17.10.2021 - 13:19 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Kommentar zum neuen Schuljahr: 3G ist überfällig

In der Pandemie ist der Staatsregierung schon öfter vorgeworfen worden, dass sie in der Schulpolitik ihre Hausaufgaben nicht macht. Eine Aufgabe ist auf jeden Fall noch offen. Ein Kommentar von Alexander Pausch.

Lehrerin Meike Wiese steht im Unterricht in einem Geographie-Seminar in der Jahrgangsstufe elf am staatlichen Gymnasium Trudering. Bis Anfang Oktober mussten sowohl die Lehrkräfte als auch Schülerinnen und Schüler im Unterricht einen Mund- und Nasenschutz tragen.
von Alexander Pausch Kontakt Profil
Kommentar

Kinder und Jugendliche haben in der Corona-Pandemie auf einen Teil ihrer Kindheit oder Jugend verzichtet, um Eltern und Großeltern zu schützen. In Relation zu ihrer Lebensspanne haben sie das weitaus größte Opfer aller Bevölkerungsgruppen gebracht. Ein Jahr Stillstand, ein Jahr mit weniger Kontakten zu Freunden sind für einen 40- oder 50-jährigen Erwachsenen ein Opfer, für einen Fünfjährigen ist es es ein Fünftel seines Leben. Wobei der Erwachsene zumindest seine Kolleginnen und Kollegen gesehen hat. Ein Schüler hat dagegen allenfalls seine Klassenkammeraden als briefmarkengroßes Bildchen auf dem Bildschirm im Distanzunterricht gesehen – wenn die Kameras aus Datenschutzgründen nicht ohnehin aus waren.

Es ist beunruhigend zu hören, wie Lehrerinnen und Lehrer von Veränderungen berichten, weil Kindern und Jugendlichen wegen der langen Lockdown-Wochen soziale Kontakte mit Gleichaltrigen fehlten. Pädagogen haben immer wieder betont: Schule ist mehr als Lernen. Schule ist soziale Interaktionen.

Wie viel noch aufzuholen ist, zeigt der Hinweis, dass Konzentration und Lernbereitschaft der Schülerinnen und Schüler bei weitem noch nicht auf dem Niveau sind, auf denen beides in den Zeiten vor den Schulschließungen war. Eine späte Folge von Distanz- und Wechselunterricht. Auf der anderen Seite berichten Lehrer auch, wie souverän Schülerinnen und Schüler mit der Verantwortung umgehen, die ihnen durch die Corona-Pandemie zuwächst – sei es beim Tragen der Maske oder beim morgendlichen Corona-Test.

An diesem Verantwortungsbewusstsein sollte sich Gesellschaft und Staatsregierung ein Beispiel nehmen. Dazu gehört, das niemand ungetestet, in eine Schule kommt. Es ist überfällig, dass auch an Schulen die 3G-Regel gilt, für alle, die hineingehen, nicht nur für Schüler und Lehrer. Denn so lange aus medizinischen Gründen nicht alle Kinder geimpft werden können und alle Erwachsenen geimpft sind, ist Testen der einzige Schutz vor einem erneuten Schulausfall wegen Quarantäne oder eines Lockdowns.

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