04.05.2021 - 13:56 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Künftig feste Badezeiten im Stadtbad Weiden

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Das Stadtbad soll so bleiben, wie es ist. Und das bedeutet nun einige Veränderungen für die Stadt und die Besucher. Es geht um deren Sicherheit.

Die Stadt will das Wasser im Stadtbad weiter anstauen. Das hat weitreichende rechtliche und finanzielle Folgen.
von Ralph Gammanick Kontakt Profil

Was ist das Weidener Stadtbad eigentlich? Nur eine Grünanlage? Eine "natürliche Badestelle"? Oder gar ein "Naturbad", eine richtige Badeanstalt? Von der Antwort hängt ab, ob die Stadt jährlich bis zu 60.000 Euro ausgeben muss – für Aufsichtspersonen. Eine knifflige Frage, die Gutachter Karl-Heinz Gansler von BSG Consult (Sulzbach-Rosenberg) da im Auftrag der Stadt zu klären hatte. Seine Auskunft: "Es handelt sich um eine Mischsituation." Allerdings – so ergaben seine Nachforschungen – mit einer eindeutigen Tendenz: hin zum Naturbad. Entscheidend sei, dass die Naab künstlich aufgestaut werde. Dezernent Reiner Leibl entnimmt Ganslers Gutachten folgende Kernaussage: "Wenn die Stadt Weiden aufstaut, dann brauchen wir eine Aufsicht."

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Warum auf einmal? Zum Handeln zwingt die Stadt ein Urteil des Bundesgerichtshofs 2017, wonach die Kommunen bei Badeunfällen in ihren Anlagen in größerem Ausmaß haftet als bisher vermutet. Dieses erhöhte Risiko besteht auch fürs Stadtbad, wie das Gutachten jetzt klar festhält. Eine mögliche Lösung könnte ganz einfach darin bestehen, auf das Aufstauen zu verzichten und einen Wasserstand von 30 bis 40 Zentimetern in Kauf zu nehmen. Die Stadt würde sich viel Geld sparen – doch die Schwimmer oder auch die Sportler von Kanu Weiden würden auf dem Trockenen sitzen.

CSU vermisst genaues Konzept

Keine Alternative für die Weidener Stadträte. "Wir wollen das Stadtbad so erhalten, wie es ist" – so oder ähnlich äußerte sich in der Stadtratssitzung am Montag eine ganze Reihe von Sprechern, quer durch alle Fraktionen. Auch CSU-Fraktionschef Benjamin Zeitler und Fraktionsmitglied Hans Forster, der kommissarische Vorsitzende des Stadtbad-Fördervereins. Beide vermissten allerdings ein detailliertes Konzept zum Betrieb der Anlage, das die CSU bereits im November 2020 beantragt hatte. Damit hätte sich der Stadtrat längst befassen müssen. Oberbürgermeister Jens Meyer entgegnete unter anderem, dass das Gutachten erst seit April vorliegt.

Der Antrag der CSU

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Die Badeaufsicht wird die Stadt nun zwischen 32.000 und 65.000 Euro kosten – je nachdem, wie großzügig die Badezeiten und die -saison festgelegt würden. Baden ohne Aufsicht ist nicht erlaubt. Die Stadt muss diese und andere Hinweise – etwa die Einstiegsmöglichkeiten für Badegäste und Kanuten – auf Schildern kundtun. Für die Aufsicht wird eine Kombination aus haupt- und ehrenamtlichen Kräften (Wasserwacht) angestrebt. Als die Thematik im vergangenen Sommer plötzlich aufschlug, beorderte die Stadt kurzfristig Aufsichten aus der (geschlossenen) Thermenwelt ins Stadtbad. Die Stadtwerke sollen beim Betrieb der Grünanlage allerdings außen vor bleiben. Aus "steuerlichen Gründen", so Dezernent Leibl, könnten sie die Aufgabe nicht übernehmen. Und, wie CSU-Mann Zeitler ergänzte: "Was wir nicht wollen: ein Schätzlerbad 2."

Entsetzt über Urteil

"Wenn's was G'scheites sein soll, kostet es Geld", meinte Stefan Rank (Bürgerliste). "Das sollten wir uns leisten." "Wir sind es der Bevölkerung schuldig, dass wir eine Badeaufsicht stellen", appellierte Rainer Sindersberger (FDP/Freie Wähler). Noch nicht geklärt ist laut Verwaltung, ob sich diese "freiwillige Leistung" mit den Auflagen für staatliche Zuschüsse (Stabilisierungshilfen) vereinbaren lässt. Entsetzt über die Rechtsprechung zeigte sich Karl Bärnklau (Grün.Bunt.Weiden). Die Haftung der Stadt in Anlagen wie dem Stadtbad verglich er mit dem Verkehr: "Ich bekomme doch auch keine Polizisten zur Seite gestellt, wenn ich die Straße überqueren soll."

Aber es hilft ja nichts. Nach einstündiger Diskussion erging zu Badeaufsicht, Saison- und Badezeiten ein einstimmiger Beschluss. Offiziell beginnt die Saison am 15. Mai. Wegen der Coronalage steht der Zeitpunkt des Starts allerdings noch in den Sternen.

Die Stadt stellt die Weichen für die Saison

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Hintergrund:

Betrieb im Stadtbad Weiden

  • Saison vom 15. Mai bis 15. September.
  • Badezeiten: unter der Woche 13 bis 20 Uhr, an den Wochenenden und feiertags 10 bis 20 Uhr. Zu diesen Zeiten gibt es eine Aufsicht.
  • Die Aufsicht sollen Haupt- und Ehrenamtliche (Wasserwacht) übernehmen.

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