16.06.2021 - 16:52 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Konzert-Comeback in Weiden: Wo die Musik spielt – und unter welchen Auflagen

Open-Air ist in. Die Weidener Konzertkultur feiert gerade ihr Comeback größtenteils unter freiem Himmel. Was geht wo ab? Und wie planen die Veranstalter ihr Indoor-Herbstprogramm? Ein Überblick.

Abtanzen mit Abstand im Innenhof der Regionalbibliothek: Weil das 2020 so gut geklappt hat, gibt es nun wieder eine "Sommersünde". Und auch die Band von damals, "Slatec", ist wieder mit von der Partie.
von Ralph Gammanick Kontakt Profil
  • Sommersünde/Sünde: Wie bereits vor einem Jahr setzt der Kulturverein "Sündikat" ein Hygieneregel-kompatibles Konzert-Konzept um: Je maximal 100 Besucher können den Innenhof der Regionalbibliothek bei fünf Freiluft-Veranstaltungen bevölkern. Dazu platzieren sie sich in Hula-Hoop-Reifen oder beachten andere Abstandsmarkierungen am Boden. Fünf Termine sind fix: "Elektro Guzzi" (26. Juni), "Slatec" (10. Juli), Magdalena Ganter (31. Juli), "Kaisers Salonorchester" (1. August) und "Cat" (12. August). Eingetütet war das ausnehmend schnell, erzählt Organisator Lukas Höllerer: Normalerweise brauche er etwa einen Monat für die Buchungen, aktuell gerade mal "zwei bis drei Tage". Auch ein Ausdruck dessen, wie sehr sich die Künstler derzeit nach Auftrittsmöglichkeiten sehnen. Der Kartenvorverkauf sei gut angelaufen, die Ticketpreise bleiben stabil ("um die 20 Euro") – dabei hat das "Sündikat" Verluste wegen der Besucherbegrenzung einkalkuliert. Höllerer: "Der finanzielle Aspekt ist eine Katastrophe. Das rechnet sich noch weniger als sonst." Der Kulturverein hofft darauf, nächstes Jahr wieder mit größeren Feten ("Eieiei – die Ostersause") in die Gewinnzone zu kommen. Noch für diesen Herbst ist eine reguläre "Sünde"-Saison an noch unbekanntem Ort geplant. Höllerer schränkt jedoch ein, dass ein "cooles Konzerterlebnis" möglich sein sollte – möglichst ohne Maskenpflicht und Bestuhlung. "Auf Biegen und Brechen müssen wir das nicht machen." (Karten: www.sündik.at)
  • Jazz-Zirkel: Der zweiten Corona-Welle fiel das schon fertige Herbstprogramm des Jazz-Zirkels im September zum Opfer. Nach langer Pause nimmt der Verein nun erneut Anlauf: Im "Bistrot Paris" (Schlörplatz) tritt am Freitag, 18. Juni, das "David & Danino Weiss Quartett" mit dem Vibraphonisten Wolfgang Lackerschmid auf, um "The New Gipsy Sound" nach Weiden zu bringen. Im Oktober soll zunächst das Steve-Kuhn-Trio folgen. Etwa 100 Besucher fänden im locker bestuhlten Raum Platz, viel größer wäre das Interesse wohl ohnehin nicht, meint Vorsitzender Reinhard Roth. Wobei: "Die Resonanz ist gut. Die Leute wollen endlich wieder Live-Musik erleben." Die Zuhörer müssten mit Maske kommen, dürften diese aber am Platz abnehmen. Roth bedauert, dass dazwischen das Jazz-Seminar mit den beliebten Sessions im August abgesagt werden musste. Es wäre rückblickend zwar möglich gewesen, die Organisation hätte jedoch mehrere Monate Vorlauf benötigt. Roth glaubt fest daran, dass es im Herbst einigermaßen normal weitergehen kann. Das sei auch für die Künstler wichtig: "Viele rufen an und fragen nach Engagements." (Karten nur an der Abendkasse)
  • Sommerserenaden: Bereits angelaufen. Rund 100 Besucher erlebten am Sonntag den Auftakt mit dem "Original Salonorchester Marienbad", jetzt gibt es weitere Lockerungen. Wenn am Sonntag, 20. Juni, Brigitte Traeger singt, dürfen auf dem Sportplatz des Elly-Heuss-Gymnasiums 500 Gäste zuhören. Die nächsten Termine: "Mountaineros" am 23. Juni, "Austria 7" am 27. Juni, "Soul Station No. 10" am 30. Juni. Um die Besucherzahl kontrollieren zu können, ist im Alten Rathaus ein Kartenvorverkauf eingerichtet (jeweils montags und dienstags vor der Mittwochserenade sowie donnerstags und freitags vor der Sonntagserenade).
  • Max-Reger-Halle: Für den 28. August haben sich die "Amigos" angesagt, aber erst ab Mitte Oktober soll es Schlag auf Schlag gehen. Unter anderem Bruno Jonas (17. Oktober), Hans Söllner (20. Oktober), Bülent Ceylan (4. November) und Michael Mittermeier (15. November) haben sich angesagt. Allerdings hängt eine ganze Reihe von Veranstaltungen von den dann gültigen Coronaregeln ab - und also der Frage, ob sie sich auch mit weniger Kartenzahlern rechnet. Stand jetzt dürfen laut Geschäftsführer Johannes Häring im großen Saal 205 bis 230 Besucher Platz nehmen, statt der üblichen knapp 900. Andererseits, so Häring: "Verschieben kostet den Veranstalter auch Geld." Wegen der vielen Verschiebungen platzt der Terminkalender der Reger-Halle vor allem für das Frühjahr 2022 bereits jetzt aus allen Nähten, zumal Ostern sehr früh sei. "Da ist es wirklich eng." Viele Termine seien mit Vorbehalt gebucht. "Das ist das, was wir im Moment hauptsächlich machen: umbuchen", sagt Häring. "Für einen Veranstaltungstag haben wir schon mal zwei oder drei Optionen." (Karten: www.nt-ticket.de)
  • Kulturbühne/Klein & Kunst: Vorhang auf für das Theater-Comeback. Nachgeholt werden sollen zunächst einige Termine, die nun teils schon mehrfach (von Herbst 2020 auf Frühjahr 2021, nun auf Herbst 2021) verschoben werden: 1. Oktober "Alles Fleisch", 1. November "Maria Stuart", 10. November "Der zerbrochene Krug", 2. Dezember "Ein Mord wird angekündigt". Selbst bei den momentan gültigen Regeln wäre das kein Problem, mit mehr als den erlaubten 230 Besucher ist nicht nicht zu rechnen. Laut Johannes Häring soll im Oktober auch die Reihe "Klein & Kunst" ihren Re-Start feiern. Statt im engen "Theaterstüberl" im Untergeschoss treten die Künstler dann im geräumigen Gustav-von-Schlör-Saal im ersten Stock auf. (Karten: www.nt-ticket.de)
  • Kulturbahnhof: Respekt - die "Live-Stage"-Konzerte im "Parapluie"-Biergarten waren Ende Mai in Weiden die ersten nach dem Lockdown. Die nächsten "Live-Stage"-Termine: "Jara Milo" (18. Juni, 19 Uhr), "Paginza Quartett" (25. Juni) und "Fullhouse Blues Gang" (16. Juli). Dazu hat Wirt Bernd Mende ausgerechnet im Krisenjahr sein Angebot stark erweitert und dafür den Überbegriff "Kultur-Bahnhof" gewählt. Allwöchentlich gibt es neben den gewohnten Live-Stage-Konzerten sonntags eine "Filmbühne" mit Vorführungen von Kultstreifen. Zudem hat Mende noch eine "Kulturbühne" im Angebot, auf der alle vier Wochen Kabarettisten oder Comedians auftreten (26. Juni: John McNamara). Für diesen Samstag um 18 Uhr lädt er erstmals zum "Kulturstammtisch" – einer Podiumsdiskussion, bei der zum Auftakt unter anderem OB Jens Meyer und Vertreter des Bundes Naturschutz über das Bahnquartier debattieren. Der Eintritt ist jeweils frei. Weil der Biergarten erweitert wurde, finden wie in den Vorjahren rund 150 Besucher Platz. Die Organisation der "Live-Stage" sei anfangs haarig gewesen, erzählt der Wirt. Die Auflagen mit Reservierungen und Registrierungen machten ihm ebenso zu schaffen wie der Personalmangel nach dem Lockdown. Nach den jüngsten Lockerungen ist es einfacher: "Die Gäste müssen sich nicht mehr voranmelden, sondern können auch spontan vorbeikommen." (Reservierung erwünscht: 0175/9339933)
  • Max-Reger-Tage: Auch der Weidener Konzert-Klassiker startet heuer unter freiem Himmel: Im Innenhof der Regionalbibliothek musiziert am 13. August das „Diogenes Quartett“ – der Prolog zu einer Serie, die am 17. September mit weiteren sechs Konzerten richtig durchstartet. Bis 1. Oktober geben sich namhafte Künstler die Ehre – falls es Corona erlaubt. (Info: www.max-reger-tage.de)

