03.05.2021 - 22:30 Uhr
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Kommentar zur DFB-Posse: Rainer Koch und Co. nicht länger tragbar

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Nazi-Vergleich, interne Machtkämpfe und persönliche Beleidigungen: Der Deutsche Fußball-Bund gibt derzeit ein unwürdiges Bild ab. Nur mit einer komplett veränderten Führung ist ein Neuanfang denkbar, kommentiert Sportredakteur Fabian Leeb.

Rainer, Koch, Vizepräsident des DFB und Präsident des BFV, ist nicht mehr länger tragbar, schreibt Fabian Leeb in seinem Kommentar.
von Fabian Leeb Kontakt Profil
Kommentar

Laienschauspielern wäre bei derartigen Darbietungen tosender Applaus garantiert. Beim Mehrakter, den der Intrigantenstadel der Frankfurter Otto-Fleck-Schneise seit Wochen aufführt, schlagen die Fußballfans landauf, landab aber nur mehr die Hände über dem Kopf zusammen. Das Schauspiel aus Machtkämpfen, Postengeschacher und Beleidigungen unter der Gürtellinie, gepaart mit persönlichen Eitelkeiten ist als Vertretung von über sieben Millionen Mitgliedern unwürdig. DFB-Präsident Fritz Keller hat sich mit seinem Vergleich von Vize Rainer Koch mit Nazi-Richter Freisler selbst diskreditiert.

Doch auch seine internen Gegenspieler Curtius, Osnabrügge und eben Koch sind nicht länger tragbar. Vor allem der bayerische Fußball-Boss Koch nimmt dabei eine unwürdige Hauptrolle ein. Schon bei den unehrenvollen Abtritten der Keller-Vorgänger Niersbach und Grindel trat er als Heckenschütze in Erscheinung, dem kein Skandal dieser Welt etwas anhaben konnte. Egal, ob Sommermärchen oder Uhren-Präsente: Worüber die DFB-Bosse auch stolperten, Teflon-Koch blieb im Amt und leitete den x-ten Neuaufbau selbst aus dem gemütlicheren Hintergrund mit ein. Als deren Vize blieb er stets unbehelligt, obwohl er im skandalösen DFB-Treiben stets an vorderster Front mitmischte.

Das Amateurlager sprach ihm und seinem Mitstreiter Osnabrügge am Wochenende zwar knapp das Vertrauen aus. Von den 37 Stimmen standen Koch, dank seiner Ämter als Chef des süddeutschen sowie des bayerischen Fußball-Verbandes, aber selbst vier Stimmen zu. Osnabrügges Verband Mittelrhein verfügte ebenfalls über zwei Stimmen: Diese sich selbst unterstützende Kombi war wohl entscheidend für das minimal positive Votum.

Diesen machtgeilen und egozentrischen Machenschaften kann nur mit einer Tabula rasa ein Ende bereitet werden. Völlig gleich, ob Rummenigge, Völler, Lahm oder wer auch immer Verantwortung übernehmen sollte: Keller, Koch, Curtius und Osnabrügge müssen ihrer Ämter entledigt werden, wenn ein ehrlich gemeinter und halbwegs gesichtswahrender Neuanfang glücken soll. Als beim DFB entmachtet, ist Koch anschließend auch als bayerischer Fußball-Boss nicht länger verantwortbar. Dieser finale Akt würde beim Anhang von Hof bis Garmisch vermutlich für stehende Ovationen sorgen.

Alfred Schwarzmeier kommentiert das Festhalten des BFV an der Spielzeit 2019/20

Amberg

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