung in der Region? Eine Berliner Produktionsfirma sieht sich diese Woche in Weiden und Umgebung um. Sie sucht Schauplätze für einen Thriller.

Regisseurin Saralisa Volm fotografiert in Herz Jesu. Eine Weidener Kirche könnte in ihrem Spielfilm eine Statistenrolle bekommen.
von Friedrich Peterhans Kontakt Profil

"Anja Grimm kehrt in das entlegene Waldgebiet zurück, in dem ihr Vater spurlos verschwand, als sie acht Jahre alt war. Ihr plötzliches Auftauchen löst einen brutalen Mord aus. Störungen im Waldboden und Zeigerpflanzen stoßen die Forstpraktikantin auf die Spur tieferer Schichten von Schuld und Verbrechen und beschwören eine Katastrophe herauf."

So fasst die Berliner "Poison Film" kurz den Roman "Schweigend steht der Wald" von Wolfram Fleischhauer aus dem Jahr 2013 zusammen. Der schaffte es vor einigen Jahren immerhin auf Platz 50 der "Spiegel"-Bestsellerliste. Regisseurin Saralisa Volm will ihn auf die Leinwand bringen. Es geht um ein Dorfgeheimnis, das in den letzten Kriegstagen im Konzentrationslager Flossenbürg seine Wurzeln hat. Die Handlung spielt aber in den 1990er Jahren. Im Buch ist der Bayerische Wald Schauplatz des Geschehens, doch gedreht werden soll rund um die Region der KZ-Gedenkstätte.

Mehr zum geplanten Dreh und Porträts der Macher

Weiden in der Oberpfalz

Wenn alles nach Wunsch verlaufen wäre, hätte der Spielfilm heuer bereits in die Kinos kommen sollen. Saralisa Volm und ihr Team hatten sich bereits 2018/19 mehrmals in der Nordoberpfalz umgesehen. Die Stadt Neustadt/WN, der Doost, der Stückberg bei Eslarn, die Blockhütte auf dem Fischerberg: All diese potenziellen Drehorte hatten die Berliner gecastet. Doch über allem schwebt die Frage der Finanzierbarkeit. Und dann tauchte da auch noch ein Virus auf, der nicht nur Filmprojekte lahmlegt.

Jetzt aber: "Wir hoffen dass bis Mitte Dezember die Finanzierung steht und wir im Frühsommer drehen können", sagt die Regisseurin. 25 bis 27 Drehtage hat sie über den Daumen gepeilt veranschlagt.

Zusammen mit ihrem Mann Patrick Volm-Dettelbach, Produzent bei "Poison Film", ist sie zurzeit eine Woche in Weiden, wo sie Ausschau hält nach weiteren Schauplätzen. Die sollten möglichst ein bisschen retro sein. "Das Josefshaus hat uns von außen schon mal neugierig gemacht." Am Montag besichtigte das Paar einige Kirchen, etwa Herz Jesu. "Im Idealfall stellt uns ein Pfarrer nicht nur die Kirche zur Verfügung, sondern macht gleich bei einer Beerdigungsszene mit."

Schauplätze gesucht

Als Basislager der Filmleute war mal das ehemalige Krankenhaus Neustadt im Gespräch. Doch mit dem Hospiz und der unsicheren Corona-Lage ist das zurzeit schwierig. Ein Vorteil des geplanten Drehs sind unter diesen Vorzeichen jedoch die vielen Szenen im Freien und im Wald.

Trotzdem sind die "Poison"-Leute dankbar für Tipps und Angebote, auch in Wohnhäusern oder markanten Gebäuden in und um Weiden arbeiten zu können, sofern sie keinen ultramodernen Charakter ausstrahlen. Wer mit seiner Immobilie dazu etwas beitragen kann, darf sich gerne unter Telefon 030/40056388 melden.

Besetzung vorerst geheim

Bis die erste Klappe fällt, ist Saralisa Volm weiter auf Sponsorensuche. Einige hoffnungsvolle Signale hat sie schon erhalten. Die Behörde von Bundes-Kulturstaatsministerin Monika Grütters beteiligt sich mit einer sechsstelligen Summe. Der Bayerische Rundfunk, Arte und der Film-Fernseh-Fonds Bayern sind ebenfalls mit an Bord.

Über die Schauspieler wird noch nichts verraten. Es sollen aber bekannte Namen darunter sein. Dafür ist unter anderem Stefanie Maile verantwortlich. Sie castete bereits für mehrere Kinoproduktionen, unter anderem für "Wackersdorf", "Die Anfängerin" oder "Hördur - Zwischen den Welten".

Hürden beim Filmprojekt

Neustadt an der Waldnaab
Schulprojekt:

"Poison Film" und Autor Wolfram Fleischhauer arbeiten für "Schweigend steht der Wald" bereits mit einigen Berliner Schulen zusammen. Das würden sie gerne auch mit Oberpfälzer Klassen tun. Begleitend zur Verfilmung gibt es Unterrichtsprojekte: Wie verfilmt man Geschichte? Wie wird ein Roman zum Drehbuch? Wie würden Schüler bestimmte Szenen inszenieren? Dazu gibt es Quellen- und Recherchematerial oder Unterrichtsbesuche. Beim Filmstart würden Volm und Fleischhauer für Schulen, die teilgenommen haben, eine Premiere vor Ort mit Lesung oder Podiumsdiskussion organisieren. Interessierte Lehrer können sich unter Telefon 030/40056388 informieren oder sich per E-Mail unter office[at]poison-berlin[dot]com an das Büro wenden. (phs)

Der Online-Auftritt der geplanten Verfilmung

Mehr zum Filmteam

Regisseurin Saralisa Volm sieht sich Weiden unter dem Gesichtspunkt des Drehorts an.

Der jüngste Filmdreh in der Region

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