22.06.2020 - 10:09 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Klinikum Weiden: Kommt ein Black Hawk geflogen

Die Sache mit dem Vöglein, das geflogen kommt, war einmal. Nun landet da ein 6000 Kilogramm schwerer Black Hawk auf dem Dach des Klinikums Weiden, um einen besonderen Gruß zu bringen.

Die Besatzung des Black Hawk des 7th Army Training Command übergibt an die Vertreter des Klinikums Weiden, Dr. Jürgen Altmeppen (Zweiter von links) sowie Dr. Andreas Pohl (rechts daneben), ein Dankeschön.
von Simone Baumgärtner Kontakt Profil

"Angemeldet waren die Amerikaner", erinnert sich Dr. Andreas Pohl. Aber der Chefarzt der Zentralen Notaufnahme am Klinikum Weiden, der selbst 33 Jahre im militärischen Dienst stand, wusste nicht, was ihn erwarten würde. Nur so viel: Dem 7th Army Training Command und der US Army Health Clinic ist die Überraschung gelungen. Mit einem Schild fürs Klinikum, das das Grafenwöhrer Wahrzeichen, den Wasserturm, und zig Unterschriften von US-Amerikanern zeigt, dankt die Helicopter-Crew dem Klinikumsteam. "We want to show our appreciation to the heroes of one of our local communities", macht die Besatzung ihre Dankbarkeit für die gute Zusammenarbeit deutlich. An Bord waren die Piloten Chad Fogler (Chief Warrant Officer 3) und Quincy Schultz (Chief Warrant Officer 2) sowie Staff Sergeant Jaime Gant (Crew Chief) und Sergeant Jakari Ford (Critical Care Flight Paramedic). Doch wie genau gestaltet sich diese Zusammenarbeit eigentlich?

Mit dem Black Hawk von Grafenwöhr zum Klinikum Weiden

"Wir sind das Schwerpunktversorgungskrankenhaus in der nördlichen Oberpfalz", erklärt Dr. Pohl. Und damit auch die Anlaufstelle neben den Health Clinics in Grafenwöhr und Vilseck für die Amerikaner. Dabei gebe es jede Menge US-Bürger, die versorgt werden wollen. "Allein so eine übende Truppe umfasst schon mal 20.000 Soldaten." Dazu kämen die Stationierten, ihre Familien und andere US-Bürger, die hier leben. "Wir am Klinikum Weiden bieten ihnen allen das volle Paket der Versorgung von der Notaufnahme etwa nach einem Sportunfall über elektive Operationen bis hin zur Geburtshilfe." Über einen eigenen Rettungsdienst verfügten die Amerikaner ja nicht. Bis zu 300 amerikanische Kinder kommen pro Jahr im Klinikum Weiden auf die Welt. "Das erfordert Absprachen", weiß Pohl. Zu diesen regelmäßigen Treffen, bei denen über Abrechnungsmodalitäten, wiederverwendbare Röntgenbilder oder in der Coronazeit auch über Verfahrensweisen bei Einlieferungen geredet und informiert wird, fliegen die Amerikaner nicht so spektakulär ein. Wegen der Pandemie gab es zuletzt vor allem Video- und Telefonkonferenzen. "Aber schon für Ende des Monats ist bereits wieder ein großes Treffen angesetzt", weiß Pohl.

Zu diesem Treffen müssten die Amerikaner unbedingt einfliegen. Dann nämlich würden sie sehen, wo ihre Luftpost gelandet ist: "Das Schild hängt aktuell im Flur am Landeplatz, aber ich habe angeregt, eine Kopie davon auch in der Eingangshalle des Klinikums anzubringen. Denn ich empfinde das Geschenk nicht nur als Dankeschön, sondern auch als große Auszeichnung für unsere Arbeit am Klinikum", sagt Dr. Pohl. Revanchieren wolle man sich seitens des Klinikums bei den Amerikanern übrigens auch. Eventuell im Herbst bei einem Grillfest. Auf jeden Fall aber "irgendwie auf Bayerisch".

Amerikaner auf Visite im Klinikum Weiden

Weiden in der Oberpfalz
Die US Army befindet sich im Landeanflug zum Weidener Klinikum.
Die US Army befindet sich im Landeanflug zum Weidener Klinikum.
Die US Army befindet sich im Landeanflug zum Weidener Klinikum.
Geschafft: Die Helicopter-Crew der US Army kommt statt mit Patient mit Schild in die Notaufnahme des Klinikums Weiden.

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