Besuch bei Brigitte Traeger

Speichersdorf

Auftakt der "Sommersünde 2020"

Weiden in der Oberpfalz

Die Max-Reger-Tage 2021

Weiden in der Oberpfalz
Hintergrund:

Das gilt für Konzerte, Theater und Kinovorführungen

  • Kulturelle Veranstaltungen im Freien sind bei fester Bestuhlung mit bis zu 500 Personen (einschließlich Geimpfter und Genesener) möglich.
  • Im gesamten Veranstaltungsbereich ist grundsätzlich ein Mindestabstand von 1,5 Metern einzuhalten.
  • Kulturelle Veranstaltungen drinnen und draußen können grundsätzlich in allen Stätten, zum Beispiel auch in Mehrzweckhallen oder Stadien, stattfinden. Sie müssen jedoch ausreichend Platz bieten, um einen sicheren Abstand der Besucher zu gewährleisten.
  • Im gesamten Veranstaltungsbereich muss ein Mindestabstand von 1,5 Metern zu anderen Plätzen oder Personen eingehalten werden.
  • Der Betreiber erstellt ein speziell auf den Betrieb abgestimmtes Schutz- und Hygienekonzept, das auf Verlangen der zuständigen Kreisverwaltungsbehörde vorzulegen ist.
  • Im Inneren gilt für sämtliche Personen (Besucher und Mitwirkende) in der Regel Maskenpflicht.
  • Im Falle einer 7-Tage-Inzidenz zwischen 50 und 100 müssen die Besucher einen Testnachweis vorlegen.
  • Der Veranstalter hat die Kontaktdaten der Besucher zu erheben. Quelle: Bayerisches Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst

 

 

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